St.-Marien-Kirche (Bochum)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
St. Marien

Die St.-Marien-Kirche ist eine profanierte ehemals römisch-katholische Kirche in Bochum-Mitte an der Humboldtstraße. Der Spitzhelm der neogotischen Backstein-Kirche ist etwa 70 Meter hoch. Ihre Lage markiert den Beginn der Westerweiterung der Bochumer Innenstadt.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Kirchenbau erfolgte von 1868 bis 1872 zur Zeit des Kulturkampfes nach einem Entwurf des Architekten Gerhard August Fischer.

Kriegszerstörung und Wiederaufbau[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Trümmer in der Pfarrkirche St. Marien nach einem Bombenangriff 1943

Im Zweiten Weltkrieg wurde die Kirche bei einem Großangriff in der Nacht auf Pfingstsonntag vom 12. auf den 13. Juni 1943 von Bomben getroffen und brannte aus. Zuletzt wurde das Gebäude am 4. November 1944 getroffen. Im Jahre 1951 entschied man sich, den Wiederaufbau an den Bochumer Architekten Kurt Hubert Vieth zu übertragen. Bei den Arbeiten kam ein Arbeiter ums Leben. Die Kirche wurde am 3. Oktober 1953 wiedergeweiht.

Profanierung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

St. Marien

Die Kirche zählt zu den von der Strukturreform des Bistums Essen betroffenen Kirchen. Im Mai 2000 wurde kirchenintern bekannt, dass die Kirche abgerissen werden sollte. Das letzte Hochamt in der Pfarrkirche fand am 22. September 2002 statt.[1] Sie wurde im selben Jahr profaniert.

Die Kirche wurde geschlossen, die Fenster mit Glasmalereien der Glasmalerei Derix ausgebaut und wertvolle Wandmosaike zum großen Teil zerstört. Kunsthistoriker und viele Gemeindemitglieder kämpften für den Erhalt der Marienkirche. Unterdessen war das Gebäude dem Verfall preisgegeben. Zeitweise wurde der Umbau zu einem Seniorenheim oder zu einem Kammermusiksaal diskutiert.[1] Von 2010 bis 2012 nutzte das Ensemble Urbanatix die Kirche als Trainingsstätte.[2]

Einbeziehung in das Musikzentrum Bochum[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schließlich fiel – nicht zuletzt dank des Einsatzes von Steven Sloane – die Entscheidung, auf dem Marienplatz neben der Kirche das Anneliese Brost Musikforum Ruhr u.a. als Spielstätte für die Bochumer Symphoniker zu bauen.[3] Die Marienkirche wurde als dessen Foyer in das im Oktober 2016 eröffnete Musikzentrum einbezogen.[4]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Stadt kauft die Marienkirche bei derwesten.de, 15. Oktober 2008
  2. WAZ: Urbanatix sucht neue Heimat
  3. bochumer-symphonie.de: Bauen wir das Musikzentrum in Bochum!, Zugriff am 14. Februar 2012
  4. Tim Neshitov: Der amerikanische Traum. Dank Steven Sloane hat das klamme Bochum im klammen Ruhrgebiet jetzt einen Ort für seine Symphoniker. In: Süddeutsche Zeitung, 18. Mai 2016, S. 3.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: St.-Marien-Kirche (Bochum) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Koordinaten: 51° 28′ 38,9″ N, 7° 12′ 53,7″ O