Seppenrade

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Seppenrade
Wappen der ehemaligen Gemeinde Seppenrade
Koordinaten: 51° 45′ 44″ N, 7° 23′ 44″ O
Höhe: 110 m ü. NN
Fläche: 61,7 km²
Einwohner: 6483 (31. Dez. 2010)
Bevölkerungsdichte: 105 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Januar 1975
Postleitzahl: 59348
Vorwahl: 02591
Seppenrade (Nordrhein-Westfalen)
Seppenrade

Lage von Seppenrade in Nordrhein-Westfalen

Seppenrade ist ein Stadtteil von Lüdinghausen im münsterländischen Kreis Coesfeld. Bekannt wurde der Ort durch den Fund des bisher größten Ammoniten der Welt, der sich heute in Münster befindet. Seit 1972 ist Seppenrade das dritte Rosendorf Deutschlands.

Bauerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zu Seppenrade gehören die Bauerschaften Dorfbauerschaft, Emkum, Leversum, Ondrup, Reckelsum und Tetekum.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Frühchristliche Grabstelle an der Pfarrkirche von Seppenrade
Der Abguss des größten bekannten Ammoniten

Der Ortskern von Seppenrade ist nachweislich seit dem 9. Jahrhundert besiedelt, die erste urkundliche Erwähnung der „Pfarre Sepperothe“ stammt aus dem Jahr 1184. Die Kirche St. Dionysius, die in ihrer heutigen Gestalt in den Jahren 1882–1885 durch August Hanemann erbaut wurde, steht heute unter Denkmalschutz. Aus den früheren Kirchenbauten sind unter anderem noch das Paulusrelief aus dem 15. Jahrhundert, das Grabmal von Pastor Heinrich Schahausz, der sich der Fürsorge um die Pest­kranken widmete und im Jahr 1527 in der Stever ertrank, sowie der aus dem Jahr 1635 stammende Taufstein erhalten.

Das Fossil des 1895 in einem Steinbruch auf dem Gebiet der Bauerschaft Leversum gefundenen Ammoniten hat einen Durchmesser von 174 cm, ist 40 cm dick und wiegt über 3,5 Tonnen.[1] Ebenso wie ein 1877 gefundener, kleinerer Ammonit wird er heute im LWL-Museum für Naturkunde in Münster aufbewahrt, während im Seppenrader Ortsmittelpunkt ein Abguss zu sehen ist. Die Art wurde nach ihrem Erstfundort als Parapuzosia seppenradensis benannt.

Am 1. Januar 1975 wurde Seppenrade in die Stadt Lüdinghausen eingegliedert.[2]

Der Seppenrader Rosengarten wurde in den 1970er-Jahren auf dem Gelände einer stillgelegten Müllhalde angelegt. Heute umfasst das Gelände 18.753 m² Fläche und zeigt über 700 Rosensorten mit mehr als 30.000 Exemplaren. Die Pflege der Anlage wird immer noch von Freiwilligen, den Rosenmännern und Rosenfrauen, gewährleistet.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blasonierung: „In Rot ein goldener Ammonit.“

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Liane Schmitz: „800-2000 – Zur Geschichte von Lüdinghausen und Seppenrade“. Lüdinghausen 2000. ISBN 3-00-006847-3
  • Uwe Lobbedey: „St. Dionysius in Seppenrade“. Westfälische Kunststätten. Hrsg.: Westfälischen Heimatbund. Heft 52. Münster 1988. ISSN 0930-3952

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Seppenrade – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Landschaftsverband Westfalen-Lippe, Pressemitteilung vom 17. Januar 2006
  2. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. Kohlhammer, Stuttgart 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 314.