Sophie-Charlotte-Oberschule

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Sophie-Charlotte-Gymnasium
Fürstin-Bismarck-Schule - Sophie-Charlotte-Schule, Sybelstr. 2-4 (Berlin-Charlottenburg).jpg
Schulform Gymnasium
Schulnummer 04Y03
Gründung 1857
Adresse

Sybelstraße 2–4

Ort Berlin-Charlottenburg
Land Berlin
Staat Deutschland
Koordinaten 52° 30′ 8″ N, 13° 18′ 45″ OKoordinaten: 52° 30′ 8″ N, 13° 18′ 45″ O
Träger Land Berlin
Schüler 891 (2016/2017)[1]
Lehrkräfte 71 + 16 Referendare (2016/2017)[1]
Leitung Christoph Schmerling
Website http://www.scgberlin.de

Das Sophie-Charlotte-Gymnasium ist ein bilinguales Gymnasium im Berliner Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf. Es zählt zu den ältesten Gymnasien Berlins. Namensträgerin ist die preußische Königin Sophie Charlotte von Hannover.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das damalige Fürstin-Bismarck-Lyceum wurde im Jahr 1857 als höhere Mädchenschule gegründet. Das heutige Gebäude in der Sybelstraße, mit einer repräsentativen Fassade von fast 90 Metern, war für 1200 Schülerinnen geplant und wurde vom Architekten Walther Spickendorff entworfen und 1913–16 erbaut. Für die damalige Zeit war die Schule modern ausgestattet mit naturwissenschaftlichen Räumen (mit Laborplätzen), einer Turnhalle und einer getäfelten Aula, in der auch eine Orgel stand. Ältere Schülerinnen durften den Dachgarten als Pausenaufenthaltsort benutzen. Der jüdische Direktor Dr. Robert Burg, der naturwissenschaftliche Fächer unterrichtete, unterschrieb 1919 die ersten Abiturientszeugnisse. Insgesamt führte er einen liberalen Erziehungsstil ein und setzte die Reformpläne des Preußischen Kultusministeriums erfolgreich um. Einige Lehrkräfte verstanden sich als "entschiedene Reformer". In Ferch am Schwielowsee erwarb die Schule ein beliebtes Schullandheim, das "Hütte RoBuLa" (Robert-Burg-Landschulheim) genannt wurde. 1939 wurden alle jüdischen Schülerinnen ausgewiesen und Burg emigrierte 1939 in die USA. Ab 1942 wurden die Schülerinnen wegen der anhaltenden Bombardements durch die erweiterte Kinderlandverschickung verteilt und das Gebäude wurde zum Lazarett umfunktioniert. Nach Kriegsende wurde die Schule umbenannt und hieß zwölf Jahre lang Ricarda-Huch-Schule. Im Jahr 1957 gingen die Ricarda-Huch-Schule, die Lietzensee-Schule und die städtische Sophie-Charlotten-Schule zu Charlottenburg in das Gymnasium über. Seit 2003 ist Christoph Schmerling Schulleiter des Gymnasiums.

Lehrangebot[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Oberschule ist ein vierzügiges Gymnasium ab Klasse 7. In der Regel werden vier bilinguale Klassen (ab Klasse 7) eingerichtet, davon sind zwei Klassen rein bilingual und zwei Klassen gemischt (Bilingualer-/ Regelzug). Im Schuljahr 2011/2012 wurden erstmals sechs 7. Klassen eingeschult, um der Größe des Jahrgangs gerecht zu werden. Schüler des Bilingualen-Zuges werden in den Fächern Geografie (ab Klasse 8), Biologie (Klasse 9) sowie Politikwissenschaften (Klasse 11) in Englisch unterrichtet. Seit der Gründung liegt der Fokus der Schule in den sprachlichen Fächern. In Klasse 7 kommt Französisch als zweite Fremdsprache hinzu. Ab Klasse 9 zusätzlich die Möglichkeit zu Latein und Spanisch.

Gedenken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bekannt ist das Gymnasium vor allem für seine Veranstaltungen zu Ehren ehemaliger jüdisch-stämmiger Schüler. Zu den bekanntesten gehören die Autorin Inge Deutschkron und die Komponistin Ursula Mamlok. Zum 150-jährigen Jubiläum wurde unter Anwesenheit berühmter Persönlichkeiten aus Politik und Kultur der Film eines Schülers (Verlorene Jugend) präsentiert. Seit August 2011 finden mehrfach politisch-gesellschaftliche Podiumsdiskussionen und Vortragsreihen, organisiert und durchgeführt durch den Schulsprecher und der Schülervertretung, statt.

Bekannte Absolventen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schulpartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Sophie-Charlotte-Gymnasium. In: berlin.de. Senatsverwaltung für Bildung, Wissenschaft und Forschung, 19. September 2008, abgerufen am 10. Februar 2016.