St. Marianus (Bardowick)

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Die Kirche St. Marianus war die katholische Kirche in Bardowick, einem Flecken im Landkreis Lüneburg in Niedersachsen. Sie war nach dem heiligen Marian von Bardowick benannt und befand sich im Schlöpkeweg 8. Die kleine Kirche gehörte stets zur Pfarrgemeinde Christ König in Adendorf, im Dekanat Lüneburg des Bistums Hildesheim. Auf ihrem Gebiet befindet sich heute ein Hospiz.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 3. November 782 wurde der Missionar Marianus auf einer über die Ilmenau führenden Brücke bei Bardowick erschlagen.[1] Bereits Ende des 13. Jahrhunderts wurde eine „Kapelle des Heiligen Marianus“ in Bardowick erwähnt, sie befand sich südlich der Ilmenaubrücke. 1466 wurde die Kapelle neu errichtet. 1540 ließ der lutherische Ernst I., Fürst von Lüneburg, die Kapelle abreißen, um die Verehrung von Marianus zu beenden.[2]

Am 3. April 1971 erfolgte die Benediktion der neuerbauten St.-Marianus-Kirche durch Bischof Heinrich Maria Janssen.[3] Zuvor fanden bereits katholische Gottesdienste in St. Marianus in der Straße Hinterm Dom 2 statt.[4]

Seit Mitte der 1980er Jahre wurde die Kirche nur noch wenig genutzt, in den 1990er Jahren wurde sie aufgegeben. Auf ihrem Grundstück wurde 1997/98, in privater Trägerschaft, ein gleichnamiges Zentrum für Palliative Care mit stationärem Hospiz erbaut; die Kirche wurde dazu abgerissen. Im Palliativzentrum befindet sich eine neu erbaute Kapelle, sie wurde am 28. August 1998 durch Bischof Josef Homeyer eingeweiht. Seitens der katholischen Pfarrgemeinde St. Marien in Lüneburg finden heute Werktagsgottesdienste in der Kapelle statt. Die nächstliegende katholische Kirche mit Sonntagsgottesdiensten ist heute Christ König in der Nachbarortschaft Adendorf.

Architektur und Ausstattung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kirche wurde vom Diözesanbauamt als Beton-Fertigteilkirche errichtet und befand sich in rund 10 Meter Höhe über dem Meeresspiegel. Inventar aus der Kirche fand in der Kapelle des Palliativzentrums Verwendung. Eine der beiden Glocken aus der Kirche fand einen neuen Platz im Palliativzentrum, die andere Glocke in einem Kirchenneubau in Lettland.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. http://www.bardowick.com/geschichte/hs1.htm
  2. Ursula Schwanitz-Roth: Streiflichter der Geschichte. In: Aktuelles aus der Samtgemeinde Bardowick. Ausgabe 6/2012, S. 9
  3. http://wiki-bistumsgeschichte.de/wiki/index.php5?title=Spezial%3ASuche&search=Bardowick&go=Seite
  4. Bischöfliches Generalvikariat Hildesheim (Hrsg.): Katholischer Gottesdienst in der Diözese Hildesheim. Hildesheim 1966, S. 24

Koordinaten: 53° 17′ 22,8″ N, 10° 23′ 36″ O