St. Jakob (Augsburg)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Die Jakobskirche in der Jakoberstraße
Jakobskirche, Ansicht von Osten
Der Turm von St. Jakob

Die Kirche St. Jakob in Augsburg, auch Jakobskirche genannt, ist eine evangelische Kirche in Augsburg. Sie ist ein Baudenkmal im Stadtbezirk Augsburg-Jakobervorstadt-Nord und der historische Mittelpunkt der Augsburger Jakobervorstadt. Sie gab auch der Jakoberstraße, dem Jakobsplatz, dem Jakobertor, der Jakobermauer, dem Jakoberwall und vielen weiteren Bauten und Institutionen in der Jakobervorstadt ihren Namen. Auch das älteste Augsburger Volksfest, die Jakober Kirchweih, hat hier seinen Ursprung.

Die Kirche ist eine wichtige Station auf dem Augsburger Jakobsweg, dem Jakobus-Pilgerweg in Bayerisch Schwaben. Die Jakobuspilgergemeinschaft Augsburg pflegt die Beschilderung des Jakobswegs von Oettingen über Augsburg nach Lindau.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Um 600 stand an der Stelle der heutigen Kirche erstmals eine Jakobskapelle, die 1080 niederbrannte. Seit dem Mittelalter war die Kirche Sammelpunkt der Jakobspilger auf dem Weg nach Santiago de Compostela. An der Stelle des heutigen Kirchenchors wurde 1355 (oder 1348[1]) eine neue Kirche erbaut, die 1525 die erste evangelische Kirche Augsburgs wurde.[2] (Nach einer anderen Quelle war die erste evangelische Kirche in Augsburg die Barfüßerkirche[3])

Mit der Kirche verbunden war ein Pilgerhaus („Jakobspfründe“ von Bernhard Zwitzel), das nach der Reformation in die Konventgebäude des aufgelassenen Barfüßer-Klosters verlegt wurde. 1356–1360 wurde die Kirche weiter verschönert, 1364 wurde der Turm errichtet. Er wurde 1533 umgebaut und erhielt 1649 eine neue Laterne. Im 18. Jahrhundert wurde das Langhaus zum Saalbau umgebaut.

In der Kirche predigten unter anderem Gottlieb Spizel (1639–1691), einer der Väter des Pietismus, und der Dekan August Bomhard (1787–1866), ein bedeutender Verfechter der Erlanger Theologie.[1][4][5]

Zerstörung und Neubau[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei den Luftangriffen auf Augsburg im Jahr 1944 wurde die Kirche zerstört. 1949 wurde sie aus den Ruinen wieder aufgebaut. Die Empore, Kanzel und drei bunte Glasfenster im Chor wurden 1973 eingebaut. Die historische Turmhaube wurde 1975 restauriert. Im Jahr 1988 folgte eine Generalsanierung.

Jakobsbrunnen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Jakobsbrunnen

1994 wurde östlich der Kirche der Jakobsbrunnen aufgestellt. Er ist ein Werk des Bildhauers Bernd Altenstein, das den Heiligen Sankt Jakob auf einer Säule stehend und zu seinen Füßen eine Gruppe von drei erschöpften Pilgern darstellt. Etwas abseits, außerhalb des Brunnenbeckens, liegt noch ein Hund.

Ehemaliges Pfründehaus, Sakristei und Mesnerhaus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

An die Nordseite der Kirche sind zwei Gebäude direkt angebaut: das ehemalige Pfründehaus (Adresse: Bei der Jakobskirche 2 1/2), ein viergeschossiger Traufseitbau mit Satteldach und Stufengiebeln aus dem 16. Jahrhundert, sowie die Sakristei und das Mesnerhaus (Adresse wie die Kirche: Bei der Jakobskirche 4), ein zweigeschossiger Pultdachbau aus dem Jahr 1798-99. Beide Anbauten stehen ebenfalls unter Denkmalschutz.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: St. Jakob (Augsburg) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Pfarramt St. Jakob Augsburg (Herausgeber), Michael Friedrichs (Bearbeitung), Werner Altmann (Mitarbeiter), Franz Häußler (Mitarbeiter), Rolf Kiessling: 650 Jahre St. Jakob. Augsburg, Wißner-Verlag 2005, ISBN 978-3896394842

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Augsburger Stadtlexikon
  2. Informationen auf "Augsburger-Kirchen.de"
  3. Das Franziskanerkloster zu den Barfüßern. (PDF; 46 kB) auf den Seiten des Hauses der Bayerischen Geschichte.
  4. Website der Kirche
  5. Website der Kirche

Koordinaten: 48° 22′ 12″ N, 10° 54′ 18″ O