Stadt-Apotheke (Külsheim)

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Die Stadt-Apotheke Külsheim in der Hauptstraße 2/Ecke Hardheimer Straße ist seit ihrer ersten Erwähnung im Jahr 1714 die einzige Apotheke in Külsheim, einer Stadt im Main-Tauber-Kreis im Nordosten Baden-Württembergs. Bis in das 19. Jahrhundert war die Apotheke an verschiedenen Orten in der Stadt untergebracht. Seit 1837 steht die Apotheke an ihrem jetzigen Standort, seit 1971 trägt sie den Namen Stadt-Apotheke Külsheim.[1]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Apotheke in Külsheim um 1900

Die Geschichte der Apotheke in Külsheim beginnt um das Jahr 1714, als dem Apotheker Johann Jakob Veth, gebürtig aus Aschaffenburg, durch die Kurfürstlich-Mainzische Regierung „die Erlaubnis erteilt [wurde], eine Apotheke in Külsheim – die erste daselbst – auf- und einzurichten“.[2]

Erst mit der Niederlassung des Arztes Jacob Adam Väth im Jahr 1810 setzt die Überlieferung einer Apotheke in Külsheim wieder ein.[3] Dr. Väth war der erste ständige Arzt mit Wohnsitz in Külsheim.[4] Da es zu diesem Zeitpunkt in der Stadt keine Apotheke gab und Arzneien aus Tauberbischofsheim oder Wertheim besorgt werden mussten, führte er „zur möglichsten Abhilfe“ bis ins Jahr 1827 eine Notapotheke.[5] Am 27. April 1827 wurde dem Apotheker Andreas Haberstroh „mittels höchster Entschließung Sr. Königl. Hoheit des Großherzogs“ die Erlaubnis erteilt, „eine personale Bezirksapotheke“ in Külsheim zu errichten.[6] Sein Nachfolger wurde 1832 Franz Stolz aus Bühl, Bruder des Freiburger Volksschriftstellers Alban Stolz. Ein Jahr später erhielt Franz Stolz vom Großherzog von Baden ein Real-Privileg zum Betrieb einer Apotheke in Külsheim.[7] Er entschloss sich daraufhin, eine neue Apotheke zu errichten und bezog diese im Jahr 1837. Dieses inzwischen unter Denkmalschutz stehende Gebäude beherbergt bis heute die Külsheimer Apotheke.[8]

Buntsandstein-Eingangsportal (Ausschnitt) mit Jahreszahl der Erbauung (1837)
Die heutige Stadt-Apotheke Külsheim – links der unter Denkmalschutz stehende Teil der Apotheke

1842 verkaufte Franz Stolz die Külsheimer Apotheke an den Freiburger Apotheker Casimir Glückherr. Da dieser nach Amerika auswandern wollte, ging die Apotheke bereits wenige Jahre später (1847) an den Apotheker Max von der Bank aus Mannheim über. Heinrich Eichhorn (1861), Adolph Baier (1876) und Heinrich Maus (1877) folgten, ehe die Külsheimer Apotheke 1887 in den Besitz der Familie Pfrang-Weber ging, die diese bis heute in vierter Generation führt.

Am 9. Juli 1887 erwarb Oskar Pfrang die Külsheimer Apotheke von Heinrich Maus. Der aus Neubrunn im Landkreis Würzburg stammende Apotheker und Sohn des Lehrers Johann Pfrang engagierte sich früh in der Külsheimer Bürgerschaft und war von 1925 bis 1927 Bürgermeister der Stadt Külsheim. Nach seinem Tod im Jahr 1942 wurde die Apotheke zunächst einige Jahre verpachtet.

Am 1. Oktober 1951 übernahm der Apotheker Helmuth Weber mit seiner Frau Gertrud, Enkelin des Oskar Pfrang, die seit 1950 so benannte „Pfrang’sche Apotheke“. Von 1965 bis 1971 wurde die Apotheke erneut verpachtet, da Helmuth Weber als Sanitätsoffizier zur Bundeswehr ging. Nach dem Ende seiner Bundeswehrzeit als Divisionsapotheker kehrte er im Jahr 1971 in die Külsheimer Apotheke zurück, die seither den Namen „Stadt-Apotheke Külsheim“ trägt. Am 30. November 1985 übernahm Angela Haegele-Weber die Apotheke ihres Schwiegervaters. In den folgenden Jahren wurde die historische Apotheke umgestaltet, modernisiert und durch einen Anbau erweitert.

Apotheker[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der 1985 errichtete Anbau der Stadt-Apotheke Külsheim
um 1714 Johann Jacob Veth
1827 – 1832 Andreas Haberstroh
1832 – 1842 Franz Stolz
1842 – 1847 Casimir Glückherr
1847 – 1861 Max von der Bank
1861 – 1876 Heinrich Eichhorn
1876–1877 Adolf Baier
1877 – 1887 Heinrich Maus
1887 – 1942 Oskar Pfrang
1942 – 1947 Weissenberger (Pacht)
1947 – 1949 Popp (Pacht)
1950 Meder (Verwaltung)
1951 – 1965 Helmuth Weber
1965 – 1971 Griseldis Assenmacher (Pacht)
1971 – 1985 Helmuth Weber
seit 1985 Angela Haegele-Weber

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Cullesheimer Kreis – Heimat- und Kulturverein Külsheim e. V. (Hrsg.): Külsheimer Jahrbuch 2009
  • Haug, Joachim: Kleine Geschichte der Stadt-Apotheke Külsheim, unveröff. Manuskript, 1988
  • Stadt-Apotheke Külsheim: Jubiläumsbroschüre 300 Jahre Stadt-Apotheke Külsheim, Külsheim, 2014
  • Weiss, Elmar/Edelmann, Irmtraut/Lauf, Helmuth: Geschichte der Brunnenstadt Külsheim. Zwei Bände (Hrsg.: Stadt Külsheim), Tauberbischofsheim, 1992

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Offizielle Website der Stadt-Apotheke Külsheim. Abgerufen am 31. Januar 2023.
  2. Ein detailliertes Datum ist den Akten nicht zu entnehmen: Schreiben Nr. 2342 des Großherzoglich Badischen General-Landesarchivs Karlsruhe vom 13. Juli 1914 an den Hauptlehrer Karl Seitz in Külsheim (Sammlung Prof. Dr. Ulrich Weber).
  3. Nur wenige Zeugnisse aus den frühen Külsheimer Jahren sind erhalten, da „nahezu alle alten Bestände“ des Stadtarchivs im Jahr 1877 vernichtet und zum Einstampfen an eine Papierfabrik verkauft wurden: Landesarchiv Baden-Württemberg. Abgerufen am 14. Dezember 2021.
  4. Die Arztstelle in Külsheim – Auszug aus der „Spiesberger Chronik“, eine von dem Külsheimer Chirurgen Alois Spiesberger 1878 begonnene umfassende Stadtchronik in zwei Bänden (im Eigentum der Familie Spiesberger): Heimatverein Külsheim. Abgerufen am 30. November 2021.
  5. Arztstelle und Apotheke – Aus dem Memorabilienbuch von Pfarrer Anton Zimmermann, 1852 bis 1882 Pfarrer in Külsheim: Heimatverein Külsheim. Abgerufen am 30. November 2021.
  6. Spiesberger Chronik, Blatt 295
  7. Zum Unterschied von Personal- und Real-Privileg: Realkonzession.
  8. Regierungspräsidium Stuttgart, Verzeichnis der unbeweglichen Bau- und Kunstdenkmale in Baden-Württemberg, Regierungsbezirk Stuttgart – Main-Tauber-Kreis – Gemeinde Külsheim, Stand 2006: „Hauptstraße 2: Apotheke. Massivbau mit gerahmtem Portal mit Windfang. Keilstein 1837 bez.“; Stadtverwaltung Külsheim.