Stadion Oberwerth

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Stadion Oberwerth
Stadion Oberwerth
Stadion Oberwerth, Blick vom Aussichtspunkt Rittersturz
Daten
Ort DeutschlandDeutschland Koblenz, Deutschland
Koordinaten 50° 19′ 49,7″ N, 7° 35′ 11,8″ OKoordinaten: 50° 19′ 49,7″ N, 7° 35′ 11,8″ O
Eröffnung 15. Juni 1935
Renovierungen 2006, 2007
Oberfläche Naturrasen
Kapazität 9.500 Plätze
Spielfläche 105 × 68 m
Verein(e)
Veranstaltungen

Das Stadion Oberwerth ist ein Fußballstadion mit Leichtathletikanlage im Sportpark Oberwerth in Koblenz. Das Heimstadion der TuS Koblenz wurde 1935 im Stadtteil Oberwerth eingeweiht. Es bietet Platz für 9.500 Zuschauern und besitzt 2.000 Sitzplätze sowie 7.500 Stehplätze. Das Stadion steht auf einem 40.000 m² großen Grundstück. Um das 105 × 68 Meter große Spielfeld führt eine sechsbahnige und 400 Meter lange Vollkunststofflaufbahn.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein erstes Stadion auf dem Oberwerth wurde 1920 von amerikanischen Besatzungstruppen errichtet. Das “Amerikaner-Stadion” wurde bis 1929 von der US-Army betrieben. Im Rahmen eines Arbeitsbeschaffungsprogramms der Nationalsozialisten wurde es 1934–1935 nach Plänen von Friedrich Neumann ausgebaut. Am 15. Juni 1935 wurde es von Oberbürgermeister Otto Wittgen als Hermann-Göring-Kampfbahn eingeweiht. Zu dieser Zeit hatte es eine Zuschauerkapazität von etwa 30.000 Menschen. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde es 1945 kurzzeitig von der französischen Besatzungsarmee als Stade de Gaulle genutzt. Die Heimspiele der TuS Neuendorf (Name ab 1982: TuS Koblenz) finden seit 1946 im Stadion Oberwerth statt.

Am 3. Mai 1958 wurde eine Flutlichtanlage im Stadium eingeweiht, die damals modernste ihrer Art in Deutschland.[1] In den 1960er Jahren, als die TuS Neuendorf in der Bundesligaaufstiegsrunde spielte, kamen bis zu 30.000 Zuschauer in das Stadion Oberwerth. Der Zuschauerrekord stammt vom Oberligaspiel gegen den FCK am 8. Januar 1950, als 40.000 Zuschauer das Spiel verfolgten.

Das Stadion Oberwerth war zwischen 1960 und 1992 Austragungsort des Internationalen Abendsportfestes. In Koblenz wurden vier Leichtathletik-Weltrekorde, fünf Europarekorde und elf DLV-Rekorde aufgestellt.

Seit 1983 wird das Mini-Internationale für Mittel- und Langstrecken durchgeführt.[2] Im Jahr 2004 wurde es mit zehn Nationen (darunter Kenia, Tunesien und Ghana) ausgetragen und war offizielle DLV-Olympia-Qualifikation für die 800-Meter-Läufe der Männer und Frauen und für die 5000 Meter der Männer. Das Stadion war auch Austragungsort von Fußball-Länderspielen und DFB-Liga-Pokalspielen.

Mitte des Jahres 2006, nach Aufstieg der TuS Koblenz, wurde das Stadion aufgrund der Richtlinien der 2. Bundesliga umgebaut und renoviert. Die Kosten hierfür übernahm – als Eigentümer und Vermieter – die Stadt Koblenz. Das Flutlicht bekam eine Stärke von 1200 Lux und es wurde eine Videowand eingebaut. Das Fassungsvermögen für die 2. Bundesliga betrug 15.000 Personen. In der Sommerpause 2007 erhielt das Stadion eine Rasenheizung und einen neuen Rasenbelag. Die Stehränge 1 bis 4 wurden gemäß der Auflagen mit neuen Betonstufen versehen und im Südbereich eine Zusatztribüne installiert.

Im März 2011 wurde die 2007 errichtete Südtribüne aufgrund statischer Probleme vorerst geschlossen, nachdem festgestellt worden war, dass der Untergrund die Belastungen der Tribüne nicht mehr vollständig tragen kann. Es wurden daraufhin leichte bauliche Veränderungen an der Tribüne und deren Untergrund vorgenommen, sodass die Tribüne bereits zwei Wochen später wieder geöffnet werden konnte.

Nach dem Rückzug der TuS Koblenz in die Fußball-Regionalliga Südwest zur Saison 2011/12 wurden die Zusatztribünen auf der Gegengeraden und die Südtribüne abgebaut. Die hohen Mietkosten waren für den Verein nicht mehr tragbar. Dadurch verringerte sich die Kapazität des Stadions von 15.000 auf 9.500 Zuschauer. Um weitere Einsparungen vorzunehmen wurde zunächst auch darauf verzichtet die Videoleinwand weiter zu betreiben. 2012 wurde sie jedoch wieder in Betrieb genommen, da ein Sponsor die Kosten übernahm. Ebenso wurde 2013 der VIP-Bereich des Stadions neben der Haupttribüne wieder eröffnet, nachdem die Konstruktion aus Containern renoviert worden war. Betreiber des Bereichs ist seitdem ein Sponsor des Vereins aus dem Bereich der Gastronomie.

Innenansicht des Stadions Oberwerth 2008

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Energieversorgung Mittelrhein GmbH (Hrsg.): Geschichte der Stadt Koblenz. Gesamtredaktion: Ingrid Bátori in Verbindung mit Dieter Kerber und Hans Josef Schmidt
    • Bd. 1: Von den Anfängen bis zum Ende der kurfürstlichen Zeit. Theiss, Stuttgart 1992, ISBN 3-8062-0876-X
    • Bd. 2: Von der französischen Stadt bis zur Gegenwart. Theiss, Stuttgart 1993, ISBN 3-8062-1036-5

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Stadion Oberwerth – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Stadion Oberwerth in: stadionsuche.de
  2. Christian Ermert: Mini-Internationales in Koblenz herausgeputzt, www.leichtathletik.de 21. Mai 2012