Stellet Licht

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Filmdaten
Deutscher Titel Stilles Licht
Originaltitel Stellet Licht
Produktionsland Mexiko, Frankreich, Niederlande
Originalsprache Plautdietsch
Erscheinungsjahr 2007
Länge 145 Minuten
Stab
Regie Carlos Reygadas
Drehbuch Carlos Reygadas
Produktion Carlos Reygadas
Jaime Romandia
Kamera Alexis Zabe
Schnitt Natalia López
Besetzung

Stellet Licht (auch Stilles Licht bzw. Luz silenciosa, englischer Titel Silent Light, Festivaltitel Lumière silencieuse) ist ein Spielfilm von Carlos Reygadas. Der Film wurde als einer von 22 Filmen für den Wettbewerb der 60. Internationalen Filmfestspiele von Cannes nominiert.

Der mexikanische Regisseur Carlos Reygadas besetzte Stellet Licht mit Laiendarstellern, wie zuvor schon in seinen Filmen Japón und Battle in Heaven. Gefilmt wurde im Umland der nordmexikanischen Mennonitenmetropole Cuauhtémoc.

Der Film wurde vom World Cinema Fund (WCF) der Berlinale gefördert. Die Produzenten sind Mantarraya Producciones und NoDream, gemeinsam mit BAC Films, Arte France Cinema, Foprocine und Motel Films als Co-Produzenten.

Handlung[Bearbeiten]

Stellet Licht erzählt die tragisch-poetische Liebesgeschichte eines plautdietschen Mennoniten im Norden Mexikos. Der mit Esther verheiratete Johan ist Bauer, hat 6 Kinder und lebt in einer religiös geprägten Siedlungskolonie, in der Plautdietsch gesprochen wird. Damit, dass er mit einer anderen Frau (Marianne) ein Verhältnis hat und zwei Frauen gleichzeitig liebt, begeht er eine unverzeihliche Sünde und stellt sich gegen seine Gemeinde und Gott. Heftige Gewissenqualen treiben Johan an den Rand seiner seelischen Belastbarkeit. Er spricht mit beiden Frauen offen über seine Gefühle, auch wenn es noch so verletzend für sie ist. Johan glaubt trotz allem daran, dass das Paradies auch auf Erden existieren kann.

Sprache[Bearbeiten]

Die Originalsprache des Filmes ist Plautdietsch, eine westpreußische Varietät des Niederdeutschen. Der Film wurde bei der Premiere in Cannes 2007 mit Untertiteln in englischer und französischer Sprache vorgeführt. Stellet Licht ist der erste internationale Kinofilm in plautdietscher Sprache.

Kritik[Bearbeiten]

Olivier Bombarda schreibt auf den Arte-Internetseiten zu Stellet Licht, dass „auch im Nachhinein von ‚Lumière Silencieuse‘ ein faszinierendes Gefühl“ ausgehe, und dass dies ein Gefühl „der Erhebung der Seele zum Göttlichen, wie ein Gebet“ sei. Der Grund dafür: In Stellet Licht, „dieser so einfachen Geschichte“, würde „noch im letzten Moment die Vorstellung eines Wunders ins Spiel gebracht“, so Bombarda, und die Bilder seien „von so erstaunlicher Schönheit“.[1]

Bis auf einige kritische Äußerungen (z. B. in der Süddeutschen Zeitung) hat der Film meist positive Pressestimmen nach sich gezogen. Anders als der letzte Film Reygadas’ (Battle in Heaven) hat dieser Film die Meinungen der Zuschauer bei weitem nicht so polarisiert.

Einige Zitate in englischer Sprache:

  • „All the scenes shine with a visual and emotional brilliance.“ – Time
  • „A masterpiece.“ – Time
  • „Reygadas’ genius makes every moment sacred.“ – Le Monde
  • „One of the most daring self-taught directors in world cinema.“
  • „A majestic film.“ – Le monde
  • „Silent light stays memory.“ – Hollywood Reporter
  • „An apparently simple story about forgiving … the images are of extraordinary beauty.“ – Manohla Dargis, New York Times
  • „The characters seem to be illuminated from the inside.“ – Manohla Dargis, New York Times

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Mexikos „Academy of Cinematographic Arts and Sciences“ hatte Stellet Licht im Oktober 2007 zur Nominierung für den amerikanischen Oscar 2008 für den besten fremdsprachigen Film vorgeschlagen.

Sonstiges[Bearbeiten]

Die Hauptdarsteller spiegeln mit ihren Herkunftsländern einen Teil der russlandmennonitischen Migrationsgeschichte: Miriam Toews lebt in Kanada, wohin Ende des 19. Jahrhunderts ein großer Teil der Mennoniten aus dem damaligen Südrussland (heute Ukraine) ausgewandert ist. Einige dieser Russlandmennoniten haben in den 1920er Jahren und später neue Kolonien in Mexiko gegründet, wo Cornelio Wall heute zuhause ist. Der Teil der Russlandmennoniten, der bis zum Zweiten Weltkrieg in der Sowjetunion geblieben ist, ist inzwischen auch weiter gewandert, nämlich als Teil der Aussiedlergruppe nach DeutschlandMaria Pankratz ist eine von ihnen; sie ist in Kasachstan geboren und lebt heute im westfälischen Espelkamp.

Sowohl Maria Pankratz als auch Miriam Toews wurden im Sommer 2006 über den Verein Plautdietsch-Freunde e. V. (Detmold) durch Peter Wiens vermittelt.[3][4]

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Arte-Internetseiten
  2. 19. Internationales Filmforum „Arsenals” Riga. In: interfilm.org. Abgerufen am 2. Juli 2013.
  3. Artikel von Garance Burke (Associated Press)
  4. Globe and Mail vom 12. Mai 2007.