Bochum-Innenstadt

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Wappen von Bochum
Bochum-Innenstadt
Stadtteil von Bochum
Lage von im Mitte
Koordinaten 51° 28′ 55″ N, 7° 12′ 58″ OKoordinaten: 51° 28′ 55″ N, 7° 12′ 58″ O
Einwohner 42.288 (31. Dez. 2019)
Postleitzahl 44787
Bezirk Mitte
Quelle: [1][2]

Der Stadtteil Bochum-Innenstadt liegt im Zentrum von Bochum und im Stadtbezirk Bochum-Mitte. Er wird von der Stadt auch Bochum-City genannt.[3]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1790

Im Mittelalter war Bochum ein beschauliches Städtchen insbesondere mit Fachwerkhäusern. Die Stadt besaß Stadtrechte, aber nie eine Stadtmauer. Der Bochumer Arzt und Schriftsteller Kortum fertigte 1790 eine Karte an, die noch überliefert ist. Die letzten Gassen mit Fachwerkhäusern befanden sich im Gerberviertel nahe der Propsteikirche. Dieser Bereich markiert den ältesten Teil der Stadt, der auf einen Königshof von Karl dem Großen zurückgehen soll. Viele weitere Straßen der Innenstadt verlaufen gerade und sind Chauseen in preußischer Tradition.

Bochumer Gleisdreieck[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Innenstadt ist von drei Bahnstrecken umgeben, die später auf erhöhte Trassen verlagert wurden. Insgesamt 16 Eisenbahnbrücken überspannen die Straßen, die zur Innenstadt führen:

  • Die 1862 eröffnete Bahnstrecke von Dortmund und Witten über Bochum-Langendreer, Essen, Mülheim an der Ruhr nach Duisburg steuert den Bochumer Hauptbahnhof an, der in seinen frühen Jahren als Bergisch-Märkischer Bahnhof weiter ostwärts lag. Brücken überspannen hier die Wittener Straße, die Universitätsstraße und die Viktoriastraße.
  • Entlang der ehemaligen Rheinischen Eisenbahnstrecke von Meerbusch-Osterath nach Dortmund Süd, an welcher der Nordbahnhof Bochum gelegen ist, überspannen Brücken aus den Jahren 1912–1913 nach Plänen der Königlichen Eisenbahndirektion Essen die Castroper Straße, Bergstraße, Kortumstraße, Uhlandstraße, Wielandstraße, Herner Straße und Dorstener Straße. Letztere wurde 1925 fertig gestellt. Diese Bahnstrecke dient heute nur noch dem Güterverkehr
  • Die Bahnstrecke Bochum–Essen/Oberhausen führt vom Bochumer Hauptbahnhof nach Herne-Rottbruch und weiter. Sie zweigt zum ehemaligen Werksbahnof des Bochumer Vereins an. Sie überquert die Viktoriastraße, die Maximilian-Kolbe-Straße, Rottstraße, die Diekampstraße, die Alleestraße sowie die Gußstahlstraße.

Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der innere Bereich der City wird zudem durch den teilweise zwei- oder vierspurigen Stadtring (teilweise hierbei B 51 und B 226) umrundet, der in Nord-, West-, Süd- und Ostring unterteilt ist. Zahlreiche Parkhäuser und Tiefgaragen bieten insgesamt 4.600 Stellplätze. Mit dem öffentlichen Nahverkehr ist die Innenstadt sehr gut zu erreichen, alleine drei U-Bahnlinien treffen sich am Hauptbahnhof. Die Linien der Stadtbahn werden ebenso wie alle Busse in der Stadt von der Bogestra betrieben.

Bochum kulinarisch 2015

In der Innenstadt befinden sich viele Einkaufsstraßen, gegenüber dem Hauptbahnhof sind diese auch als Fußgängerzone ausgeprägt. Die längste ist die Kortumstraße, an der sich unter anderem das ehemalige Kaufhaus Kortum und die Einkaufszentren „Drehscheibe“ und „City-Point“ befinden.

Auf den Straßen und Plätzen finden regelmäßig Veranstaltungen statt, zum Beispiel der Weihnachtsmarkt, das Musikfestival Bochum-Total oder Bochum kulinarisch auf der Bongardsstraße. Am südlichen Ende der Fußgängerzone schließt sich das Bermuda3eck an, ein Viertel mit hoher Dichte an Gastronomiebetrieben. Mit dem Alten Brauhaus Rietkötter und der Privatbrauerei Moritz Fiege finden sich historische und moderne Stätten der Braukunst.

Viele kommunale und amtliche Einrichtungen finden sich in der Innenstadt, dazu gehören städtische wie das Rathaus, die Stadtbücherei oder die Musikschule, Justizgebäude wie das Arbeits- und Landgericht oder andere wie die Industrie- und Handelskammer Mittleres Ruhrgebiet oder die Stadtwerke Bochum.

Daneben haben sich noch verschiedene Dienstleister in der Innenstadt angesiedelt. Im Europahaus befindet sich ein Facharztzentrum. Die Sparkasse Bochum und die Westfalenbank haben ihren Sitz in der City.

Das Rotlichtviertel an den Straßen Im Winkel/Gußstahlstraße, umgangssprachlich auch Eierberg genannt, befindet sich im Westen an der Grenze zum Bochumer Verein. Der von der Stadt, NRW und der EU unterstützte Verein „Madonna“ hat dort eine Beratungsstelle.

Reine Wohnquartiere gibt es nur wenige und kleine, unter anderem an der Brückstraße im Norden und rund um den Springerplatz im Südwesten.

Wichtige Kirchen in der Innenstadt sind die katholische und älteste Kirche Bochums, die Propsteikirche St. Peter und Paul, die evangelischen Pauluskirche und Christuskirche – letztere nicht mehr für Gottesdienste, sondern für Kulturveranstaltungen genutzt –, sowie die 2006 profanierte katholische St.-Marien-Kirche. Letztere wurde von 2007 bis Ende 2012 als Proberaum von den Urbanatix genutzt, einem Street-Art-Projekt, das jedes Jahr in der Jahrhunderthalle auftritt. Am 28. Oktober 2016 wurde auf dem angrenzenden Platz unter Einbeziehung des ehemaligen Kirchengebäudes das Anneliese Brost Musikforum Ruhr eröffnet.

Der Westpark mit der Jahrhunderthalle ist ein wichtiges Grüngebiet und Kulturstätte im Westen der Innenstadt.

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 31. Dezember 2021 lebten 42.027 Einwohner in der Bochumer Innenstadt. Diese teilt sich in die statistischen Bezirke Gleisdreieck, Südinnenstadt und Kruppwerke auf.

Strukturdaten der Bevölkerung im statistischen Bezirk Gleisdreieck:

  • Bevölkerungszahl: 9.200 (2021)
  • Minderjährigenquote: 11,6 % [Bochumer Durchschnitt: 14,9 % (2021)]
  • Altenquote (60 Jahre und älter): 19,1 % [Bochumer Durchschnitt: 28,9 % (2021)]
  • Ausländeranteil: 28,1 % [Bochumer Durchschnitt: 15,2 % (2021)]

Strukturdaten der Bevölkerung im statistischen Bezirk Südinnenstadt:

  • Bevölkerungszahl: 17.422 (2021)
  • Minderjährigenquote: 10,7 % [Bochumer Durchschnitt: 14,9 % (2021)]
  • Altenquote (60 Jahre und älter): 24,5 % [Bochumer Durchschnitt: 28,9 % (2021)]
  • Ausländeranteil: 10,3 % [Bochumer Durchschnitt: 15,2 % (2021)]

Strukturdaten der Bevölkerung im statistischen Bezirk Kruppwerke:

  • Bevölkerungszahl: 15.405 (2021)
  • Minderjährigenquote: 16,4 % [Bochumer Durchschnitt: 14,9 % (2021)]
  • Altenquote (60 Jahre und älter): 19,9 % [Bochumer Durchschnitt: 28,9 % (2021)]
  • Ausländeranteil: 31,6 % [Bochumer Durchschnitt: 15,2 % (2021)]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistische Daten (Bevölkerungszahl), anhand folgender Quelle: Stadt Bochum - Fachbereich Statistik und Wirkungscontrolling: BOStatIS Bochumer Statistisches Informations - System: Thema: Bevölkerung; Bezeichnung: "Bevölkerung nach Altersgruppen und Geschlecht (Wohnberechtigte Bevölkerung)" unter: https://duvatools.bochum.de/asw/asw.exe?aw=/EWO_JB5AG_StaBez_2019_Geschl_tbl.ini (abgerufen am 08.04.2020)
  2. Die Einwohnerzahlen bezieht sich auf alle innerstädtischen statistische Bezirke (Gleisdreieck, Südinnenstadt, Kruppwerke)
  3. Stadt Bochum: Bochum-City (Memento vom 17. Februar 2013 im Webarchiv archive.today)