St. Bartholomäus (Halle)

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St. Bartholomäus in Halle (Saale)

Die Kirche St. Bartholomäus ist eine evangelische Kirche im Stadtteil Giebichenstein von Halle (Saale). Sie steht auf einem Hügel über dem Saaletal, der schon in vorchristlicher Zeit Kult- und Begräbnisplatz war, und trägt den Namen des Apostels Bartholomäus.

Von ihrem romanischen Vorgängerbau ist der auf rechteckigem Grundriss errichtete Westquerturm aus der Zeit um 1200 erhalten. Das baufällig gewordene Kirchenschiff der Vorgängerkirche wurde 1740–1742 durch einen kreuzförmigen Zentralbau aus Bruchsteinmauerwerk ersetzt. Die Verbindungen der beiden Kreuzarme sind abgeschrägt, so dass sich ein oktogonaler Raum zu ergeben scheint. Die beiden Kreuzarme besitzen Tonnengewölbe, die sich im Zentrum zu einer achtseitigen Kuppel verbinden. Die Kirche hat große rechteckige Fenster.

Der Kanzelaltar steht im östlichen Chor, an dessen Wänden doppelgeschossige, zum Rauminneren abgerundete Adelslogen eingebaut sind. Drei Elemente der Altarausstattung stammen von Hallenser Künstlern, die an der benachbarten Kunsthochschule Burg Giebichenstein gewirkt und gelehrt haben: das Kreuz von der Emaillekünstlerin Lili Schultz, die Leuchter von dem Metallgestalter Karl Müller, die handgebundene Altarbibel von dem Buchkünstler Wilhelm Nauhaus. Zur Ausstattung gehört weiter eine barocke Orgel aus dem Jahr 1743 des halleschen Orgelbaumeisters Heinrich Andreas Contius auf der Westempore und ein nach romanischem Vorbild gestalteter Taufstein aus dem 18. Jahrhundert.

In der mittelalterlichen Vorgängerkirche traute Pfarrer Georg Taust (1606–1685) im Jahre 1683 seine zweite Tochter Dorothea zur Ehefrau des 61-jährigen, verwitweten Giebichensteiner Amts- und Herzöglichen Leibchirurgen Georg Händel. Sie starb aber kurz darauf, als sie seinen Enkel Georg Friedrich Händel zur Welt brachte.

Grabstein Reichardts

Auf dem Kirchhof befindet sich das Grab des preußischen Hofkapellmeisters und Komponisten Johann Friedrich Reichardt, dessen Garten im 19. Jahrhundert zahlreiche berühmte Dichter anzog und zum Teil noch heute als Reichardts Garten besteht. Die Grabmale des Friedhofes stammen aus dem 15. bis 18. Jahrhundert.[1]

Literatur[Bearbeiten]

  • Holger Brülls, Thomas Dietsch: Architekturführer Halle an der Saale. Dietrich Reimer, Berlin, 2000, ISBN 3-496-01202-1

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1.  Pantenius: Stadtführer Halle. Gondrom Verlag, Bindlach 1995, ISBN 3-8112-0816-0.

Weblinks[Bearbeiten]

51.50166666666711.956861111111Koordinaten: 51° 30′ 6″ N, 11° 57′ 25″ O