St. Laurentius (Uedem)

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Uedem, Pfarrkirche Sankt Laurentius
Inneres

St. Laurentius ist die römisch-katholische Pfarrkirche von Uedem im Kreis Kleve. Sie steht am Marktplatz und prägt mit ihrem hohen Turmpaar das Ortsbild.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gründung der Uedemer Kirche mit dem Patrozinium des römischen Diakons und Märtyrers Laurentius wird für das 12. Jahrhundert angenommen. Aus dem Jahr 1266 stammt das älteste urkundliche Zeugnis. Der bescheidene romanische Bau war seit 1300 Pfarrkirche.

In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts ließ die Industrialisierung auch die Uedemer Gemeinde sprunghaft anwachsen, sodass die alte Kirche nicht mehr ausreichte. Nach intensiven Diskussionen fiel die Entscheidung, sie abzureißen und durch eine große neuromanische Basilika zu ersetzen. Diese war 1886 vollendet.

Der Zweite Weltkrieg traf die Uedemer Laurentiuskirche wie den gesamten Ort schwer. Die Bausubstanz war so weitgehend vernichtet, dass ein originalnaher Wiederaufbau ausschied. Lediglich die Türme wurden restauriert. Die übrige Kirche wurde 1960 nach Plänen von Denis Boniver vollständig neu gebaut. [1] Die Kirche mit dem markanten roten Backsteinen soll unter Denkmalschutz gestellt werden. Der Bauausschuss hat bereits über diesen Antrag des Rheinischen Amtes für Bodendenkmalpflege beraten und zugestimmt.[2]

Architektur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die beiden hohen neuromanischen Türme aus dunkelrotem Backstein haben quadratischen Grundriss. Sie sind mit Bogenfriesen, Lisenen und paarweise angeordneten Rundbogenfenstern in fünf Geschosse gegliedert und erinnern an die Türme des Doms von Münster.

Zwischen den Türmen befindet sich das moderne Portal des Boniver-Baus. Dieser greift das Schema der dreischiffigen Basilika mit Querhaus auf, verwirklicht es jedoch in den Formen der späten 1950er Jahre. Der Vierungsdachreiter ist ein langer, schlanker Kupferhelm, der auf vier Betonfüßen steht. Das Baumaterial des Mauerwerks ist roter Backstein, der mit hellgrauen horizontalen und vertikalen Betonbändern sparsam gegliedert ist. Die flache Decke wird in der Vierung von einem sternförmigen Netz von Stahlverstrebungen, im Langhaus von rechtwinklig angeordneten Betonstreben getragen. In der Vierung steht der Altar, dahinter leitet ein backsteinornamentierter Triumphbogen zur Apsis mit den Sedilien über. Vor dem Chorbogen steht rechts die bronzene Tabernakelstele. Im linken Querhausarm befindet sich die Orgel. Licht fällt durch große Fensterfelder im rechten Obergaden, die aus klarverglasten Rund- und Quadratfenstern in einem Betongitter bestehen. In die gegenüberliegende Wand sind in weiten Abständen kleine kreisrunde Buntglasfenster mit quadratischen Betonrahmen eingelassen, die Szenen aus dem Evangelium darstellen.

Orgel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blick auf die Orgel

Die Orgel von St. Laurentius wurde 1967 von der Orgelbaufirma Romanus Seifert & Sohn (Kevelaer) erbaut. Das Instrument hat 43 Register auf drei Manualen und Pedal. Die Spieltrakturen sind mechanisch, die Registertrakturen elektrisch.

I Positiv C–g3
Holzgedeckt 8′
Principal 4′
Blockflöte 4′
Oktave 2′
Quinte 113
Cymbel III
Sesquialtera II 223
Rohrschalmei 8′
Tremulant
II Hauptwerk C–g3
Quintade 16′
Principal 8′
Gedackt 8′
Gemshorn 8′
Oktave 4′
Rohrflöte 4′
Quinte 223
Waldflöte 2′
Mixtur V-VII 2′
Trompete 16′
Trompete 8′
III Schwellwerk C–g3
Koppelflöte 8′
Gambe 8′
Vox Coelestis 8′
Praestant 4′
Nachthorn 4′
Nasard 223
Schwegel 2′
Terz 135
Sifflöte 1′
Scharff IV-VI
Fagott 16′
Trompete 8′
Schalmei 4′
Tremulant
Pedal C–f1
Principalbaß 16′
Gedacktbaß 16′
Quintbaß 1023
Oktavbaß 8′
Gedacktbaß 8′
Choralbaß II 4′
Hintersatz VI 223
Posaune 16′
Baßtrompete 8′
Clairon 4′
Singend Kornett 2′

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. 50 Jahre St. Laurentius Uedem; WAZ vom 15. Oktober 2010
  2. derwesten.de Schutz für St. Laurentius NRZ vom 29.Oktober 2015

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Sankt Laurentius (Uedem) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Koordinaten: 51° 40′ 5″ N, 6° 16′ 22″ O