Joaquim Agostinho

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Joaquim Agostinho (* 7. April 1943[1] in Brejenjas, A dos Cunhados, Torres Vedras; † 10. Mai 1984 in Lissabon) war ein portugiesischer Radrennfahrer.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Februar 1968 begann Agostinho seine Karriere als Radprofi bei Sporting Lissabon. Im April desselben Jahres nahm er an einem regionalen Wettbewerb teil und gewann diesen. Im August 1968 nahm er zum ersten Mal an der Portugal-Rundfahrt teil. Er belegte Platz zwei der Gesamtwertung und zusammen mit seinem Team gewann die Mannschaftswertung. Daraufhin wurde er für die Weltmeisterschaft im Straßenrennen in Imola nominiert und erzielte mit Platz 16 das beste Resultat, das ein Portugiese bis dahin erreicht hatte.

Entdeckt von Jean de Gribaldy, gewann Agostinho fünfmal hintereinander die portugiesische Straßenmeisterschaft (von 1969 bis 1973), siegte dreimal hintereinander bei der Portugal-Rundfahrt (von 1970 bis 1972) und nahm 13 Mal an der Tour de France teil. In den Jahren 1978 und 1979 belegte er jeweils den dritten Platz. 1972 nahm er an der Tour de Suisse teil und wurde Fünfter.

1972 verließ Agostinho Sporting Lissabon und ging nach Frankreich zu Frimatic. Im Jahr 1973 fuhr er für Bic und kehrte 1975 zurück zu Sporting Lissabon. 1978 wechselte er zu Velda-Lano-Flandria, 1980 von dort zu Puch-Campagnolo, wo er sein wohl bestes Jahr hatte. 1981 wechselte er zu Sem-France-Loire.

Joaquim Agostinho Statue in Torres Vedras, Portugal

Während seiner Karriere wurden ihm mehrere Male Dopingvergehen nachgewiesen. Bei der Tour de Portugal 1969 erhielt er nach einem positiven Test eine Zeitstrafe von 15 Sekunden und rutschte vom 2. auf den 7. Gesamtrang ab. Bei der Tour de France 1972 wurde er erneut positiv getestet und erhielt eine Zeitstrafe von 10 Minuten. Das dritte Mal fiel er bei der Tour de France 1977 auf, nach einem positiven Test bei der 18. Etappe (die er gewonnen hatte) erhielt er zehn Minuten Zeitstrafe, eine Geldstrafe von 1.000 Schweizer Franken und wurde einen Monat auf Bewährung gesperrt.[2]

Mit diesem Rad erlitt Agostinho seinen tödlichen Unfall

1984 kehrte Joaquim Agostinho zurück zu Sporting Lissabon. Am 30. April desselben Jahres wurde er auf der fünften Etappe der zehnten Algarve-Rundfahrt von einem Hund angefallen, stürzte und zog sich schwere Kopfverletzungen zu. Trotz allem stieg er wieder auf sein Fahrrad, beendete die Etappe und wurde erst zehn Stunden später in Lissabon operiert. Aufgrund dieser Verletzungen verstarb Agostinho am 10. Mai 1984 im Lissaboner Krankenhaus CUF.

Grande Prémio Internacional de Torres Vedras[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gebäude des künftigen Museums
Die Agostinhas des kommunalen Fahrradverleihs

Seit 1978 wird mit dem Grande Prémio Internacional de Torres Vedras ein Etappenrennen ausgerichtet, das seit 2005 zur UCI Europe Tour zählt und Agostinho gewidmet ist. 2013 erwarb die Stadt ein Bürogebäude, in dem nach Ablauf von zwei Jahren ein Museum zu Ehren von Agostinho entstehen soll, zu dem die Familien von Agostinho und denen seiner Mannschaftskameraden Erinnerungsstücke beisteuern werden. Zudem wurde im Mai 2013 von den Teilnehmern der International Cycling History Conference ein neues öffentliches Fahrradverleihsystem eingeweiht, dessen Fahrräder Agostinhas genannt wurden.[3] Zudem wird in Torres Vedras ein Rotwein produziert, der den Namen Terras de Agostinho trägt.[4]

Teams[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Frimatic - de Gribaldy : 1969-1970
  • Hoover: 1971
  • Magniflex - de Gribaldy : 1972
  • Bic: 1973,1974
  • Teka: 1976,1977
  • Flandria: 1978,1979
  • Puch-Sem-Campagnolo: 1980
  • Sem-France Loire: 1981,1983

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. memoire-du-cyclisme.net
  2. Ralf Meutgens: Doping im Radsport, Bielefeld 2007, S. 255 ff. ISBN 978-3-7688-5245-6
  3. World's newest bike share scheme is named after Tour de France rider auf bikebiz.com v. 17. Mai 2013
  4. amovinhos.blogspot.de

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Joaquim Agostinho – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien