Stanislaus Bornbach

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Stanislaus Bornbach, auch Stenzel Bornbach (* 14. Januar 1530 in Warschau; † 27. März 1597 in Danzig), war ein Chronist.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stanislaus wurde als Sohn des präsidierenden Bürgermeisters von Warschau Georg Bornbach und seiner Frau Elisabeth Beyer (Danziger Ratsherrentochter) geboren. Er studierte an der Universität Wittenberg und führte dann Reisen nach Frankreich, Brabant, Holland und Deutschland durch. 1557 wählte er Danzig als seinen ständigen Aufenthaltsort und erwarb das Bürgerrecht. 1561 Vorsteher des Gertruden-Hospitals, wurde er 1570 Ratsherr dritter Ordnung der Stadt Danzig und 1571 Stadtschreiber an der großen Mühle.

Bedeutung erlangte Bornbach als Chronist der preußischen und der Danziger Geschichtsschreibung. Dazu baute er eine Sammlung auf, die Chroniken, Landesakten, Urkunden und Gesandtschaftsberichte umfasste. Diese dossierartige Sammlung diente später als Vorlage für weitere historische Ausarbeitungen zu Danzig und Preußen. Handschriften befinden sich heute u. a. in Berlin, Danzig und Moskau.[1]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Udo Arnold: Studien zur preußischen Historiographie des 16. Jahrhunderts, Bonn 1967, S. 172 f.
  • Ernst Bahr: Bornbach, Stanislaus. In: Neue Deutsche Biographie (NDB). Band 2, Duncker & Humblot, Berlin 1955, ISBN 3-428-00183-4, S. 467 f. (Digitalisat).
  • Paul Gehrke: Das Ebert Ferber-Buch und seine Bedeutung für die Danziger Tradition der Ordensgeschichte, Zeitschrift des Westpreußischen Geschichtsvereins 31 (1892), S. 1–164.
  • Jolanta Dworzackowa: Dziejopisarstwo Gdańskie do połowy XVI wieku [Die Danziger Geschichtsschreibung bis zur Mitte des 16. Jahrhunderts], Danzig 1962, S. 18 f., 25 f., 36, 41.
  • Arno Mentzel-Reuters: Stadt und Welt. Danziger Historiographie des 16. Jahrhunderts, in: Kulturgeschichte Preußens königlich polnischen Anteils in der Frühen Neuzeit, hg. von Sabine Beckmann / Klaus Garber (Frühe Neuzeit 103), Tübingen 2005, S. 99–128, bes. S. 119.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. SBB: Mss. Boruss. fol. 175, 249, 269, 591 und 1017; Danzig, ehemalige StB [heute Biblioteka Gdańska Polskiej Akademii Nauk]: Mss. 72–78, 486, 675, 706, 724, 867, 867a, 868, Ortm. fol. 74 und Uph. fol. 1, 1b, 29 und 115; Moskau, RSB: Fonds 68, Nrn. 342, 343.1 und 344.