Strzepowo

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Strzepowo
Strzepowo führt kein Wappen
Strzepowo (Polen)
Strzepowo
Strzepowo
Basisdaten
Staat: Polen
Woiwodschaft: Westpommern
Powiat: Koszalin
Gmina: Będzino
Geographische Lage: 54° 10′ N, 15° 52′ OKoordinaten: 54° 10′ 22″ N, 15° 52′ 26″ O
Einwohner:
Telefonvorwahl: (+48) 94
Kfz-Kennzeichen: ZKO
Wirtschaft und Verkehr
Nächster int. Flughafen: Stettin-Goleniów



Strzepowo (deutsch Strippow) ist ein Dorf in der Gmina Będzino (Gemeinde Alt Banzin) im Powiat Koszaliński der polnischen Woiwodschaft Westpommern.

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Dorf liegt in Hinterpommern, etwa 9 Kilometer südwestlich von Będzino, 21 Kilometer westlich von Koszalin (Köslin) und 120 Kilometer nordöstlich der regionalen Metropole Stettin.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Rittergut Strippow war ursprünglich ein altes Lehen der Familie Kameke; um 1784 war der Finanz-, Kriegs- und Domänenrat Alexander Friedrich von Kameke der Besitzer.[1] Zu diesem Zeitpunkt gab es in dem Gutsbezirk drei Vorwerke, zehn Bauern, fünf Halbbauern und insgesamt 44 Feuerstellen (Haushalte). Im Jahr 1788 wurde das Gut an einen Dompropst verkauft; seit 1813 befand es sich im Besitz der Familie Blankenburg.[2] Um 1820 hatte der Gutsbezirk etwa 300 Einwohner.[3] Vor dem Zweiten Weltkrieg war Strippow ein Rittergut und Kirchdorf im Landkreis Köslin der Provinz Pommern. Während des Zweiten Weltkriegs befand sich ab 1939 in dem Dorf ein Kriegsgefangenenlager für zuerst polnische und später sowjetische Kriegsgefangene.[4] Am 2. März 1945 flüchtete die Dorfbevölkerung vor der herannahenden Front, wurde aber von dieser überrollt und kehrte daher größtenteils zurück, am 4. März besetzten sowjetische Soldaten das Dorf. In der Folgezeit kam es zu Erschießungen, Plünderungen und Vergewaltigungen.[5] Das Gut und die Bauernhöfe gingen in polnischen Besitz[6] und schließlich wurde der Ort Teil Polens. Strzepowo ist heute ein Teil der Gmina Będzino in der polnischen Woiwodschaft Westpommern.

Kirchspiel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Dorf hatte eine Mutterkirche, die zur Kösliner Synode gehörte; eingepfarrt war das Nachbardorf Strachmin.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Ludwig Wilhelm Brüggemann: Ausführliche Beschreibung des gegenwärtigen Zustandes des königlich preußischen Herzogtums Vor- und Hinterpommern. Teil II, Band 2, Stettin 1784, S. 602, Nr. 118 und S. 565, Nr. 40.
  2. Martin Frank: Dimensionen meines Lebens - Eine Retrospektive, 2010, S. 6. Online
  3. Neues topographisch-statistisch-geographisches Wörterbuch des preußischen Staats. Band 4, Halle 1823, S. 399. Online
  4. Martin Frank: Dimensionen meines Lebens - Eine Retrospektive, 2010, S. 30. Online
  5. Martin Frank: Dimensionen meines Lebens - Eine Retrospektive, 2010, S. 31–32. Online
  6. Martin Frank: Dimensionen meines Lebens - Eine Retrospektive, 2010, S. 31–32. Online