Sierra Madre de Chiapas

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Sierra Madre beim guatemaltekischen Quetzaltenango-Tal
Sierra Madre in Guatemala

Im engeren Sinne wird als Sierra Madre de Chiapas (auch: Sierra Madre de Soconusco) ein etwa 300 km langer Gebirgszug im Bundesstaat Chiapas im Südosten Mexikos bezeichnet. Er schließt sich östlich an den Isthmus von Tehuantepec an und verläuft bis zur Grenze von Guatemala.

Im weiteren Sinne wird der gesamte, sich nach Südosten fortsetzende, über 1100 km ausgedehnte[1] Hochlandblock über die Länder Guatemala, Belize, El Salvador, Honduras und Nicaragua bis zum Cocibolca-See zur Sierra Madre de Chiapas gerechnet. Außerhalb Mexikos wird häufig nur die allgemeine Bezeichnung Sierra Madre („Mutter-Gebirgskette“) verwendet oder die Namen der regionalen Gebirgsketten.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Sierra Madre de Chiapas ist ein Teil der vulkanisch geprägten Bergketten (Kordilleren) im Westen des amerikanischen Doppelkontinents und erreicht Höhen von über 3000 m, stellenweise sogar von über 4000 m (Vulkane Tacaná und Tajumulco). Das Gebirge trennt die Einzugsgebiete des Río Mezcalapa, einem Nebenfluss des in die Bahía de Campeche mündenden Río Grijalva, von denen der in den Pazifischen Ozean mündenden Küstenflüsse (Río Suchiate u. a.), deren Länge 50 km kaum überschreitet.

Die Sierra Madre südlich von Mexiko kann wie folgt untergliedert werden:[2]

Vulkan Santa María bei Almolonga (Guatemala)

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Bevölkerung der Sierra Madre de Chiapas besteht aus verschiedenen Maya-Stämmen, von denen die Quiché und die Mam die zahlreichsten und bedeutendsten sind (siehe auch Maya-Sprachen).

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Um 1400 kam das Gebiet unter aztekische Kontrolle; aus dieser Zeit stammen auch die vielen Landschaftsbezeichnungen und Ortsnamen in der Nahuatl-Sprache. In den Jahren 1523/4 wurde das Gebiet von den spanischen Conquistadoren unter der Führung Pedro de Alvarados erobert.

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Beliebte Handelsartikel in der vorkolonialen Zeit waren Kakao, Vogelfedern und echte Baumwolle (Kapok). Heute wird in Höhenlagen bis etwa 1000 Meter Kaffee angebaut.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Abgesehen von vielen landschaftlichen Schönheiten und einer vielfältigen Fauna und Flora bietet die Sierra Madre de Chiapas mit der archäologischen Zone von Izapa einen der wichtigsten präkolumbischen Fundorte im südlichen Mexiko. Im Hochland von Guatemala sind die späten Maya-Stätten Iximché, Q'umarkaj und Mixco Viejo zu erwähnen.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Sierra Madre de Chiapas – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. maximale Ausdehnung nach Vermessung über die GoogleMaps-Karte: Die größten Gebirge der Erde
  2. Mountain Ranges von Global Mountain Biodiversity Assessment und Map of Life, Map Data 2020, abgerufen am 25. Juni 2021; basierend auf Christian Körner, Jens Paulsen und Eva M. Spehn: A definition of mountains and their bioclimatic belts for global comparisons of biodiversity data, in Alpine Botany 121, DOI: 10.1007/s00035-011-0094-4, S. 73–78.

Koordinaten: 15° 2′ N, 91° 54′ W