Solang der alte Peter

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Solang der alte Peter, Postkarte (um 1910)

Das Volkslied Solang der alte Peter ist bekannt als „Stadthymne“ Münchens.

Entstehung und Rezeption[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Melodie komponierte der Wiener Volkssänger Wilhelm Wiesberg auf den Text „Der Himmel voller Sterne“.[1] Carl Lorens, ein anderer Wiener Volkssänger, verfasste auf die Melodie den Text „Solang der alte Steffel am Stephansplatz noch steht“.[1] Der Text bezog sich bei Lorens auf die Domkirche St. Stephan zu Wien. Die heute gesungene Audio-Datei / Hörbeispiel Melodie?/i unterscheidet sich allerdings wesentlich von Lorens’ Wiener Singweise: von 40 Takten stimmen nur 24 mit dem Original überein; der Ursprung der „Münchener“ Melodiefassung ist ungeklärt.[2] Der Münchner Volkssänger Michl Huber[3] dichtete um 1880 den Text des Wiener Lieds auf Münchner Verhältnisse um, wobei er den Wiener „Steffel“ durch den Münchner „Alten Peter“ ersetzte.[4]

Am 13. Januar 1948 wurden die ersten Takte des Liedes zum Pausenzeichen des Bayerischen Rundfunks, wobei der Ton für die letzte Silbe „-ter“ fehlte, um auf die im Krieg zerstörte gleichnamige Kirche Sankt Peter hinzuweisen. Nach dem Wiederaufbau der Kirche versammelte sich am 28. Oktober 1951 die Münchner Bevölkerung auf dem Marienplatz und stimmte gemeinsam das Lied an. Seit diesem Tag spielt der Bayerische Rundfunk sein Pausenzeichen vollständig inklusive des Tones für die letzte Silbe.[5]

Seit 1971 ist außerdem eine Version dieses Pausenzeichens das Jingle für die Verkehrsfunkdurchsagen auf Bayern 3.[1]

Die Tonfolge der ersten Zeile des Liedes wird in dem Refrain des 1935 von Wilhelm „Wiga“ Gabriel komponierten Hofbräuhaus-Liedes wieder aufgegriffen.

Text[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Solang der alte Peter
am Petersbergerl steht,
solang die grüne Isar
durchs Münchner Stadterl geht.
Solang da drunt am Platzl
noch steht das Hofbräuhaus,
so lang stirbt die Gemütlichkeit
in München niemals aus,
so lang stirbt die Gemütlichkeit
in München niemals aus.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Eva Becher, Wolfgang A. Mayer (Hrsg.): Münchner Liederbuch. So lang der Alte Peter am Petersbergl steht. Noten und Lieder (= Jochen Wiegandts Liedertafel. 4). Dölling und Galitz, München 2008, ISBN 978-3-937904-23-8, S. 396 f.
  • Claudia Preis: Volkssängerei in München 1870–1930. Zur Produktion von Unterhaltungskultur in der Stadt. Dissertation, LMU München 2010 (online; PDF; 849 KB; zu dem Münchner Volkssänger Michl Huber).
  • Claudia Preis: „Münchner Volksleben in Lied und Wort.“ Volkssänger-Unterhaltung in München. In: Johannes Moser, Eva Becher (Hrsg.): München-Sound: urbane Volkskultur und populäre Musik (= Münchner ethnographische Schriften, Band 11). Herbert Utz Verlag, München 2011, ISBN 978-3-8316-4035-5, S. 71–78, hier S. 72 f. (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c Ulli Wenger: Vom Alten Peter zum schnellen Sigi. Bayerischer Rundfunk, 24. Juli 2014, abgerufen am 16. September 2014
  2. Eva Becher, Wolfgang A. Mayer (Hrsg.): Münchner Liederbuch. So lang der Alte Peter am Petersbergl steht. Noten und Lieder (= Jochen Wiegandts Liedertafel. 4). Dölling und Galitz, München 2008, ISBN 978-3-937904-23-8, S. 396 f.
  3. Huber, Michl im Bayerischen Musiker-Lexikon Online (BMLO)Vorlage:BMLO/Wartung/Verwendung von Parameter 2
  4. Volker D. Laturell: Herkunft und Geschichte des Münchner Couplets. In: Sänger- und Musikantenzeitung, 1991, S. 301–311.
  5. SWR2 Wissen:Tonspuren – eine deutsche Rundfunkgeschichte (3) Tondokument ab Timecode 00:26:28