Sportlicher Leiter

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Dieser Artikel befasst sich mit dem Begriff Sportlicher Leiter. Es existieren zudem die artverwandten Begriffe des Sportdirektors und des Vereinsmanagers

Der Sportliche Leiter übt eine koordinierende oder leitende Führungsposition in der Organisation einer Sportmannschaft aus.

Radsport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Radsport ist der Sportliche Leiter (oft auch Sportdirektor von frz. Directeur Sportif) ein UCI-lizenziertes Mitglied[1] eines Profiteams im Straßenradsport, das während eines Rennens eine Mannschaft führt. Er ist auch in die Saisonvorbereitung und die Trainings- und Renneinsatzplanung einbezogen.

Ehemalige Profis sind mit ihrer Erfahrung aus aktiver Zeit besonders häufig in dieser Rolle zu finden. Oftmals überschneidet sich die Aufgabe des Sportlichen Leiters mit der Position des Teammanagers, der für administrative Aufgaben zuständig ist und die Gesamtverantwortung für das Team hat. Es ist zu beobachten, dass einige Teammanager bei wichtigen Rennen die Funktion des Sportlichen Leiters selbst wahrnehmen und sich durch weitere Sportliche Leiter unterstützen lassen. Selbst eine Spezialisierung unter den Sportlichen Leitern für bestimmte Rennsituationen wie Bergetappen oder Finalsprints hat sich als erfolgversprechend gezeigt.

Seit den 1990er-Jahren hat sich das Aufgabengebiet durch den Einsatz neuer Kommunikationstechnik stark verändert. Zur Wahrnehmung der Verantwortung für die Zusammenarbeit im Team und die Umsetzung der Rennstrategie erhält er die notwendigen Informationen durch TV, Tourfunk, Sprechfunk mit den Fahrern, GPS und Laptop. Der Sportliche Leiter erhält während der Rennen alle Zwischenzeiten, ermittelt die Position seiner Fahrer und der Konkurrenten und erteilt seine Anweisungen an die Fahrer. Diese neuen technischen Möglichkeiten haben das Teamwork und die Renntaktik noch wichtiger werden lassen.

Während der UCI-Rennen folgt der Sportliche Leiter dem Teilnehmerfeld im Auto und kommuniziert per Funk mit seinen Fahrern, den Teamhelfern und der Rennleitung. Er informiert seine Fahrer über das aktuelle Renngeschehen, Gefahrenstellen oder Wettergeschehen. In der Regel gehört zur Fahrzeugbesatzung neben dem Sportlichen Leiter auch ein Mechaniker sowie ein Bestand an Ersatzmaschinen, Laufrädern und Ersatzteilen. Auch werden Trinkflaschen, Nahrung, Kleidung und Schuhe für die Fahrer mitgeführt.

Die Namen einiger Sportlicher Leiter werden immer mit ihren Fahrern, die sie gefördert haben, verbunden bleiben. Die Gemeinschaft zwischen Patrick Lefevere und Johan Museeuw, Cyrille Guimard mit Bernard Hinault, Greg LeMond und später Laurent Fignon; Jean de Gribaldy mit Sean Kelly und Joaquim Agostinho, Rudy Pevenage mit Jan Ullrich und Johan Bruyneel mit Lance Armstrong und Alberto Contador sind nur einige namhafte Beispiele.

Zum Teil werden auch Aufgaben in der Organisation von Radrennen auf der Straße und der Bahn als Sportlicher Leiter bezeichnet.

Andere Sportarten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Position des Sportlichen Leiters gibt es auch in anderen Sportarten, beispielsweise beim Fußball oder Handball. Der Begriff Sportdirektor wird dort allerdings oft nicht synonym verwendet, sondern bezeichnet eine Position mit abweichenden Kompetenzen zu denen des Sportlichen Leiters.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. General Organisation of cycling as a sport. Chapter I: Licence-Holders. uci.ch, abgerufen am 8. Februar 2016 (englisch).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]