Kröllwitz

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Wappen von Halle (Saale)
Kröllwitz
Stadtteil von Halle (Saale)
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Über dieses Bild
Koordinaten 51° 30′ 20″ N, 11° 56′ 59″ OKoordinaten: 51° 30′ 20″ N, 11° 56′ 59″ O.
Einwohner 5445 (31. Dez. 2015)
Eingemeindung 1. Apr. 1900
Postleitzahl 06120
Vorwahl 0345
Verkehrsanbindung
Straßenbahn 4 5 7
Bus 21 22
Blick vom Giebichenstein auf Kröllwitz

Kröllwitz ist ein Stadtteil im Stadtbezirk West von Halle (Saale) in Sachsen-Anhalt. Im Jahr 2015 hatte er 5445 Einwohner[1].

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Stadtteil Kröllwitz liegt am Ufer der Saale unmittelbar am Saaledurchbruch im Stadtbezirk West, gegenüber dem Stadtteil Giebichenstein mit der gut sichtbaren Burg Giebichenstein, die heute eine Kunsthochschule beherbergt.

Entlang der Saale befinden sich mehrere Felsen aus Rhyolith, der umgangssprachlich Porphyr genannt wird. Teile der Bebauung Kröllwitzes, so zum Beispiel die Petruskirche, stehen auf so einem Felsen. Im Norden des Stadtteils erhebt sich der 119 m hohe Ochsenberg[2], er ist bedeckt von einer Grünfläche. An seinem Saaleufer steht die alte Papiermühle von Kröllwitz, eine alte Fabrikruine, die einst durch ein Wehr der Saale angetrieben wurde.

Auf der anderen Saaleseite im Osten liegen die Klausberge mit der Jahnhöhle, der Amtsgarten von Giebichenstein und der Stadtteil Trotha. Nach Süden bildet die Saale eine breite Aue, hier liegen die Peißnitzinsel, die ein Naturschutzgebiet beherbergt, und der Amselgrund.

Nach Westen grenzt der Straßenzug Brandbergeweg / Heideallee das Stadtviertel von Heide-Süd, sowie vom Waldgebiet der Dölauer Heide ab. An der Grenze zu Heide-Süd liegt der Weinberg Campus mit Einrichtungen der Martin-Luther-Universität, und vielen wissenschaftlichen Instituten[3].

In Richtung Nordwesten liegen das Naturschutzgebiet Brandberge und die Kiesgrube Kröllwitz, dahinter setzt sich das Gelände in die Stadtteile Heide-Nord/Blumenau und Lettin fort.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch Kröllwitz führt der Straßenzug Kröllwitzer Straße / Dölauer Straße. Dieser ist über die Saale mit der Kröllwitzer Brücke mit Giebichenstein verbunden. Im Westen verbindet der Gimritzer Damm das Randgebiet von Kröllwitz mit der Nördlichen Neustadt. Diese Straße war Teil der Rennstrecke Halle-Saale-Schleife. Über die Nordstraße kann man nach Dölau, Lettin, Heide-Nord und weiter nach Salzmünde und in Richtung Harz gelangen.

Zwei Straßenbahnstrecken verbinden Kröllwitz mit der Altstadt von Halle und der Neustadt, diese enden an der Endhaltestelle Kröllwitz am Rand der Dölauer Heide und führen einerseits nach Osten durch den Stadtteil und anderseits nach Süden am Rand des Stadtteils entlang. Außerdem verbinden zwei Buslinien Kröllwitz mit dem Nordwesten Halles[4].

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Menhir auf dem Grabhügel von Kröllwitz

Schon in der Jungsteinzeit war die Gegend um Kröllwitz besiedelt, davon zeugen ein Grabhügel am Universitätsklinikum, Grabhügel bei Lettin und eine Befestigungsanlage an der Bischofswiese aus der Baalberger Kultur (4100–3600 v. Chr.) und der Bernburger Kultur (3300–2800 v. Chr.).

Erstmals erwähnt wurde der Ort im Jahr 1291 als Crolewiz. Damals war Kröllwitz noch ein sorbisches Fischerdorf[5]. Später, im Jahre 1714, wurde die Papiermühle am Saaleufer gebaut. Diese hatte durch chemische Experimente am Ende des 19. Jahrhunderts eine hohe Umweltverschmutzung verursacht.[6]

Kröllwitz, bis 1815 in der Schreibweise „Cröllwitz“ gehörte zum Amt Giebichenstein im Saalkreis des Erzstifts Magdeburg.[7] 1680 kam der Ort mit dem Saalkreis zum Herzogtum Magdeburg unter brandenburg-preußischer Herrschaft.

Mit dem Frieden von Tilsit wurde Cröllwitz im Jahr 1807 dem Königreich Westphalen angegliedert und dem Distrikt Halle im Departement der Saale zugeordnet. Der Ort gehörte zum Kanton Halle-Land.[8] Nach der Niederlage Napoleons und dem Ende des Königreichs Westphalen befreiten die verbündeten Gegner Napoleons Anfang Oktober 1813 den Saalkreis. Bei der politischen Neuordnung nach dem Wiener Kongress 1815 wurde Kröllwitz im Jahr 1816 dem Regierungsbezirk Merseburg der preußischen Provinz Sachsen angeschlossen und dem Saalkreis zugeordnet.[9]

Der Friedhof von Kröllwitz wurde 1899 eingerichtet.

Am 1. April 1900 wurde Kröllwitz nach Halle (Saale) eingemeindet.

Durch die Lage an der Saale wurden die flacheren Teile Kröllwitzes, wie die Talstraße, oft von Hochwässern heimgesucht, so zum Beispiel im Jahr 2013[10].

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die gleichzeitig stattfindende Europawahl 2019 und die Stadtratswahl in Halle (Saale) am 26. Mai 2019 brachten für den Stadtteil Kröllwitz folgendes Ergebnis hervor:[11]

Europawahl 2019 in Kröllwitz
 %
30
20
10
0
23,7 %
21,2 %
11,3 %
11,2 %
10,9 %
7,0 %
4,3 %
1,4 %
1,0 %
8,1 %
Stadtratswahl in Halle (Saale) 2019 in Kröllwitz
 %
30
20
10
0
21,7 %
21,3 %
12,1 %
9,3 %
8,5 %
8,3 %
7,1 %
7,0 %
2,7 %
2,0 %

Bauwerke und öffentliche Einrichtungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Petruskirche in Kröllwitz

Das unter Denkmalschutz stehende Königliche Landgestüt Kreuzvorwerk wurde 1888 bis 1990 für die Pferdezucht genutzt und später zur Wohnanlage umgebaut.

Die Grundschule steht unmittelbar neben der Petruskirche im alten Ortszentrum.

Das Universitätsklinikum Halle (Saale) an der Ernst-Grube-Straße ist mit rund 2850 Mitarbeitern und 210 Auszubildenden das größte Krankenhaus der Stadt.

Seit 1994 zeigt der Kunstverein „Talstrasse“ regelmäßig Ausstellungen, bis 2014 wurde dafür eine Kunsthalle gebaut.[12]

Nördlich des Universitätsklinikums befindet sich die Sporthalle Brandberge.

Nordwestlich von Kröllwitz wurde bis 1998 für 60 Millionen Euro eine große Kläranlage für die Stadt Halle gebaut.[13]

Söhne und Töchter des Ortes[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Heidi Ritter: Vom Fischerdorf nach Sexy Kröllwitz. Ein Stadtteil von Halle. Hasenverlag, Halle/Saale 2017. (Mitteldeutsche kulturhistorische Hefte; 35/36), ISBN 978-3-945377-31-4, 150 Seiten.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Kröllwitz (Halle/Saale) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Halle in Zahlen 2015
  2. Stadtplan auf der Website von Halle
  3. Website des Weinbergcampus
  4. Liniennetzplan der HAVAG
  5. MZ-Artikel in zum Stadtteil Kröllwitz
  6. MZ-Artikel in zum Stadtteil Kröllwitz
  7. Erwähnung des Orts im Buch „Geographie für alle Stände“, S. 124
  8. Beschreibung des Saale-Departements
  9. Der Saalkreis im Gemeindeverzeichnis 1900
  10. MZ mit Bildern vom Hochwasser 2013 in Halle, siehe Bild 11/23
  11. Wahl zum 9. Europäischen Parlament in der kreisfreien Stadt Halle (Saale) am 26. Mai 2019, Wahl des Stadtrates in der kreisfreien Stadt Halle (Saale) am 26. Mai 2019. Abgerufen am 18. August 2019.
  12. Website des Kunstvereins Talstraße (Memento des Originals vom 3. August 2016 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.kunstverein-talstrasse.de
  13. Website der Stadtwerke Halle, siehe dort die Broschüre