Soldatensender Belgrad

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Privataufnahme

Der Soldatensender Belgrad, auch Radio Belgrad genannt, war im Zweiten Weltkrieg ein deutscher Soldatensender in Belgrad.

Das Auswärtige Amt erwarb im Mai 1941 den Mittelwellensender Belgrad; betrieben wurde er dann von der Wehrmacht. Mit Sendern in Saloniki und Athen wurde er im April 1942 zur Wehrmachtsendergruppe Südost zusammengeschlossen.[1] Leiter war Leutnant Karl-Heinz Reintgen; das musikalische Programm verantwortete zwischen 1942 und 1944 Friedrich Meyer. Ein weiterer Mitarbeiter war der Journalist Gerhard Eckert. Schallplatten wurden vom Reichssender Wien zur Verfügung gestellt.

Der Sender war von Narvik bis Nordafrika zu empfangen und hatte bis zu 6 Millionen Zuhörer auf beiden Seiten der Fronten. Er sendete auf der Wellenlänge 437,3 m, was einer Mittelwellenfrequenz von 686 kHz entspricht.[2] Die Leistung soll 20 kW betragen haben.

In die Geschichte eingegangen ist der Soldatensender Belgrad durch das Lied Lili Marleen, das Radio Belgrad seit 1941 allabendlich kurz vor zehn Uhr abends ausstrahlte und zu seiner Erkennungsmelodie machte.

Seine letzten Sendungen erfolgten vor dem Einmarsch der Roten Armee aus Bad Sauerbrunn aus der Hartigvilla.[3] Die Technik wurde später vom RIAS verwendet.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Willi A. Boelcke: Die Macht des Radios: Weltpolitik und Auslandsrundfunk 1924–1976. Verlag Ullstein, Frankfurt/M. 1977, S. 225–239, S. 249
  2. Thomas Riegler: Meilensteine des Rundfunks - Daten und Fakten zur Entwicklung des Radios und Fernsehens. Siebel-Verlag, Meckenheim 2006, S. 50.
  3. Bad Sauerbrunn

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]