Spiritualized

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Spiritualized
Spiritualized08.jpg
Allgemeine Informationen
Herkunft Rugby, Warwickshire, England
Genre(s) Space Rock, Psychedelic Rock, Shoegazing, Art-Rock, Ambient
Gründung 1990
Gründungsmitglieder
Jason Pierce
Keyboard, Gesang
Kate Radley (bis 1997)
Mark Refoy (bis 1994)
Will Carruthers (bis 1992)
Jonny Mattock (bis 1994)
Aktuelle Besetzung
Gesang, Gitarre
Jason Pierce
Gitarre, Synthesizer
John Coxon (seit 1999)
Keyboard, Synthesizer
Tim Lewis (seit 1997)
Gitarre, Bass, Keyboard
Doggen (seit 1999)
Tom Edwards (seit 1999)
Ehemalige Mitglieder
Gitarre
Mike Mooney (1995–1999)
Bass
Sean Cook (1992–1999)
Bass
Martin Shallards (1999–2003)
Schlagzeug
Damon Reece (1995–1999)
Schlagzeug
Kev Bales (1999–2004)
Raymond Dickaty (1997–2003)

Spiritualized ist eine britische Rockband der 1990er-Jahre, die ursprünglich aus der Band Spacemen 3 hervorging. Mittlerweile hat sich die Band vielmehr als Soloprojekt von Jason Pierce etabliert, der für jedes Album andere Mitmusiker heranzieht. Musikalisch wird die Band den Stilrichtungen Space Rock, Shoegazing und Psychedelic Rock zugeordnet, wobei insbesondere die spirituellen Einflüsse entscheidend für den Klang der Band sind.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 1990 wurde Spiritualized von den ehemaligen Spacemen 3-Mitgliedern Jason Pierce alias J Spaceman (Gesang), Mark Refoy (Gitarre), Will Carruthers (Bass) und Jonny Mattock (Schlagzeug) gegründet. Nach dem medienwirksamen Konflikt mit Peter Kember, dem zweiten kreativen Kopf hinter Spacemen 3, veröffentlichte Pierce mit der Band auf eigene Faust ein Cover des The Troggs-Liedes "Anyway That You Want Me" unter dem Namen Spiritualized. Seine damalige Lebensgefährtin Kate Radley komplettierte als Keyboarderin und zweite Stimme schließlich die Besetzung.

Die beiden ersten Alben Lazer Guided Melodies (1992) und Pure Phase (1995) waren noch eindeutig von Shoegazing und Space-Rock-Attitüden geprägt. Bereits nach dem ersten Album verließen Carruthers, Refoy und Mattock die Band, woraufhin Pierce sich jeweils Ersatzmusiker suchte und für das zweite Album den Bandnamen auf "Spiritualized Electric Mainline" erweiterte. Kate Radley führte eine verdeckte Beziehung mit Richard Ashcroft und heiratete ihn schließlich 1995. So ließ sie Jason zwar zurück, blieb aber noch bis einschließlich der Aufnahmen für das dritte Album. Erst 1997 verließ sie offiziell und endgültig die Band.

Mit neuer Besetzung (Sean Cook – Bass, Mike Mooney – Gitarre, Damon Reece – Schlagzeug) nahm Pierce schließlich das erfolgreiche dritte Album Ladies and Gentlemen We Are Floating in Space auf. Geprägt vom Liebesverlust um die schöne Kate, gilt es als Meisterwerk aus Aggression und Melancholie. 1997 erreichte es Rang 4 der britischen Charts. Gospelchöre, Streicher- und Bläserorchester, der hypnotische Gesang von Jason Pierce und die ungewöhnliche Rhythmik verleihen dem Album das charakteristische Gewand aus Spiritualität, Soul und Psychedelia. Ihre größte Würdigung erhielt die Band, als sie 1997 schließlich in der Royal Albert Hall auftreten durfte. Jason Pierce sah den Bandnamen von nun an als Markenzeichen für einen bestimmten Musiktyp an, was seit dem dritten Album durch das "Registered Trademark"- Zeichen im Bandnamen symbolisiert wurde: Spiritualized®.

Dennoch warf Pierce 1999 das komplette Erfolgsteam aus der Band und begann im Alleingang mit den Aufnahmen zum vierten Album. Cook, Moony und Reece gründeten daraufhin die Band Lupine Howl. Mit seinem neu gegründeten Label "Spaceman" rückte schließlich die Bedeutung einer Gefolgsband zunehmend in den Hintergrund. Vielmehr nahm John Coxon (Spring Heel Jack) mit seinen Erfahrungen im Bereich der elektronischen Musik eine bedeutende Position beim Komponieren und Produzieren der Songs ein. Die beiden folgenden Veröffentlichungen von Spiritualized®, Let It Come Down (2001) und Amazing Grace (2003), waren nach wie vor im typischen Rockstil begleitet von Gospelchören und Orchestern. Zusätzlich erfuhren die Songs Einflüsse aus Elektropop und Country-Musik.

2005 ruhten die Aktivitäten der Band, da Jason Pierce an einer schweren Form der Lungenentzündung erkrankt war und zwei Wochen lang mit dem Tod rang. Unwissend bezüglich seines gesundheitlichen Zustandes hatte Pierce das Songwriting für das sechste Album bereits vor der Einlieferung ins Krankenhaus abgeschlossen. Zwischenzeitlich wurden 2006 in begrenzter Auflage J Spaceman Guitar Loops veröffentlicht. Dahinter verbargen sich Improvisationen von Jason Pierce mit John Coxon (dieser zählt zum aktuellen Line-Up der Band) und Ashley Wales, die im Rahmen der Proben für ein sechstes Album nach der Entlassung aus dem Krankenhaus entstanden. Die CD wird jedoch nicht als offizieller Release von Spiritualized® geführt. Der offizielle Nachfolger von Amazing Grace trägt den Titel Songs In A & E und ist 2008 erschienen.

Besetzung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Diskografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Studioalben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Titel Höchstplatzierung, Gesamtwochen, AuszeichnungChartplatzierungenChartplatzierungen[1][2]
(Jahr, Titel, Plat­zie­rungen, Wo­chen, Aus­zeich­nungen, Anmer­kungen)
Anmerkungen
DE DE AT AT CH CH UK UK US US
1992 Lazer Guided Melodies UK27
(2 Wo.)UK
1997 Ladies and Gentlemen We Are Floating in Space UK4
Gold
Gold

(24 Wo.)UK
2001 Let It Come Down UK3
Silber
Silber

(5 Wo.)UK
US133
(1 Wo.)US
2003 Amazing Grace UK25
(2 Wo.)UK
2008 Songs In A&E UK15
(2 Wo.)UK
US157
(1 Wo.)US
2012 Sweet Heart Sweet Light UK19
(2 Wo.)UK
US60
(2 Wo.)US
2018 And Nothing Hurt DE60
(1 Wo.)DE
AT53
(1 Wo.)AT
CH92
(1 Wo.)CH
UK11
(2 Wo.)UK

Weitere Studioalben

  • 1995: Pure Phase

Livealben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Titel Höchstplatzierung, Gesamtwochen, AuszeichnungChartsChartplatzierungen[1]
(Jahr, Titel, Plat­zie­rungen, Wo­chen, Aus­zeich­nungen, Anmer­kungen)
Anmerkungen
UK UK
1997 Live at the Royal Albert Hall October 10, 1997 UK38
(2 Wo.)UK

Weitere Livealben

  • 1993: Fucked Up Inside

Kompilationen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Titel Höchstplatzierung, Gesamtwochen, AuszeichnungChartsChartplatzierungen[1]
(Jahr, Titel, Plat­zie­rungen, Wo­chen, Aus­zeich­nungen, Anmer­kungen)
Anmerkungen
UK UK
2003 The Complete Works Vol. 1 UK81
(1 Wo.)UK

Weitere Kompilationen

  • 2004: The Complete Works Vol. 2
  • 2006: J Spaceman Guitar Loops

EPs[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Titel
Album
Höchstplatzierung, Gesamtwochen, AuszeichnungChartsChartplatzierungen[1]
(Jahr, Titel, Album, Plat­zie­rungen, Wo­chen, Aus­zeich­nungen, Anmer­kungen)
Anmerkungen
UK UK
1992 Medication UK55
(1 Wo.)UK
1993 Electric Mainline UK49
(1 Wo.)UK
1998 Abbey Road UK39
(2 Wo.)UK

Singles[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Titel
Album
Höchstplatzierung, Gesamtwochen, AuszeichnungChartsChartplatzierungen[1]
(Jahr, Titel, Album, Plat­zie­rungen, Wo­chen, Aus­zeich­nungen, Anmer­kungen)
Anmerkungen
UK UK
1990 Anyway That You Want Me
UK75
(3 Wo.)UK
1991 Run From Love
Lazer Guided Melodies
UK59
(1 Wo.)UK
1997 Electricity
Ladies and Gentlemen We Are Floating in Space
UK32
(2 Wo.)UK
I Think I’m In Love
Ladies and Gentlemen We Are Floating in Space
UK27
(2 Wo.)UK
2001 Stop Your Crying
Let It Come Down
UK18
(4 Wo.)UK
Out Of Sight
Let It Come Down
UK65
(1 Wo.)UK
2002 Do It All Over Again
Let It Come Down
UK31
(2 Wo.)UK
2003 She Kissed Me (It Felt Like A Hit)
Amazing Grace
UK38
(2 Wo.)UK
2008 Soul on Fire
Songs In A&E
UK80
(1 Wo.)UK

Weitere Singles

  • 1991: Feel So Sad
  • 1991: Smile/Sway
  • 1992: I Want You
  • 1995: Let It Flow
  • 1995: Lay Back In The Sun
  • 1997: Come Together
  • 2004: Cheapster

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d e Chartquellen: DE AT CH UK US
  2. Auszeichnungen für Musikverkäufe: UK

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]