Simplon (Métro Paris)

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Metro-M.svg Simplon
Paris - métro Simplon.JPG
Tarifzone 1
Linie(n) 04Paris m 4 jms.svg
Ort Paris XVIII
Eröffnung 14. Mai 1908
Die Station vor der Renovierung, 2003
Durch ein gelbes „M“ gekennzeichneter Zugang

Der U-Bahnhof Simplon ist eine unterirdische Station der Linie 4 der Pariser Métro.

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Station befindet sich im Quartier de Clignancourt des 18. Arrondissements von Paris. Sie liegt längs unter dem Boulevard Ornano südlich der diesen kreuzenden Rue du Simplon.

Name[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Name leitet sich von der Rue du Simplon ab. Jene ist wiederum nach dem 2.009 m hohen Simplonpass in den Walliser Alpen benannt, wo Napoleon eine Militärstraße bauen ließ, die 1807 eröffnet wurde.[1]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der erste Abschnitt der Linie 4 von Porte de Clignancourt bis Châtelet wurde am 21. April 1908 von der Compagnie du chemin de fer métropolitain de Paris (CMP) eröffnet.[2] Die Station Simplon wurde nachträglich am 14. Mai 1908 in Betrieb genommen, bis dahin fuhren die Züge ohne zu halten durch.

In der Nacht vom 20. auf den 21. April 1944 wurde die Station von Bomben der Alliierten getroffen, die dem nahen Eisenbahnbetriebswerk Dépôt de La Chapelle galten. Dies führte zum Einsturz des Deckengewölbes.[3]

Am 6. August 2005 wurde in der Station eine Rauchentwicklung unter dem letzten Wagen eines in Richtung Porte de Clignancourt eingefahrenen MP-59-Zugs entdeckt. Das Feuer breitete sich rasch aus und erfasste auch den auf dem Gegengleis stehenden Zug. Die Feuerwehr brauchte mehr als eine Stunde, um den Brand einzudämmen, 19 Personen erlitten eine leichte Rauchvergiftung. Die Station wurde nach Renovierungsarbeiten erst im Februar 2006 wiedereröffnet.

Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die ursprünglich 75 m lange Station wurde Mitte der 1960er Jahre auf 90 m verlängert[4] und für den Betrieb mit gummibereiften Zügen umgerüstet. Sie liegt unter einem elliptischen, weiß gefliesten Gewölbe, dessen Seitenwände der Krümmung der Ellipse folgen.[Anm. 1] Die beiden Streckengleise werden von zwei Seitenbahnsteigen flankiert.

Zwei Zugänge, von denen der östliche durch einen Mast markiert ist, der gelbes „M“ in einem Doppelkreis trägt, liegen beiderseits des Boulevard Ornano in Höhe der einmündenden Rue Joseph Dijon. Dazu existiert ein weiterer Ausgang mit einer Rolltreppe.

Fahrzeuge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Fahrzeuge der Linie 4 laufen auf mit Stickstoff gefüllten Gummireifen, die auf Fahrbalken rollen. Sechs-Wagen-Züge der Baureihe MP 59 ersetzten in den Jahren 1966 bis 1967 die Fünf-Wagen-Züge der auf Schienen verkehrenden Bauart Sprague-Thomson.[2] Aktuell verkehrt auf der Linie 4 die Baureihe MP 89 CC.[Anm. 2]

Anmerkungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Die Seitenwände der von der konkurrierenden Gesellschaft Nord-Sud errichteten Stationen verlaufen geradlinig vertikal
  2. CC bedeutet „Conduite Conducteur“ (fahrergesteuert), im Gegensatz zum fahrerlosen Typ MP 89 CA

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Gérard Roland: Stations de métro. D’Abbesses à Wagram. Paris 2003, ISBN 2-86253-307-6.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Gérard Roland: Stations de métro d'Abbesses à Wagram. Christine Bonneton, Clermont-Ferrand 2011, ISBN 978-2-86253-382-7, S. 200.
  2. a b Jean Tricoire: Un siècle de métro en 14 lignes. De Bienvenüe à Météor. 2. Auflage. La Vie du Rail, Paris 2000, ISBN 2-902808-87-9, S. 183 f.
  3. Julian Pepinster: Le métro de Paris. Éditions La Vie du Rail, Paris 2010, ISBN 978-2-918758-12-9, S. 226 f.
  4. Brian Hardy: Paris Metro Handbook. 3. Auflage. Capital Transport Publishing, Harrow Weald 1999, ISBN 1-85414-212-7, S. 36.
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Koordinaten: 48° 53′ 36″ N, 2° 20′ 54″ O