Staatliche Anerkennung (Sozialarbeiter)

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Ausser Absatz 7 (staatliche Anerkennung) fehlen Belege zur Geschichte und Rechtsfolgen

Die staatliche Anerkennung ist eine in Deutschland bekannte, für die Ausführung bestimmter hoheitlicher Aufgaben erforderliche Zertifizierung bzw. Beurkundung eines Sozialarbeiters bzw. eines Sozialpädagogen durch eine dazu berechtigte staatliche Behörde. Dies kann eine Hochschule oder kommunale Verwaltungsbehörde sein.[1]

Geschichtlicher Hintergrund[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die staatliche Anerkennung durch berufspraktische Zeiten während/nach der Ausbildung hat ihren Ursprung in der Weimarer Republik der 1920er Jahre.[2] Nach zweijähriger Ausbildung und bestandener Prüfung an der Wohlfahrtsschule sowie nach Bewährung in einem anschließenden Berufsjahr wurde die staatliche Anerkennung als Wohlfahrtspflegerin ausgesprochen, sofern die betreffende Person das 24. Lebensjahr vollendet hatte. Dieser Typus sollte die späteren Entwicklungen in der Sozialen Arbeit dauerhaft prägen:

  • eine Ausbildung, die außerhalb der Universitäten und Hochschulen angesiedelt war, die
  • zunächst nur – und bis heute ganz überwiegend – von Frauen gewählt wurde, die
  • mit einer formalisierten Übergangsphase vom Ausbildungs- in das Beschäftigungssystem, dem späteren Berufsanerkennungsjahr, verbunden war und an dessen Ende
  • schließlich die „staatliche Anerkennung“ stand – ein Sonderzertifikat, das neben dem schulischen Abschlusszeugnis den Zugang in den öffentlichen Dienst erleichtern kann.[3]

Voraussetzungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Für die Ausübung des Sozialarbeiter-/Sozialpädagogen-Berufes wird in erster Linie zumeist ein Studium der Fachrichtung Soziale Arbeit vorausgesetzt, das mit dem Studienabschluss Bachelor of Arts abschließt. Ein Absolvent kann sich nach Abschluss des jeweiligen Bachelor-Studiums Sozialarbeiter/in/Sozialpädagog/in (B.A.) nennen und in diesem Beruf auf vielfältige Weise in zahlreichen Handlungsfeldern bezahlt tätig werden.

Anerkennung, Praxis[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Falls im Dienste der staatlichen Verwaltung stehend hoheitliche und verwaltungsrechtliche Aufgaben und die Einhaltung von staatlich zu garantierenden Rechtsnormen gehören, wie das Ausüben des staatlichen Wächteramtes über den Schutz von Kindern und Jugendlichen, wird i. d. R. auch eine staatliche Anerkennung benötigt. Mit der staatlichen Anerkennung werden Sozialarbeiter und Sozialpädagogen in ihrem Berufsstand öffentlich-rechtlich anerkannt, um mit Rechtsgarantien bewehrte staatliche Normen durchzusetzen.

Sie unterliegen auch strengerer rechtlicher Beurteilung (z. B. Schweigepflicht nach StGB § 203 Ab. 1 Ziffer 5). In manchen Bundesländern binden die Landesjugendämter die Erlaubnis zum Betrieb von Einrichtungen der stationären Kinder- und Jugendhilfe an den durch Personalschlüssel geregelten Einsatz von Fachkräften mit staatlicher Anerkennung bzw. mit gleichwertigen berufspraktischen Erfahrungen und Kenntnissen.

Die staatliche Anerkennung wird in der föderalen Bundesrepublik Deutschland von Bundesland zu Bundesland sehr verschieden erteilt.[4] In einigen Bundesländern wie Berlin wird die staatliche Anerkennung direkt mit dem Erhalt der Bachelorurkunde ausgehändigt. In anderen Bundesländern (z. B. Niedersachsen[5]) bekommt die Bachelorabsolventin bzw. der Bachelorabsolvent die staatliche Anerkennung nach Absolvierung eines Berufspraktikums.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Land Nordrhein-Westfalen – Entscheidung über die Befugnis zur Aufnahme oder Ausübung eines Berufs im Bereich Sozialpädagogik oder Soziale Arbeit bei ausländischem Bildungsabschluss und die Feststellung der Gleichwertigkeit (online)
  2. Sachße, Christoph (2003): Mütterlichkeit als Beruf. Sozialarbeit, Sozialreform und Frauenbewegung 1871–1929. Weinheim [u. a.]: BeltzVotum (Kasseler Studien zur Sozialpolitik und Sozialpädagogik, 1). S. 257 ff.
  3. Rauschenbach, Thomas; Züchner, Ivo (2015): Berufs- und Professionsgeschichte der Sozialen Arbeit. In: Hans-Uwe Otto, Hans Thiersch und Klaus Grunwald (Hg.): Handbuch soziale Arbeit. Grundlagen der Sozialarbeit und Sozialpädagogik. 5., erweiterte Auflage. München, Basel: Ernst Reinhardt Verlag, S. 175–186.
  4. Staatliche Anerkennung – Allgemeine Information. FBTS, 8. Juni 2017, abgerufen am 17. August 2018.
  5. Regelungen der Bundesländer zur Erlangung der staatlichen Anerkennung. (PDF; 31 kB) FBTS, 14. März 2013, abgerufen am 15. August 2018.