Strukturpolitik

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Die Strukturpolitik ist ein Oberbegriff für die Gesamtpolitik der wirtschaftspolitischen Maßnahmen zur Gestaltung der Struktur der Volkswirtschaft eines Staates. Ziel der Strukturpolitik ist die Vermeidung bzw. Überwindung von Strukturkrisen, die das gesamtwirtschaftliche Gleichgewicht stören. Mit Strukturpolitik werden Veränderungen in der Wirtschaft, die durch neue Produkte, Globalisierung oder Strukturwandel hervorgerufen werden, abgeschwächt oder sozial verträglich gestaltet. Strukturpolitik wird in folgenden Formen umgesetzt:

  • als regionale Strukturpolitik, die durch Maßnahmen der Investitionsförderung die Ansiedlung von Industrien in Fördergebieten unterstützt
  • oder als sektorale Strukturpolitik, die durch Subventionen und Steuervergünstigungen
    • bestimmte Wirtschaftszweige aus politischen Gründen erhält (Erhaltungspolitik), Bsp.: Bergbau, Schiffbau
    • Anpassungen an den Strukturwandel erleichtert (Anpassungspolitik)
    • oder bestimmte zukunftsträchtige Technologien und Wirtschaftszweige (z.B. Erneuerbare Energien) und u. a. besonders den Einsatz von künstlicher Intelligenz in modernen Industrieregionen bewusst fördert (Gestaltungspolitik).

Die Strukturpolitik ist eine Untergattung der Prozesspolitik.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Beer, Michael: Bayerns Boom im Bauernland. Landesplanung und Strukturwandel der bayerischen Wirtschaft im ländlichen Raum von 1945 bis 1975. Lulu, Morrisville 2008, ISBN 978-1-4092-0580-7
  • Ortlieb, Heinz-Dietrich / Dörge, Friedrich-Wilhelm: Wirtschaftsordnung und Strukturpolitik; Leske Verlag, Opladen 1970
  • Peters, Hans-Rudolf: Wirtschaftspolitik; 3. Auflage, Oldenbourg Wissenschaftsverlag, 2000; S. 193f, ISBN 3-486-25502-9
  • Schlecht, Otto: Strukturpolitik in der Marktwirtschaft; Heymann, Köln 1968