Stadtmuseum Düren

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Stadtmuseum Düren
StadtmuseumDuerenDE.jpg
Außenansicht des Museums (2012)
Daten
Ort Düren, Nordrhein-Westfalen
Art
Stadtmuseum
Architekt unbekannt
Eröffnung 2009
Besucheranzahl (jährlich) 5449[1]
Website

Das Stadtmuseum Düren ist ein 2009 gegründetes, ehrenamtlich geführtes Museum in Düren, Nordrhein-Westfalen, dass in seinen Räumen anhand ausgewählter Exponate die Geschichte der Stadt Düren darstellt.

Nach der Neueröffnung einer Ausstellung rund um die 1920er Jahre werden in den Räumen des Stadtmuseums zurzeit Ausstellungen über die Besatzungszeit der Jahre 1918 bis 1929 gezeigt, wobei der Fokus auf die Dürener Stadtgeschichte gelegt wurde. Ergänzt wird das Angebot um eine dauerhafte Einrichtung, die sich mit den Luftangriffen am 16. November 1944 auf die Stadt Düren beschäftigt. Neu ist die Ausstellung „Von Brauern und Wirten - Dürener Biergeschichte(n)“. Sie beschäftigt sich der Geschichte der Dürener Brauereien, Gaststätten und Wirtshäuser und den ein oder anderen Geschichten und Anekdoten aus ihnen. Seit Frühjahr 2020 können die Ausstellungsräume auch in einem virtuellen Rundgang betrachtet werden.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im September 2008 baute die Dürener Geschichtswerkstatt[2] im ehemaligen Bettenhaus Thiemonds in Düren eine zeitlich befristete Ausstellung über die 1950er Jahre auf. Die starke Resonanz der Dürener Bevölkerung ermutigte eine Initiative, neben den bereits existierenden Dürener Museen ein stadtgeschichtliches Museum einzurichten.

Die Sparkasse Düren stellte dazu in der Arnoldsweilerstraße in der Dürener Innenstadt Räumlichkeiten zur Verfügung, die zuvor als erster und bisher einziger Autoschalter der Dürener Bankinstitute dienten. Bereits im Jahr 2009 konnte die erste Ausstellung eröffnet werden, die die Zeit von 747 bis 1814 zeigte. Nach und nach erarbeiten die größtenteils ehrenamtlichen Mitarbeiter weitere Abschnitte der Dürener Stadtgeschichte, so dass in unregelmäßigen Abständen ein Wechsel der Ausstellungen stattfindet.

Es ist für die Zukunft geplant, das Stadtmuseum (nach Umbau) in das ehemalige Schulgebäude, Schenkelstraße 6–8, später eine Zweigstelle des Dürener Rathauses, umzuziehen.[3]

Aktuelle Ausstellungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einblick in die aktuelle Ausstellung „Von Brauern und Wirten - Dürener Biergeschichte(n)“

Das Museum zeigt Ausstellungen zu folgenden Zeitabschnitten und Themen:

Von Brauern und Wirten – Dürener Biergeschichte(n)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Dürener Gaststätten und Wirtshäuser beherbergen und bewirten seit Jahrhunderten die Gäste der Stadt. Doch sie schaffen nicht nur Reisenden ein (vorübergehendes) Heim und den Bewohnern Dürens gemütliche Treffpunkte, sondern waren und sind ebenso für Vereine aller Art unentbehrliche Lokalitäten. Sie boten einen Ort zum Austausch, und auch zur Zurschaustellung von Kuriositäten. Beispielsweise im Dezember 1845, als in der Gastwirtschaft „Zur Eule“ in der Kämergasse ein Kalb mit zwei Hinterteilen und acht Füßen gegen Gebühr besichtigt werden konnte. In ihnen fanden Konzerte und Theateraufführungen statt. Damals wie heute sind sie Ausdruck ihrer Zeit, Teil der Kultur der Stadt und prägen insofern nicht nur die einheimische Bevölkerung, sondern gerade auch die auswärtigen Gäste, die in ihnen verkehren.

Das Stadtmuseum Düren hat sich diesem Thema in der neuen Ausstellung „Von Brauern und Wirten – Dürener Biergeschichte(n)“ angenommen. Denn es gibt noch zahlreiche solcher Geschichten zu erzählen. Geschichten von Gaststätten, Hotels und Brauereien, die man heute noch kennt. Und Geschichten von Lokalen und Wirtshäusern, die im Laufe der Jahre aus der Erinnerung verschwunden sind. Viele von ihnen können seit dem 25. Oktober 2020 in der neuen Ausstellung „Von Brauern und Wirten – Dürener Biergeschichte(n)“ im Dürener Stadtmuseum nachverfolgt werden.

Einblick in die Ausstellung Betrogene Hoffnungen im Stadtmuseum Düren.

Betrogene Hoffnungen. Düren zwischen Aufbruch und Weltwirtschaftskrise 1919–1929[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 23. April 2017 wurde die Ausstellung „Dürens Goldene Jahre“ durch die Ausstellung "Betrogene Hoffnungen. Düren zwischen Aufbruch und Weltwirtschaftskrise 1919-1929" ersetzt. Sie folgt der Weimarer Zeit und zeigt das Leben in Düren nach dem Ersten Weltkrieg. Technische Entwicklungen, eine neue Mode, aber auch Elend, wirtschaftliche Sorgen und politische Ereignisse werden gezeigt und bieten einen Einblick in die „Goldenen Zwanziger“ Dürens.

16. November 1944[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In weniger als einer halben Stunde legten Bomben der Royal Air Force am Nachmittag des 16. November 1944 die Stadt Düren in Schutt und Asche. Mehr als 90 % der Innenstadt wurden zerstört, 3126 Menschen starben nach offiziellen Angaben. Ein kleiner Ausstellungsraum ist dauerhaft als Gedenkraum für diesen wichtigen Tag der jüngeren Dürener Geschichte konzipiert. Anhand sorgfältig ausgewählter Exponate und Bilder soll das Ausmaß der Zerstörung verdeutlicht werden.

Vergangene Ausstellungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

747 bis 1814. Von den Anfängen bis zum Ende der Franzosenzeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In einer kleinen Ausstellung wurde die Zeit der fränkischen Besiedlung und der Pfalz, die Stadtwerdung und -befestigung, Düren als Wallfahrtsort nach dem Verbleib des Annahauptes in Düren, der Zerstörung Dürens 1543 durch Kaiser Karl V., Wenzel Hollar in Düren sowie die französische Herrschaft 1794 bis 1814 gezeigt.

Dürens Goldene Jahre 1871 bis 1914[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Für die Stadt Düren ist die Zeit zwischen 1871 und 1914 von besonderer Bedeutung. In der „Stadt der Millionäre“ herrschte Hochkonjunktur, die Bevölkerung wuchs um mehr als das doppelte und auch die Stadt veränderte sich rasant. Gleichzeitig zeichneten sich die wohlhabenden Industriellen in der "Stadt der Millionäre" durch ein bürgerschaftliches Engagement aus – so entstanden in dieser Zeit kulturelle Einrichtungen wie das Leopold-Hoesch-Museum oder das Stadttheater. Aber auch soziale Einrichtungen wurden geschaffen, wie Schulen, Heime oder auch Institutionen der Blindenpflege. Für viele Teile der Bevölkerung bedeutete die Zeit aber auch Verarmung, Wohnungselend, Versorgungsprobleme und Krankheit.

Die Ausstellung war bis zum 2. April 2017 in den Räumen des Stadtmuseums zu sehen. Ausgewählte Exponate wie etwa das Stadtmodell von 1634 sollen in veränderter Form weiterhin für die Besucher des Museums zur Verfügung stehen.

Heimatfront – Düren und der Erste Weltkrieg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einblick in die ehemalige Ausstellung "Neue Horizonte. Dürener Migrantinnen erzählen"

Im April 2014 wurde die Ausstellung „Dürens Goldene Jahre“, die die Jahre 1871 bis 1914 behandelte um eine Ausstellung zum Ersten Weltkrieg und seine Auswirkungen auf die Stadt Düren erweitert.

Der Krieg bedeutete auch für Düren einen tiefen Einschnitt. Wo zunächst Begeisterung zu spüren war, breiteten sich bald Ernüchterung, Verbitterung und Kriegsmüdigkeit aus. Aufgrund der Nähe zur Westfront wurden in Düren Lazarette und Genesungsheime eingerichtet. Für die Bevölkerung an der „Heimatfront“ war die Zeit zudem gekennzeichnet durch steigende Lebensmittelknappheit sowie den Verlust zahlreicher Angehöriger. Die Ausstellung "Heimatfront – Düren und der Erste Weltkrieg" zeigt anhand von exemplarischen Lebensbereichen, wie sich die Realität des Krieges auf das Leben der Dürener auswirkte.

Neue Horizonte. Dürener Migrantinnen erzählen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit dem Projekt „Neue Horizonte. Dürener Migrantinnen erzählen“ geht das Stadtmuseum Düren neue Wege. Zum ersten Mal wird ein Thema mit aktuellem Bezug vorgestellt. 22 Migrantinnen aus zahlreichen Ländern haben ihre Geschichte erzählt. Junge Dürenerinnen führten mehrere Interviews mit ihnen und erfuhren so mehr über die persönliche Geschichte. Dieses Persönliche bildet das zentrale Element der Ausstellung.

Die Ausstellung ist thematisch gegliedert und beschäftigt sich mit dem Ergebnis des Projekts. Die Sichtweisen auf Themen wie „Alltag in Düren“, „Tradition“, „Flucht“ aber auch „Hoffnungen“ oder „Kulturschocks“ werden durch persönliche Geschichten, kurze Zitate, Fotos und persönliche Gegenstände dargestellt.

Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Unterschiedliche regelmäßige Veranstaltungsformate ergänzen das Angebot der ständigen Ausstellung:

Kirche St. Anna, Düren 1634, Stadtmodell nach Wenzel Hollar
  • wöchentlicher "Offener Treff" für Mitglieder und interessierte Besucher (immer dienstags)
  • Führungen durch die Ausstellung jeden letzten Sonntag im Monat oder auf Anfrage
  • Rundgänge und Themenführungen in Düren
  • Monatliche Ahnenforscherberatung durch Forscher der Westdeutschen Gesellschaft für Familienkunde Köln (WGfF) und Ahnenforschertreff
  • Die Schreibwerkstatt hilft Jung und Alt beim Lesen alter Dokumente oder Briefe. Sie wurde im Rahmen des EFI-Projekts des Kreises Düren initiiert.
  • Ausstellungsbegleitende Fachvorträge sollen einzelne Bereiche der Stadtgeschichte vertiefen
  • Die Gesprächsreihe „Dürener auf der Couch“ bietet ein vor allem unterhaltsames Forum für alle Dürener Bürger, die etwas aus ihrem Leben zu erzählen haben
  • Schul-AG "Stadtmuseum" in Kooperation mit dem Rurtalgymnasium
  • Geocaching-Touren durch die Stadt
  • Sonderveranstaltungen zum Internationalen Museumstag[4]
  • Teilnahme am "Kulturrucksack NRW"

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Trägerverein Stadtmuseum Düren e. V. (Hrsg.): Dürens Goldene Jahre 1871–1914. Begleitbuch zur III. Abteilung der Ständigen Ausstellung zur Stadtgeschichte. Hahne & Schloemer, Düren 2014, ISBN 978-3-942513-22-7.
  • Trägerverein Stadtmuseum Düren e. V. (Hrsg.): Was bleibt von Preußen in Düren? Begleitbuch zur gleichnamigen Ausstellung im Stadtmuseum September 2015 bis Mai 2016. Mit Beiträgen von Dr. Karl-Wilhelm Nellessen und Christel Kreutzer. Hahne & Schloemer, Düren 2016, ISBN 978-3-942513-35-7.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Jahreshauptbericht 2018-2019. Abgerufen am 11. Juni 2019.
  2. Dürener Geschichtswerkstatt. Abgerufen am 10. Mai 2017.
  3. aid-24542005
  4. Dürenern ins Fotoalbum geschaut. Abgerufen am 10. Mai 2017.

Koordinaten: 50° 48′ 33″ N, 6° 29′ 8,1″ O