St. Michael (Heidelberg)

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St. Michael von Nordwesten
Kirchengebäude von Westen mit der Tauf- und Sakramentskapelle
Südöstliche Wand mit Glasfenstern

St. Michael ist eine katholische Pfarrkirche in der Heidelberger Südstadt, die 1962/63 erbaut wurde. Sie ist dem Erzengel Michael geweiht.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Südstadt ist ein junger Stadtteil Heidelbergs, der erst nach dem Zweiten Weltkrieg angelegt wurde. Die Kirche St. Michael wurde im Neubaugebiet 1962/63 nach Plänen von Manfred Schmitt-Fiebig in Zusammenarbeit mit H. Eisenhauer und H. Haffner errichtet. Der Grundstein wurde am 11. Juni 1962 gelegt.[1] Die Gemeinde St. Michael wurde 1963 Kuratie und 1970 eine eigenständige Pfarrgemeinde. Ab 2005 bildete sie zusammen mit den Gemeinden St. Albert (Bergheim) und St. Bonifatius (Weststadt) die Seelsorgeeinheit Philipp Neri. Seit 2015 ist St. Michael Teil der Gemeinde Philipp Neri.

Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kirche ist eine Stahlbetonkonstruktion auf einem fünfeckigen Grundriss. Außen ist sie mit Bruchsteinen verkleidet. Der Turm steht als Campanile frei an der Straßenecke neben dem Kirchengebäude. An der Westseite schließt die niedrigere Tauf- und Sakramentskapelle an, die durch ein von Harry MacLean geschaffenes Gitter abgetrennt ist. Die Decke des Kirchenraums steigt nach Osten zum Altar hin an, auch das Gestühl ist von drei Seiten auf die ebenfalls fünfeckige Altarinsel hin ausgerichtet. Hinter dem Altar befindet sich eine von Peter Dreher gestaltete Betonwand mit 12 Rosetten, die die Apostel symbolisieren. Das Kruzifix, die Madonna und die Statue des Erzengels Michael stammen von Gisela Bär. Die beiden zum Altar hin führenden Wände sind über die ganze Höhe mit durch Lamellen getrennten farbigen Glasfenstern versehen, die von Albert Burkart entworfen und von Bernd Gossel ausgeführt wurden.

In Grundriss und Gestaltung unterscheidet sich St. Michael deutlich von der weniger als ein Jahrzehnt zuvor von Schmitt-Fiebig entworfenen neuen St.-Bartholomäus-Kirche in Wieblingen. Der freistehende Altar und die kaum vorhandene Trennung zwischen Altar- und Gemeindebereich nehmen die Liturgiereform des Zweiten Vatikanischen Konzils vorweg. Die Kirche war Vorbild für spätere Kirchenbauten und steht als „typusbildend“ unter Denkmalschutz.[2]

Zukunft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

St. Michael wurde in den 1960er Jahren in optimistischer Erwartung einer steigenden Zahl von Gläubigen geplant. Heute ist die Kirche mit ihren 600 Plätzen für die Pfarrgemeinde mit 1200 Katholiken und durchschnittlich 60 Sonntagsgottesdienstbesuchern viel zu groß und die Kosten für die Gemeinde zu hoch. Daher gibt es Überlegungen zur zukünftigen Nutzung der Kirche, die neben Rückbau und Umnutzung auch einen Abriss der denkmalgeschützten Kirche nicht ausschließen.[3] [2]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Hans Gercke: Kirchen in Heidelberg. 1. Auflage. Verlag Schnell und Steiner, Regensburg 2011, ISBN 978-3-7954-2413-8.
  • Melanie Mertens: Kirche im Quadrat. St. Michael in Heidelberg-Südstadt. In: Denkmalpflege in Baden-Württemberg, 42. Jg. 2013, Heft 1, S. 46–47 doi:10.11588/nbdpfbw.2013.1

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Heidelberger Geschichtsverein: Zeittafel zur Heidelberger Geschichte ab 1945
  2. a b St. Michael bekommt eine Gnadenfrist. Rhein-Neckar-Zeitung vom 2. Oktober 2012, Blick in die Stadtteile, S. 6
  3. Was wird aus St. Michael? Möglichkeiten für eine künftige Nutzung der Südstadtkirche werden ausgelotet. In: Kirche auf dem Weg, Nr. 1/2012, S. 8 (PDF)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: St. Michael (Heidelberg) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Koordinaten: 49° 23′ 17,3″ N, 8° 41′ 17,6″ O