Slaughter (US-amerikanische Band)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Slaughter
Allgemeine Informationen
Genre(s) Hard Rock
Gründung 1989
Website http://www.slaughterweb.com/
Aktuelle Besetzung
Mark Slaughter (seit 1989)
Jeff Blando (seit 1998)
Dana Strum (seit 1989)
Blas Elias (seit 1989)
Ehemalige Mitglieder
Gitarre
Timothy Kelly (1989–1998, † 5. Februar 1998)

Slaughter ist eine US-amerikanische Hard-Rock-Band aus Las Vegas, Nevada. Die Band hatte zu Beginn der 1990er Jahre einige Hitsingles in Amerika und avancierte mit ihren ersten beiden Alben zu einer der letzten erfolgreichen Hair-Metal-Bands, bevor die Grunge-Welle die Rocklandschaft nachhaltig veränderte.

Geschichte[Bearbeiten]

Slaughter geht 1989 aus der Gruppe Vinnie Vincent Invasion, der Band des ehemaligen Kiss-Gitarristen, hervor: Dana Strum war Gründungsmitglied der Band gewesen, Mark Slaughter stieß unmittelbar nach der Veröffentlichung des Debütalbums zur Gruppe. Bereits während der Aufnahmen zum zweiten Album All Systems Go 1988 wird auf Drängen der Plattenfirma (Chrysalis Records) das Image der Gruppe korrigiert: Mark Slaughter soll statt des Bandgründers Vinnie Vincent zukünftig die Interviews führen, die Aufmerksamkeit wird zugunsten eines Band-Images von Vinnie Vincent weggeführt.[1] Nach der Tournee zum zweiten Album löst sich die Band am 26. August 1988 auf; Vincent verliert 1989 seinen Plattenvertrag.[2]

Slaughter und Strum gründen ihre eigene Band und holen den Gitarristen Timothy Kelly und Schlagzeuger Blas Elias zur Gruppe, die ihren Plattenvertrag ebenfalls bei Chrysalis erhält. Die Danksagungen in den Produktionsnotizen deuten auf eine frühzeitige Unterstützung seitens der Plattenfirma zur Bandgründung hin: Die Gruppe bedankt sich für „drei Jahre Unterstützung“ bei Chrysalis Records.[3]

Das 1990 veröffentlichte Debütalbum Stick It to Ya wird aus dem Stand zu einem Erfolg für die Band. Slaughter touren als Support für Kiss auf ihrer US-Tour, eine Europatour als Support für Cinderella wird wegen des Irak-Krieges abgesagt. Die Singles Up All Night und Fly to the Angels platzieren sich in den Top 40 der US-Charts und Slaughter schaffen es mit acht Videos auf Platz 1 der MTV-Charts. Stick It to Ya wird mit Doppel-Platin ausgezeichnet. Aufgrund des Erfolges veröffentlicht die Plattenfirma ein Mini-Live-Album namens Stick It to Ya Live, welches fünf Songs enthält.

Das zweite Album The Wild Life erscheint 1992 und landet auf Platz acht der Billboard-Charts. Slaughter touren mit Ozzy Osbourne durch die USA, doch der Grunge-Boom verändert die Musiklandschaft praktisch über Nacht. So spielt MTV die Videos der Band nicht mehr und das zweite Album verkauft sich dadurch nicht so gut wie das Debüt. Trotzdem tourt die Band in den folgenden Jahren stoisch weiter.

Das 1995 veröffentlichte Album Fear No Evil kann nicht mehr an den Erfolg der alten Tage anknüpfen und kam nur noch gerade so eben in die Billboard 200. Revolution (1997) präsentiert die Band in einem 1960er Psychedelic-Anstrich und erkundet neue musikalische Pfade. Auch dieses Album floppt. Am 5. Februar 1998 stirbt Gitarrist Tim Kelly bei einem Verkehrsunfall, als er mit einem ausscherenden Lastwagen kollidiert.

Die Band befindet sich zu dieser Zeit gerade im Studio, um am nächsten Album Back to Reality zu arbeiten. Die Aufnahmen werden mit dem Aushilfsgitarristen Jeff Blando fertiggestellt. Ende 1998 absolvieren Slaughter zusammen mit Firehouse, Warrant und Quiet Riot die Rock Never Stops Tournee durch die USA. Das Album erscheint 1999.

2001 sind Slaughter erneut auf Tournee und spielen mit Vince Neil, Vixen und Ratt die Voices-of-Metal-Tour. Erneut spielt Jeff Blando Gitarre. Im selben Jahr steht Schlagzeuger Blas Elias für den Hollywood-Film Rock Star (mit Mark Wahlberg und Jennifer Aniston) vor der Kamera, in dem er den Drummer der fiktiven Band Blood Pollution spielt. Slaughter bekommen 2001 mehr Airplay als in den kompletten fünf Jahren zuvor. Im selben Jahr spielen sie mit Whitesnake, Warrant und Winger erneut auf der Rock-Never-Stops-Tour. Im Jahr 2004 absolviert die Band eine weitere US-Tour.

Diskografie[Bearbeiten]

Chartplatzierungen
Erklärung der Daten
Alben[5]
Stick It to Ya
  CH 32 10.02.1991 (2 Wo.)
  DE 58 18.02.1991 (5 Wo.)
  US 18 17.02.1990 (85 Wo.) [4]
Stick It Live
  US 123 24.11.1990 (20 Wo.) [4]
The Wild Life
  CH 37 17.05.1992 (3 Wo.)
  UK 64 23.05.1992 (1 Wo.)
  US 8 09.05.1992 (23 Wo.) [4]
Fear No Evil
  US 182 20.05.1995 (1 Wo.) [4]
Singles[5]
Up All Night
  UK 62 29.09.1990 (1 Wo.)
  US 27 28.04.1990 (14 Wo.)
Fly to the Angels
  UK 55 02.02.1991 (1 Wo.)
  US 19 18.08.1990 (18 Wo.)
Spend My Life
  US 39 22.12.1990 (13 Wo.)
Real Love
  US 69 22.08.1992 (8 Wo.)
[4]

Studioalben[Bearbeiten]

Livealben und Kompilationen[Bearbeiten]

  • 1991: Stick It to Ya Live (Live)
  • 1995: Mass Slaughter (Best of)
  • 1998: Eternal Live (Live)
  • 2002: Then and Now (Kompilation)

Singles und EPs[Bearbeiten]

  • 1990: Spend My Life
  • 1990: Up All Night
  • 1990: Fly to the Angels
  • 1992: Real Love
  • 1996: Hard Times (EP)
  • 1997: American Pie

Literatur[Bearbeiten]

  •  Stratmann, Holger (Hrsg.): RockHard Enzyklopädie. 700 der interessantesten Rockbands aus den letzten 30 Jahren. Rock Hard Verlag, Dortmund 1998, ISBN 3-9805171-0-1, S. 379f.

Weblinks[Bearbeiten]

Anmerkungen[Bearbeiten]

  1. Julian Gill: The Kiss Album Focus. Volume 2: (1983-96) Hell or High Water. S. 61–87.
  2. Dale Sherman: Black Diamond - The Unauthorized Biography of KISS. CG Publishing, 1997, ISBN 1-896522-35-1.
  3. Booklet zu Stick It to Ya
  4. a b c d e US-Alben: Joel Whitburn: The Billboard Albums. 6th Edition. Record Research, 2006, ISBN 0-89820-166-7.
  5. a b Quellen Chartplatzierungen: DE / CH / UK (Top 75) / US, abgerufen am 6. März 2012.