Stadtmuseum Düren

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Stadtmuseum Düren
StadtmuseumDuerenDE.jpg
Außenansicht des Museums (2012)
Daten
Ort Düren, Nordrhein-Westfalen
Art Stadtmuseum
Architekt unbekannt
Eröffnung 2009
Leitung Bernd Hahne/Paul Larue
Website www.stadtmuseumdueren.de

Das Stadtmuseum Düren ist ein 2009 gegründetes, ehrenamtlich geführtes Museum in Düren, Nordrhein-Westfalen, dass in seinen Räumen anhand ausgewählter Exponate die Geschichte der Stadt Düren darstellt.

Nach der Neueröffnung einer Ausstellung rund um die 1920er Jahre werden in den Räumen des Stadtmuseums zurzeit (2017) Ausstellungen über den Ersten Weltkrieg sowie der sich anschließenden Besatzungszeit der Jahre 1918 bis 1929 gezeigt, wobei der Fokus auf die Dürener Stadtgeschichte gelegt wurde. Ergänzt wird das Angebot um eine dauerhafte Einrichtung, die sich mit den Luftangriffen am 16. November 1944 auf die Stadt Düren beschäftigt.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im September 2008 baute die Dürener Geschichtswerkstatt[1] im ehemaligen Bettenhaus Thiemonds in Düren eine zeitlich befristete Ausstellung über die 1950er Jahre auf. Die starke Resonanz der Dürener Bevölkerung ermutigte eine Initiative, neben den bereits existierenden Dürener Museen ein stadtgeschichtliches Museum einzurichten.

Die Sparkasse Düren stellte dazu in der Arnoldsweilerstraße in der Dürener Innenstadt Räumlichkeiten zur Verfügung, die zuvor als erster und bisher einziger Autoschalter der Dürener Bankinstitute dienten. Bereits im Jahr 2009 konnte die erste Ausstellung eröffnet werden, die die Zeit von 747 bis 1814 zeigte. Nach und nach erarbeiten die größtenteils ehrenamtlichen Mitarbeiter weitere Abschnitte der Dürener Stadtgeschichte, so dass in unregelmäßigen Abständen ein Wechsel der Ausstellungen stattfindet.

Aktuelle Ausstellungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Museum zeigt Ausstellungen zu folgenden Zeitabschnitten:

Heimatfront – Düren und der Erste Weltkrieg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Feldpost aus dem Ersten Weltkrieg

Im April 2014 wurde die Ausstellung „Dürens Goldene Jahre“, die die Jahre 1871 bis 1914 behandelte um eine Ausstellung zum Ersten Weltkrieg und seine Auswirkungen auf die Stadt Düren erweitert. Der Krieg bedeutete auch für Düren einen tiefen Einschnitt. Wo zunächst Begeisterung zu spüren war, breiteten sich bald Ernüchterung, Verbitterung und Kriegsmüdigkeit aus. Aufgrund der Nähe zur Westfront wurden in Düren Lazarette und Genesungsheime eingerichtet. Für die Bevölkerung an der „Heimatfront“ war die Zeit zudem gekennzeichnet durch steigende Lebensmittelknappheit sowie den Verlust zahlreicher Angehöriger. Die Ausstellung "Heimatfront - Düren und der Erste Weltkrieg" zeigt anhand von exemplarischen Lebensbereichen, wie sich die Realität des Krieges auf das Leben der Dürener auswirkte.

Betrogene Hoffnungen. Düren zwischen Aufbruch und Weltwirtschaftskrise 1919-1929[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 23. April 2017 wurde die Ausstellung „Dürens Goldene Jahre“ durch die Ausstellung "Betrogene Hoffnungen. Düren zwischen Aufbruch und Weltwirtschaftskrise 1919-1929" ersetzt. Sie folgt der Weimarer Zeit und zeigt das Leben in Düren nach dem Ersten Weltkrieg. Technische Entwicklungen, eine neue Mode, aber auch Elend, wirtschaftliche Sorgen und politische Ereignisse werden gezeigt und bieten einen Einblick in die „Goldenen Zwanziger“ Dürens

16. November 1944[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In weniger als einer halben Stunde legten Bomben der Royal Air Force am Nachmittag des 16. November 1944 die Stadt Düren in Schutt und Asche. Mehr als 90 % der Innenstadt wurden zerstört, 3126 Menschen starben nach offiziellen Angaben. Ein kleiner Ausstellungsraum ist dauerhaft als Gedenkraum für diesen wichtigen Tag der jüngeren Dürener Geschichte konzipiert. Anhand sorgfältig ausgewählter Exponate und Bilder soll das Ausmaß der Zerstörung verdeutlicht werden.

Vergangene Ausstellungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kirche St. Anna, Düren 1634, Stadtmodell nach Wenzel Hollar

747 bis 1814. Von den Anfängen bis zum Ende der Franzosenzeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In einer kleinen Ausstellung wurde die Zeit der fränkischen Besiedlung und der Pfalz, die Stadtwerdung und -befestigung, Düren als Wallfahrtsort nach dem Verbleib des Annahauptes in Düren, der Zerstörung Dürens 1543 durch Kaiser Karl V., Wenzel Hollar in Düren sowie die französische Herrschaft 1794 bis 1814 gezeigt.

Dürens Goldene Jahre 1871 bis 1914[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Für die Stadt Düren ist die Zeit zwischen 1871 und 1914 von besonderer Bedeutung. In der „Stadt der Millionäre“ herrschte Hochkonjunktur, die Bevölkerung wuchs um mehr als das doppelte und auch die Stadt veränderte sich rasant. Gleichzeitig zeichneten sich die wohlhabenden Industriellen in der "Stadt der Millionäre" durch ein bürgerschaftliches Engagement aus – so entstanden in dieser Zeit kulturelle Einrichtungen wie das Leopold-Hoesch-Museum oder das Stadttheater. Aber auch soziale Einrichtungen wurden geschaffen, wie Schulen, Heime oder auch Institutionen der Blindenpflege. Für viele Teile der Bevölkerung bedeutete die Zeit aber auch Verarmung, Wohnungselend, Versorgungsprobleme und Krankheit. Die Ausstellung war bis zum 2. April 2017 in den Räumen des Stadtmuseums zu sehen. Ausgewählte Exponate wie etwa das Stadtmodell von 1634 sollen in veränderter Form weiterhin für die Besucher des Museums zur Verfügung stehen.

Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Unterschiedliche regelmäßige Veranstaltungsformate ergänzen das Angebot der ständigen Ausstellung:

  • wöchentlicher "Offener Treff" für Mitglieder und interessierte Besucher
  • Kontor, ausgestellt im Dürener Stadtmuseum
    Führungen durch die Ausstellung jeden letzten Sonntag im Monat oder auf Anfrage
  • Rundgänge und Themenführungen in Düren
  • Monatliche Ahnenforscherberatung durch Forscher der Westdeutschen Gesellschaft für Familienkunde Köln (WGfF) und Ahnenforschertreff
  • Die Schreibwerkstatt hilft Jung und Alt beim Lesen alter Dokumente oder Briefe. Sie wurde im Rahmen des EFI-Projekts des Kreises Düren initiiert.
  • Ausstellungsbegleitende Fachvorträge sollen einzelne Bereiche der Stadtgeschichte vertiefen
  • Die Gesprächsreihe „Dürener auf der Couch“ bietet ein vor allem unterhaltsames Forum für alle Dürener Bürger, die etwas aus ihrem Leben zu erzählen haben
  • Wöchentlicher Dienstagstreff für alle interessierten Bürger in den Räumen des Stadtmuseums
  • Schul-AG "Stadtmuseum" in Kooperation mit dem Rurtalgymnasium
  • Geocaching-Touren durch die Stadt
  • Sonderveranstaltungen zum Internationalen Museumstag [2]
  • Teilnahme am "Kulturrucksack NRW"

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Trägerverein Stadtmuseum Düren e.V. (Hrsg.): Dürens Goldene Jahre 1871–1914. Begleitbuch zur III. Abteilung der Ständigen Ausstellung zur Stadtgeschichte. Hahne & Schloemer, Düren 2014, ISBN 978-3-942513-22-7.
  • Trägerverein Stadtmuseum Düren e. V. (Hrsg.): Was bleibt von Preußen in Düren? Begleitbuch zur gleichnamigen Ausstellung im Stadtmuseum September 2015 bis Mai 2016. Mit Beiträgen von Dr. Karl-Wilhelm Nellessen und Christel Kreutzer. Hahne & Schloemer, Düren 2016, ISBN 978-3-942513-35-7.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Dürener Geschichtswerkstatt. Abgerufen am 10. Mai 2017.
  2. Dürenern ins Fotoalbum geschaut. Abgerufen am 10. Mai 2017.

Koordinaten: 50° 48′ 33″ N, 6° 29′ 8″ O