Spitzbergen (Insel)

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Spitzbergen (Spitsbergen)
Das De Geerdalen an der Südküste des Isfjord
Das De Geerdalen an der Südküste des Isfjord
Gewässer Arktischer Ozean
Inselgruppe Svalbard
Geographische Lage 78° 11′ N, 16° 34′ OKoordinaten: 78° 11′ N, 16° 34′ O
Lage von Spitzbergen (Spitsbergen)
Fläche 37.673 km²
Höchste Erhebung Newtontoppen
1713 moh.
Einwohner 2654 (1. Januar 2016[1])
<1 Einw./km²
Hauptort Longyearbyen
Karte der Insel Spitzbergen
Karte der Insel Spitzbergen

Spitzbergen (norwegisch Spitsbergen) ist die größte Insel des zu Norwegen gehörenden gleichnamigen Archipels im Arktischen Ozean. Sie ist heute die einzige dauerhaft bewohnte Insel des Archipels. Ihr administratives Zentrum ist Longyearbyen.

Name[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis 1925 bezeichnete der Name Spitzbergen (Spitsbergen in der ursprünglich niederländischen Variante) sowohl die Hauptinsel als auch den gesamten Archipel. Von 1925 bis 1969 wurde die größte Insel West-Spitzbergen genannt, um die Hauptinsel vom Archipel besser zu unterscheiden. Seit 1969 heißt die Hauptinsel Spitzbergen.[2]

Für die drittgrößte Insel des Archipels, Edgeøya, wurde früher der Name Ost-Spitzbergen vorgeschlagen.[3]

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lage und Landschaftsbild[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von den Hauptinseln des Archipels ist Spitzbergen die westlichste. Von Nordostland ist sie durch die Hinlopenstraße, von Barentsøya und Edgeøya durch den Storfjord getrennt. Die Insel besitzt eine Fläche von 37.673 km².[4] Sie ist damit größer als alle anderen Inseln des Archipels zusammen. Ihre Ausdehnung beträgt in nord-südlicher Richtung rund 380 km und in west-östlicher etwa 220 km.

Die Küsten Spitzbergens sind stark gegliedert und bilden zahlreiche Fjorde. Der größte und zugleich bekannteste Fjord, der Isfjord, schneidet weit ins Zentrum der Insel ein und bietet mit geschützten Lagen die günstigsten Bedingungen für menschliche Besiedlung. Eine vergleichbare Länge erreicht der sich nach Norden öffnende Wijdefjord.

Die höchsten Erhebungen der Insel sind der Newtontoppen (1713 m), der Perriertoppen (1712 m), der Ceresfjellet (1675 m), der Chadwickryggen (1640 m) und der Galileotoppen (1637 m).[4] Sie sind im Süden von Ny-Friesland zu finden.

Klima[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Klima auf der Insel Spitzbergen ist arktisch. Die mittlere Jahrestemperatur in Longyearbyen liegt bei −7 °C, im Bergland bei bis zu −15 °C. Der wärmste Monat ist der Juli mit einer Temperatur von etwa 6 °C, der kälteste der Februar mit etwa −16 °C. In den Küstengebieten wird die Lufttemperatur wesentlich von der Oberflächentemperatur des Meerwassers bestimmt. An der Westküste Spitzbergens übt der Golfstrom seinen Einfluss aus, was dazu führt, dass die Fjorde auch im Winter oft nicht zufrieren. Das Klima der Insel Spitzbergen ist noch trockener als auf den östlichen Inseln Svalbards.

Spitzbergen liegt nördlich der Permafrostgrenze. Der Boden ist an den Küsten ständig 10 bis 40 m tief gefroren, im Hochland des Inselinneren mehrere hundert Meter tief.

Monatliche Durchschnittstemperaturen und -niederschläge für Longyearbyen Flughafen
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Temperatur (°C) −15,3 −16,2 −15,7 −12,2 −4,1 2,0 5,9 4,7 0,3 −5,5 −10,3 −13,4 Ø −6,6
Niederschlag (mm) 15 19 23 11 6 10 18 23 20 14 15 16 Σ 190
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Quelle: Norwegisches Meteorologisches Institut eKlima, Werte für Normalperiode 1961–1990

Vergletscherung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Über die Hälfte der Landfläche von Spitzbergen ist von Gletschern bedeckt. Die Eiskappe von Olav-V-Land ist nach dem Austfonna auf der Nachbarinsel Nordostland der größte Gletscher Norwegens. Mit Åsgardfonna und dem Valhallfonna befinden sich im Norden der Insel zwei weitere Eiskappen. Aufgrund niedriger Temperaturen und geringer Niederschläge bewegen sich die Gletscher im Inneren Spitzbergens nur sehr langsam. In den feuchteren Küstengebieten erreichen sie aber Geschwindigkeiten von 10 bis 30 Metern pro Jahr.[5]

Die Vergletscherung der Halbinsel Dickson-Land im Zentrum der Insel besteht aus Plateaugletschern mit Auslasszungen. Dickson-Land befand sich während des späteiszeitlichen Gletschervorstoßes im Randbereich zweier lokaler Vereisungszentren. Eine übergeordnete Inlandvereisung der Insel kann für diesen Zeitraum ausgeschlossen werden.

Zur heutigen und späteiszeitlichen Vergletscherung der Halbinsel, siehe Hauptartikel Dickson-Land.

Siedlungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

William Martin Conway: No Man's Land: A History of Spitsbergen from Its Discovery in 1596 to the Beginning of thes cientific exploration of the country. Publisher: The Cambridge University press, 1906

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Spitzbergen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Even Høydahl, Øivind Rustad: Population of Svalbard, 1 January 2016. Statistics Norway’s Information Centre, 7. April 2016, abgerufen am 21. April 2016 (englisch).
  2. Spitsbergen. In: The Place Names of Svalbard. Norsk Polarinstitutt, Oslo 2001 (Erstausgabe 1942), ISBN 82-90307-82-9 (englisch/norwegisch).
  3. Ost-Spitzbergen. In: The Place Names of Svalbard. Norsk Polarinstitutt, Oslo 2001 (Erstausgabe 1942), ISBN 82-90307-82-9 (englisch/norwegisch).
  4. a b Statistisk sentralbyrå (Hrsg.): Svalbardstatistikk 2005. PDC Tangen, Oslo/Kongsvinger 2005, ISBN 82-537-6809-5, S. 136 (online (PDF; 6,8 MiB) [abgerufen am 24. September 2015] englisch/norwegisch).
  5. Ole Humlum: A Geographical-Historical Outline of Svalbard, University Centre in Svalbard, Department of Geology, abgerufen am 31. August 2014 (englisch)