Spannschieber

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Soldat betätigt mit der rechten Hand den seitlichen Spannschieber eines Browning M2
T-förmiger Ladegriff hinten, unterhalb des Visiers beim M16A2 Rifle, der Knopf für die Schliesshilfe direkt darunter (im roten Kreis)
Mossberg .22 Halbautomat, Spannschieber direkt im Verschluss eingesetzt
M1 Carbine: Ladehebel seitlich am Verschluss angebracht
AK4: Abklappbarer Ladehebel vorne seitlich über dem Handschutz

Der Spannschieber (auch Spannhebel, Spanngriff, Ladehebel) ist der Teil einer automatischen Schusswaffe, mit dem der Verschluss vom Schützen zum Laden nach hinten gezogen wird, dabei wird auch der Zündmechanismus gespannt. Im Vorlauf des Verschlusses wird bei aufschiessenden Waffen die erste Patrone aus dem Magazin dem Patronenlager zugeführt, die Waffe ist schussbereit. Weitere Patronen lädt die Waffe nach jedem Schuss selbst nach. Pistolen System Browning haben keinen Spannschieber, der offen angebrachte Schlitten, Verschlussblock wird direkt betätigt.[1]

Bei früheren automatischen Gewehren des 20. Jahrhunderts war der Spannschieber in der Regel wie der Kammerstängel bei früheren Repetiergewehren am Verschluss abgebracht, beim Repetieren bewegt sich der Spannschieber zusammen mit dem Verschluss hin und her. Beispiele sind das M1 Garand, das M14, der Simonow SKS-45 oder die Kalaschnikow-Familie.

Später entwickelte Gewehre haben in der Regel einen Spannschieber, der sich beim Abschuss nicht mit dem Verschluss bewegt. Nach der Ladebewegung wird er durch eine Feder wieder in die vordere Stellung gebracht, wie beispielsweise beim HK G3 oder M16. Der Vorteil dieses Systems liegt darin, dass beim Repetiervorgang keine Verletzungen an der Hand des Schützen durch die Bewegung des Spannschiebers entstehen können, zudem kann er nicht an Hindernissen wie Türrahmen, persönlicher Ausrüstung etc. hängenbleiben und so den Nachladevorgang stören. Als Nachteil ist die aufwändigere Konstruktion zu sehen. Diese wird bei manchen Waffen (z. B. M16) durch eine zusätzliche Schließhilfe (Bolt Forward Assist) noch gesteigert. Insbesondere die an einem Griff hinter dem Verschluss herausgezogenen Spannschieber können durch die Hebelwirkung leichter gebogen und verdreht werden und so die Waffenfunktion negativ beeinträchtigen.

Der Vorteil eines direkt am Verschluss angebrachten Spannschiebers ist, dass er dazu verwendet werden kann, diesen zwangsweise zu schließen, wenn dies nicht unter Druck der Schließfeder geschieht. Dieses kann bei manchen Ladehemmungen unterstützend sein. Zudem gelten die direkt am Verschlussgehäuse angebrachten Spannschieber als stabiler.[2]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Spannschieber sind auch als Bauteil von Werkzeugen in der Metallbearbeitung bekannt.[3]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Günter Hoffmann: Soldatenhandbuch, Ausgabe 12, Wehr und Wissen Verlagsgesellschaft, 1962, Seiten, 89, 103, 106
  2. Steve Adelmann: Charging-Handle Placement: Does It Matter? 4. September 2019, in: shootingillustrated.com
  3. Stefan Hesse, Heinrich Krahn, Dieter Eh: Betriebsmittel Vorrichtung: Grundlagen und kommentierte Beispiele, Carl Hanser Verlag GmbH Co KG, 2012, ISBN 978-3-446-43138-6 Seiten, 68, 299