Solmaz Khorsand

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Solmaz Khorsand
Solmaz Khorsand (2020)

Solmaz Khorsand (* 1985 in Wien) ist eine österreichische Journalistin und Autorin.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geboren und aufgewachsen in Wien als Tochter zweier Exiliraner, absolvierte sie ein Journalismus-Studium an der Fachhochschule für Journalismus und Medienmanagement in Wien und der Dublin City University, Masterstudium an der Johns Hopkins University in den Fächern Internationale Beziehungen und Wirtschaft in Bologna und Washington D.C. Sie arbeitete als Redakteurin u. a. für das Monatsmagazin Datum,[1] derstandard.at,[2] die Österreichseiten der Hamburger Wochenzeitung Die Zeit[3] und die Wiener Zeitung.[4] Zu ihrer Arbeit zählen insbesondere Reportagen, Essays und Analysen. 2009 berichtete sie über die Präsidentschaftswahlen im Iran und die anschließenden Proteste als eine der wenigen westlichen Journalisten im Land von der Lage vor Ort (u. a. für die Zeit[5], die Presse[6] und Falter[7]). 2010 reiste sie nach Afghanistan und schrieb über den Alltag im Krieg für den Standard im Blog „Kabul, mon amour.“[8] Im Jahr darauf berichtete sie ebenfalls für den Standard, aus den USA in der Kolumne „Viennese Fruitcake“.[9] Seit 2018 schreibt sie für das Schweizer Magazin Republik.[10] Für die Europawahlen 2019 konzipierte sie die Artikel-Serie „Café Europa“[11], im Jahr darauf kam ihre dreiteilige Serie „Homemade in Germany“[12] zu Rechtsextremismus in Deutschland heraus, wo Khorsand unter anderem Thüringens Verfassungsschutzchef Stephan Kramer porträtierte.[13][14] Ihre Hommage „O du perfektes Zürich, wie sehr ich dich verachte“[3] an ihre kurzzeitige Wahlheimatstadt Zürich in Die Zeit sorgte in der Schweiz für zahlreiche Repliken.[15][16][17]

Seit November 2020 hostet sie einmal im Monat eine Episode des Polit-Podcasts „Ganz offen gesagt.“[18] 2017 schrieb sie als erste Frau in der über 300-jährigen Geschichte der Wiener Zeitung den Leitartikel mit dem Titel „Ab in die erste Reihe“.[19] Khorsand hat in ihrer Arbeit neben außenpolitischen und gesellschaftlichen Themen insbesondere die Politik und Mentalität in Österreich im Fokus.[10] „Alles, was Rang und Namen hat oder gerne hätte, tanzt hier an. Präsidenten, Ministerinnen, Chefredakteure, Großindustrielle, Generäle. Und ihre Entourage. Keiner lässt sich das alljährliche Schaulaufen nehmen. Die Profis geben den Takt an, die Anfänger stolpern nach. Am Ende tanzen sie alle den Walzer unter Freunden oder, wie man hier sagt, den Walzer der Verhaberung“, schreibt sie in ihrem Essay „Die vorletzten Tage der Menschheit“ über das österreichische Elitetreffen im Tiroler Bergdorf Alpbach.[20]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 2017 wurde sie für den Essay „Die iranische Verwandlung“ bei den Österreichischen Journalismustagen ausgezeichnet.[21][22]
  • 2018 bekam sie den Wiener Journalistinnenpreis.[23] Die Jury begründete ihre Entscheidung mit den Worten: „Solmaz Khorsand hat stets eine klare Haltung: an den Menschenrechten orientiert, feministisch und für Chancengleichheit – egal, ob zwischen Männern und Frauen oder zwischen Mehrheitsbevölkerung und Minderheiten. Ihre Visitenkarte sind ihre Geschichten, sie selbst bleibt im Hintergrund. Es geht ihr um die journalistische Sache, nicht um Selbstinszenierung. Und das, obwohl sie selbst Geschichte geschrieben hat. Sie war die erste Frau, die in der Wiener Zeitung nach 314 Jahren den Leitartikel verfasst hat.“[23]

Publikationen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Pathos. Kremayr & Scheriau, Wien 2021, ISBN 978-3-218-01256-0.[24]
  • „Politischer Islam mit schiitischem Hintergrund“, gemeinsam mit Thomas Schmidinger, in: Larise, Dunja und Schmidinger, Thomas (Hg.): Zwischen Gottesstaat und Demokratie. Handbuch des politischen Islam, Wien: Deuticke 2008, S. 224–236, ISBN 9783552060838.
  • „The Ampatuans: The Role of Powerful Clans in the Perpetuation of Conflict in Mindanao“, in: Dr. P. Terrence Hopmann and Dr. I. William Zartman (Hg.): Mindanao – Understanding Conflict, SAIS, Johns Hopkins University 2011, S. 75–83.[25]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bluffen, auf datum.at
  2. Ankunft im Land der Unfälle, auf derstandard.at
  3. a b O du perfektes Zürich, wie sehr ich dich verachte, auf zeit.de
  4. Iranische Verwandlung, auf wienerzeitung.at
  5. In der Provinz regiert die Angst. In: Die Zeit. 24. Juni 2009, abgerufen am 15. Februar 2021.
  6. Iran macht Jagd auf kritische Journalisten. 3. Juli 2009, abgerufen am 15. Februar 2021.
  7. Liebe Leserin, lieber Leser! Abgerufen am 14. Februar 2021.
  8. Ankunft im Land der Unfälle - derStandard.at. Abgerufen am 14. Februar 2021 (österreichisches Deutsch).
  9. Supermacht, ich komme - derStandard.at. Abgerufen am 14. Februar 2021 (österreichisches Deutsch).
  10. a b Die (B)Österreicher, auf republik.ch
  11. Die Rettung vor der Gefühlsduselei, auf republik.ch
  12. Homemade in Germany. 4. Mai 2020, abgerufen am 20. Februar 2021.
  13. «Homemade in Germany», Folge 2: Nazis jagen. 5. Mai 2020, abgerufen am 20. Februar 2021.
  14. «Die stellen dich jetzt an die Wand», auf republik.ch
  15. Jean-Martin Büttner: Zürich als Attrappe. In: Tages-Anzeiger. ISSN 1422-9994 (tagesanzeiger.ch [abgerufen am 20. Februar 2021]).
  16. Doris Knecht: Wie eine Wienerin in Zürich fast heimisch wurde. 12. September 2019, abgerufen am 20. Februar 2021.
  17. Armin Morid: O du unperfektes Zürich, wie sehr ich dich achte. Abgerufen am 20. Februar 2021.
  18. Ganz offen gesagt, auf missing-link.media
  19. Ab in die erste Reihe, auf wienerzeitung.at
  20. Die vorletzten Tage der Menschheit, auf republik.ch
  21. Journalismustage: "Generation Haram" ist Story des Jahres, auf derstandard.at
  22. Die iranische Verwandlung, auf datum.at
  23. a b Solmaz Khorsand erhält begehrte Auszeichnung für Journalistinnen. Abgerufen am 15. Februar 2021.
  24. Pathos, auf kremayr-scheriau.at
  25. Understanding Conflict 2011 Conflict Management Program Student Field Trip to Mindanao, auf youthpeacenetwork.files.wordpress.com