Stecker-Typ C

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Ungeerdete Steckdosen vom Typ C

Als Stecker-Typ C werden zweipolige Stecker und Steckdosen ohne Schutzkontakt bezeichnet. Typisch ist die Verwendung von Rundstiften von 4 bis 5 mm Durchmesser bei den Steckern, im Gegensatz zu den amerikanischen Steckertypen A und B mit Flachstiften. Stecker des Typs C werden üblicherweise mit einer Spannung von 220 bis 240 V betrieben. Die Bezeichnung Typ C folgt der Klassifikation des Handelsministerium der Vereinigten Staaten.[1] International ist diese Steckerform im CEE-System in der Norm CEE 7/16 festgelegt.

Aktuelle Typ-C-Stecker[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Abseits historischer Bauformen werden Stecker vom Typ C in Form des Euro- und des Konturensteckers eingesetzt.

Alte französische und deutsche zweipolige Steckdosen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die zweipoligen Vorläufer der heutigen französischen und deutschen Steckdosen sowie der in vielen anderen europäischen Staaten (Belgien, Niederlande, Österreich u. a.) eingesetzten Typen ähneln sich sehr. Daher passen die später entwickelten dreipoligen (geerdeten) Stecker in die alten Steckdosen – allerdings nicht die alten Stecker in die neuen geerdeten Steckdosen. Die alten Stecker des Typs C sahen den alten sowjetischen Steckern ähnlich, hatten jedoch dickere Stifte.

Der Stiftabstand beträgt 19 mm, die Stiftdicke 5 mm.

Russische Stecker[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Russland und den anderen aus der ehemaligen Sowjetunion entstandenen Staaten wird oft noch das alte Steckersystem für 250 V mit maximal 6 A ohne Erdkontakt verwendet. Der Stiftabstand beträgt 19 mm und die Stiftstärke 4 mm. Es gibt keine Aussparungen für Schuko oder die französischen Steckdosen.

Typ-C-Steckkontakte an Röhrenradios[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von historischer Bedeutung gibt es auch zweipolige Steckkontakte an Röhrenradios, die ebenfalls zwei 4-mm-Buchsen haben und den Typ-C-Steckern zugerechnet werden. Der Abstand der äußeren Stifte des Steckers beträgt meist 19 mm. Oft haben diese einen mittleren Schutzstift. Fehlt dieser, können die Stecker versehentlich in die Netzsteckdose gesteckt werden. Dies führt zur Zerstörung der Komponenten.

Üblicherweise wurden damit Lautsprecher, Antennen und Sonstiges angeschlossen.[2][3] Auch wurden früher gelegentlich Gleichspannung oder niedrigere Spannung über ähnliche Steckdosen angeschlossen. Wegen der hohen Verwechslungsgefahr sollten diese nicht mehr benutzt werden.

Verwendung von Steckdosen ohne Schutzleiter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein Eurostecker, daneben eine ungeerdete zweipolige Trennspannungs-Steckdose

Mittlerweile werden wieder solche Steckdosen ohne Schutzleiter zum Kauf angeboten; diese haben zwar eine CE-, aber keine VDE-Kennzeichnung. Für Laborzwecke nach einem Trenntransformator oder bei 12-Volt-zu-230-V-Wandlern, also ohne Bezug auf Erde, sind Steckerdosen des Typs C durchaus sinnvoll. Von dem Einbau in Gebäuden wird wegen der geltenden Vorschriften in Deutschland abgeraten. Zwar kann man problemlos Fehlerstrom-Schutzschalter davor betreiben und auch der Anschluss von Geräten der Schutzklasse 2 und 3 mit Eurostecker sind erlaubt, jedoch kann nicht verhindert werden, dass Schutzklasse-1-Geräte – die einen Schutzleiter benötigen – angeschlossen werden.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. U.S. Department of Commerce International Trade Administration (Hrsg.): Electric Current Abroad. Februar 2002 (doc.gov [PDF; 246 kB; abgerufen am 5. Juli 2013]). Electric Current Abroad (Memento vom 5. April 2012 auf WebCite)
  2. Radiosteckdose? Gleichstromsteckdose? In: Radiomuseum.org Forum. Januar 2007, abgerufen am 24. Oktober 2012.
  3. korting: Zweitlautsprecher benötigt eigenen Übertrager. In: Radiomuseum.org-Forum. November 2006, abgerufen am 24. Oktober 2012.