Sema Poyraz

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Sema Poyraz, 2011

Sema Poyraz (* 7. März 1950[1] in Zonguldak[2], Türkei) ist eine deutsche Schauspielerin, Filmregisseurin und Drehbuchautorin.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sema Poyraz kam als 11 jährige 1961 mit ihren Eltern nach Deutschland ins baden-württembergische Schorndorf.[3] Zwischen 1971 und 1973 studierte sie Orientalistik und Theaterwissenschaft an der Ludwig-Maximilians-Universität München.[2] Ab 1973 studierte sie Regie an der Deutschen Film- und Fernsehakademie Berlin. 1980 machte sie dort als erste türkische Absolventin ihr Regie-Diplom.[2] Ihr Abschlussfilm Gölge – Zukunft der Liebe (1980) kann als früher Ausgangspunkt eines sogenannten deutsch-türkischen Kinos bezeichnet werden. In ihm beschreibt sie das sexuelle Erwachen der jungen Schülerin Gölge, Tochter aus der Türkei eingewanderter Eltern, ihre Sehnsüchte, das Sich-Ausprobieren vor dem Spiegel und Gölges Bemühungen, im Berlin-Kreuzberg der 1970er/1980er Jahre zwischen migrantischer und deutscher Lebenswelt einen eigenen Platz zu finden. Poyraz drehte hiernach weitere Kurz- und Langfilme, etwa ihren mit dem Prädikat „besonders wertvoll“ ausgezeichneten Spielfilm Oda (1994). Daneben hatte Poyraz zahlreiche Auftritte als Schauspielerin im deutschen Film und Fernsehen, darunter 2007 in Ich Chef, du nix.

2013 bekam sie auf dem 32. Filmfestival in Istanbul die goldene Tulpe als beste Schauspielerin für ihre Rolle in dem Kinofilm Özür dilerim von Cemil Agacikoglu.

Zwischen 2011 und 2014 war sie als Schauspielerin regelmäßig am Ballhaus Naunynstraße Berlin zu sehen.[4][5]

Seit 2019 ist sie festes Ensemblemitglied am Maxim-Gorki-Theater Berlin, an dem sie vorher auch schon Gastengagements hatte.[6] Dort spielte sie u. a. in der Regie von Hakan Savaş Mican in Berlin Oranienplatz[7] und Berlin Kleistpark,[8] in Onkel Wanja von Anton Tschechow in der Regie von Nurkan Erpulat und in Ersan Mondtags Inszenierungen Ödipus und Antigone[9] und Geschwister.[10]

Sema Poyraz lebt in Berlin.[3]

Filmografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Sema Poyraz | DFFB. Abgerufen am 19. August 2022.
  2. a b c Ballhaus Naunynstraße. Abgerufen am 19. August 2022.
  3. a b Sema Poyraz | DFFB. Abgerufen am 19. August 2022.
  4. Die Lange Nacht der Generationen – Lukas Langhoff zeigt am Ballhaus Naunynstraße anläßlich des Festivals "Almanci! – 50 Jahre Scheinehe" die Trilogie, die drei Generationen gewidmet ist. Abgerufen am 19. August 2022.
  5. Fahrräder könnten eine Rolle spielen – Im Ballhaus Naunynstraße wird mit Marianna Salzmann und Deniz Utlu über Rassisten gelacht. Abgerufen am 19. August 2022.
  6. Sema Poyraz. Abgerufen am 19. August 2022.
  7. Berlin Oranienplatz – Maxim Gorki Theater Berlin – Hakan Savaş Mican erzählt vom scheiternden Aufstieg als Theater-Film-Hybrid. Abgerufen am 19. August 2022.
  8. Berlin Kleistpark – Maxim Gorki Theater – Hakan Savaş Micans neuer Teil seiner Stadt-Trilogie nutzt die Straßen als Transitbereich der Identitäten. Abgerufen am 19. August 2022.
  9. Ödipus und Antigone – Ersan Mondtag halluziniert am Berliner Maxim Gorki Theater nach Sophokles einen kommenden Faschismus. Abgerufen am 19. August 2022.
  10. Geschwister – Maxim Gorki Theater Berlin – Ersan Mondtag blickt in das Wannsee-Idyll einer Nazi-Familie. Abgerufen am 19. August 2022.