Sulamith Wülfing

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Sulamith Wülfing (* 11. Januar 1901 in Elberfeld, heute zu Wuppertal; † 20. März 1989 in Wuppertal) war eine deutsche Künstlerin und Illustratorin.

Leben und Leistungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach ihrem Studium bei Otto Schulze junior und Max Bernuth gründete sie ihren eigenen Kunstverlag Selbstverlag Sulamith Wülfing, später umbenannt in Sulamith Wülfing-Verlag. Die Begegnung mit Jiddu Krishnamurti war für sie prägend. Sie war verheiratet mit Otto Schulze jun. und Kunstschulkameradin von Arno Breker.

Sulamith Wülfing wurde 1901 in Wuppertal-Elberfeld geboren. Nach einer behüteten Kindheit und Jugend studierte sie an der örtlichen Handwerker- und Kunstgewerbeschule. Der Sohn des Direktors, Otto Schulze, wurde nicht nur ihr Ehemann, sondern gleichzeitig ihr Manager, Verlagsleiter und die ordnende und bestimmende Triebkraft ihres Lebens. 1943 floh sie vor den schweren Bombenangriffen mit Mutter und Kind nach Rheinhessen und weiter ins Elsaß. Wie durch ein Wunder entging ein großer Teil ihres Werkes der Zerstörung. Nach 1945 nahm Sulamith Wülfing mit ihrem Mann wieder die künstlerische und verlegerische Arbeit auf.

Obwohl die Künstlerin ein streng abgeschiedenes, ja fast klausurhaft einsiedlerisches Leben führte, gab es Kontakte zu zeitgenössischen Schriftstellern und Malern. Zu nennen sind der nach 1945 als vermisst geltende Schriftsteller Max Jungnickel, die Langenburger Pfarrfrau Agnes Günther, deren Roman „Die Heilige und ihr Narr“ Sulamith Wülfing illustrierte. Ferner der Holzschneider Ernst von Dombrowski, dessen Werke sie sehr bewunderte, die Malerin Hanna Nagel und das Multitalent Ruth Schaumann. Befreundet war Wülfing mit den Familien Fidus und Vogeler. In den fünfziger Jahren inspirierten sie der Wuppertaler Bühnenbildner Heinrich Wendel und der Dirigent Hartmut Klug.

Die Nationalsozialisten betrachteten ihre Bilder als „entartete Kunst“ und verbrannten sie öffentlich in Königsberg. Mancher deutsche Soldat trug im Krieg ihre Postkarten wie einen Talisman im Tornister. Man hängte die Engel der Sulamith Wülfing Neugeborenen über die Wiege und gab sie Verstorbenen mit in den Sarg. Die Nachfrage der Besatzungsmacht nach ihren Bildern ließ den einschlägigen Handel sprunghaft ansteigen. Es gab Mappen, Kalender, Märchenbücher von Sulamith Wülfing und Schmuckteller-Reproduktionen auf teurem Porzellan.

Ihr Credo faßte Sulamith Wülfing in den bemerkenswerten Sätzen zusammen: „Woran ich fest glaube, ist aber die Unsterblichkeit der Seele – die Individualität, die uralt ist und noch sehr viel vor sich hat an Entfaltung, Weiterentwicklung.“[1] (aus Junge Freiheit 13/99 vom 26. März 1999)

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Sulamith Wülfing Band I: Farbige Abbildungen- mit Gedichten von Rainer Maria Rilke
  • Sulamith Wülfing Band II: Farbige Abbildungen – mit Gedichten von Rainer Maria Rilke 1932
  • Sulamith Wülfing Band III: Das Tor. Die Geschichte eines Lebens – zwölf Kupfertiefdrucktafeln
  • Sulamith Wülfing Band VI: Neun Farbige Abbildungen – mit Gedichten von Christian Morgenstern 1934
  • Sulamith Wülfing Band IX: Von Engeln. Ein Lied von Kindern, Engeln und Blüten Wuppertal – Elberfeld 1936
  • Sulamith Wülfing Band XIV: Der Märchenschrein Wuppertal – Elberfeld 1940
  • Vor dem Leuchter 1949 Mappenwerk 12 Blatt / Sulamith Wülfing Verlag Wuppertal – Elberfeld 1948
  • Der Leuchter – Liebe zu Menschen
  • Liederband I
  • Liederband II
  • Otto Schulze – Eine Art Monographie in Bildern
  • Die Truhe
  • Die Krone
  • Von der Seele
  • Der Mond ist aufgegangen – Teil 1 – Liedermappe
  • Es waren zwei Königskinder
  • Königin Maria von Rumänien – Vom Wunder der Tränen
  • Illustrationen zu: Manfred Kyber: Die drei Lichter der kleinen Veronika. Grethlein, Leipzig/Zürich 1929.

Literatur über Sulamith Wülfing[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Marlene Maurhoff: Sulamith Wülfing, meine ganze Liebe ist da drin, eine Lebensgeschichte., Aquamarin Verlag, Grafing 1995, ISBN 3-89427-019-5

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. jungefreiheit.de: Archiv. In: JUNGE FREIHEIT. (jungefreiheit.de [abgerufen am 1. Januar 2018]).