Seniorenstudium

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Seniorenstudentin der „Veteranen-Universität“ der Ost-Berliner Humboldt-Universität, 1979

Seniorenstudium (oder Studium im Alter) ist das Studium durch Senioren an Universitäten und Fachhochschulen.

Unter den Begriff Seniorenstudium (auch Studium für Ältere, Studieren ab 50 oder besonders Schweiz Seniorenuniversität) fallen unterschiedliche, das spezielle Interessenspektrum von älteren Menschen berücksichtigende Bildungsangebote. In Deutschland gibt es neben allgemeinen Weiterbildungsprogrammen drei Modelle: Gasthörer-, Zertifikatsstudien oder die reguläre Einschreibung für Bachelor-/ Masterstudiengänge,

50 deutsche Hochschulen bieten spezielle Bildungsangebote für die ältere Generation an. Überwiegend handelt es sich dabei um einfache Gasthörer-Studien ohne Zusatzvoraussetzungen (kein Abitur erforderlich). Es besteht dann keine Möglichkeit, Studienleistungen zu erwerben; Studiennachweise beschränken sich auf Teilnahmebescheinigungen für Seminare. Einige Universitäten bieten spezielle Zertifikate besonders für Studien zu bürgerschaftlichem Engagement im Alter an, ebenfalls auf Basis einer Gasthörerschaft aber mit Leistungsnachweisen und -anforderungen z. B. in Form einer Abschlussarbeit.

Eine Win-win-Situation intergenerativer Gerechtigkeit findet man im 1984 von der Solidargemeinschaft Lehrer und Erzieher Südbaden (SOLE) aufgebauten und 1987 von der Pädagogischen Hochschule Freiburg übernommenen Modell, bei dem hoch qualifizierte, dennoch arbeitslose Jungakademiker als zusätzliche Dozenten für das Seniorenstudium eine Anstellung fanden.

Da ein reguläres Studium viel Zeit in Anspruch nimmt und eine entsprechende Hochschulzugangsberechtigung voraussetzt, nutzen die meisten Senioren das Gasthörer-Studium, das in den Hochschulalltag integriert und damit in das reguläre Lehrprogramm für ordentliche Studierende eingebunden ist. Die Generation 60plus macht fast jeden Zweiten der ungefähr 40.000 Gasthörer an deutschen Universitäten aus. Das Statistische Bundesamt meldete, dass sich dieser Anteil seit 1997 beinahe verdoppelt hat.

Ein Gasthörer- bzw. Seniorenstudium ist nicht auf Prüfungen oder Abschlüsse ausgerichtet und Studierende können ihre Fächer selbst zusammenstellen (Studium generale). Die Studiengebühren betragen je nach Hochschule und teilweise Anzahl der Wochenstunden zwischen ca. 40 und 240 Euro pro Semester. Ein Semesterticket oder Ermäßigungen in der Mensa gibt es dafür nicht.

Die Aufnahme eines regulären Studiums in zulassungsbeschränkten Fächern im Alter ist nur beschränkt möglich, da jüngere Studenten den Vorrang haben. Die Teilnahme am Vergabeverfahren für Studienplätze ist im zentralen Verfahren der Stiftung für Hochschulzulassung bzw. den Vergabeverordnungen einzelner Bundesländer ausgeschlossen oder stark eingeschränkt. „Wer bei der Bewerbung (...) das 55. Lebensjahr vollendet hat, wird am Vergabeverfahren nur beteiligt, wenn für das beabsichtigte Studium unter Berücksichtigung der persönlichen Situation der Bewerberin oder des Bewerbers schwerwiegende wissenschaftliche oder berufliche Gründe sprechen.[1] (gleichlautender § der Vergabeverordnungen u. a. in Bayern, Hessen, NRW, Rheinland-Pfalz, Sachsen). Diese Beschränkungen können nur für das erste Fachsemester oder sogar auch für konsekutive Aufbaustudiengänge (Master u. a. NRW, auch als Vorbereitung für Promotionen) gelten. In zulassungsfreien Studiengängen sowie für ein Promotionsstudium ist dagegen in jedem Falle ein Zugang möglich.

Seit 2006 gibt es die erste deutsche Senioren-Universität in Horn-Bad Meinberg in Nordrhein-Westfalen, das Europäische Zentrum für universitäre Studien (EZUS).[2]

Auch in Österreich gibt es die Möglichkeit, im Alter zu studieren. Für das reguläre Bachelorstudium gibt es keine Einschränkungen mit Ausnahme der harten NC-Fächer. Daneben werden Weiterbildungsstudiengänge angeboten. Als außerordentlich Studierender kann ein Studium generale oder einzelne Fächer studiert werden, das Matura ist dafür nicht nötig, Prüfungsleistungen können erbracht werden. Die Universität Salzburg bietet ein „Studium 55plus“ auf dieser Basis an, der ÖH-Beitrag (regulär 383 €) ist hier auf ca. 200 € pro Semester reduziert. Ähnlich gibt es an der Universität Klagenfurt ein „Seniorstudium Liberale“ das ausgesuchte Lehrveranstaltengen und auch Prüfungen beinhaltet (Kosten ÖH-Beitrag plus 100 € pro Semester). Die Gebühren für Senioren- bzw. Weiterbildungsstudien sind sehr unterschiedlich. Für ein reguläres Bachelor oder Master – nicht Zweitstudium – sind innerhalb der Mindeststudienzeit plus 2 Semester nur geringe Semestergebühren zu zahlen.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Günther Böhme: Zur Theorie einer Universität des 3. Lebensalters. Forschung als Herausforderung (Teil I). In: Kritische Vierteljahresschrift für Gesetzgebung und Rechtswissenschaft (KritV). 87. Jg., 2004, ISSN 0179-2830, S. 219–232.
  • Silvia Dabo-Cruz: Beispiele aus der Praxis der Universität des 3. Lebensalters. Forschung als Herausforderung (Teil II). In: Kritische Vierteljahresschrift für Gesetzgebung und Rechtswissenschaft (KritV). 87. Jg., 2004, S. 226–232.
  • Willy Potthoff / Antonius Wolf: Das Seniorenstudium an der PH Freiburg, in: PH-FR 1991/1, Freiburg

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Seniorenstudium – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. https://recht.nrw.de/lmi/owa/br_text_anzeigen?v_id=10000000000000000420 |Vergabeverordnung Studienplätze NRW § 4 Absatz 2
  2. EZUS – Hintergrund. Europäisches Zentrum für universitäre Studien, abgerufen am 1. August 2018.