Svengali (Album)

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Svengali
Livealbum von Gil Evans
Veröffentlichung 1973
Label Atlantic Records
Format CD, LP
Genre Jazz
Anzahl der Titel 6
Laufzeit (CD)

Besetzung

Produzent = Kenneth Noland, Gil Evans

Studio New York City
Chronologie
Where Flamingos Fly
1971
Svengali The Gil Evans Orchestra Plays the Music of Jimi Hendrix/>1974

Svengali ist ein Jazz-Album von Gil Evans, aufgenommen in zwei Aufnahmesitzungen am 30. Mai und 3. Juni 1973, veröffentlicht bei Atlantic Records und als CD wiederveröffentlicht bei ACT Records.

Der Titel des Albums[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Svengali ist ein Anagramm des Namens des Bandleaders; er wurde von seinem Freund und Kollegen Gerry Mulligan geschaffen und später zur Bezeichnung langjähriger Weggefährten verwendet, die mit Gil Evans in seinen zahlreichen Projekten zusammengearbeitet haben, wie Miles Davis, Cannonball Adderley, George Adams bis hin zu Hannibal Marvin Peterson.[1] Davon abgesehen hat „Svengali“ insbesondere im Englischen die Bedeutung eines künstlerisch bestimmenden Mannes im Hintergrund.

Das Album[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

„Svengali“ wurde live in der New Yorker Trinity Church aufgenommen, bis auf den Titel „Zee Zee“, der am 3. Juni in der Philharmonic Hall entstand. Erstmals waren hier[2] 1973 die Post-Ornette Coleman und Eric Dolphy-Musiker zu hören, die das Klangbild des Orchesters in den 70er Jahren bestimmen sollten, wie Billy Harper am Tenorsaxophon, der Tubist Howard Johnson, der hier auch Baritonsaxophon und Flügelhorn spielt, sowie der Trompeter Hannibal Marvin Peterson. Ein weiteres Element, das die Musik von „Svengali“ bestimmt, war Evans´ Interesse an elektronischen Klängen; in mehreren Titeln des Album spielte der Bandleader elektrisches Piano, der Bassist Herb Bushler Bassgitarre; außerdem hatte Evans den Synthesizer-Spieler David Horowitz in die Band geholt.

„Zee Zee“ (schon im vorherigen Album aufgenommen) ist ein Feature für den „feurigen“ Peterson [3], ein weiterer Titel des Albums ist nach Cook und Morton Billy Harpers Komposition „Cry of Hunger“, in dem dieser ein längeres Solo spielt. Der Titel wurde dann – in einem ähnlichen Verfahren, wie dies Teo Macero bei Miles Davis-Alben wie Bitches Brew getan hat – neu zusammengesetzt, quasi wirkte Evans als ein Ex-post-facto-Komponist, so Cook und Morton im Penguin Guide to Jazz.

Wirkungsgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Album gilt als „die vielleicht definitivste Platte des Gil Evans Orchester“ in den 1970er Jahren, so der Evans-Biograph Raymond Horricks 1983.[4] Die Evans-Biografin Stephanie Stein Crease nennt es „eines der besten Beispiele für Gil Evans’ Band in den 1970ern.“[5] Es bekam begeisterte Kritiken und wurde für den Grammy nominiert. Das Magazin Down Beat vergab fünf Sterne.

Richard Cook und Brian Morton zeichnen in ihrem Penguin Guide to Jazz on CD das Album mit der zweithöchsten Note von dreieinhalb Sternen aus. Ian Carr zählt in Jazz Rough Guide „Svengali“ zwar zu den bemerkenswertesten Alben des Bandleaders, besonders wegen Billy Harpers einleitenden Solo im Titel „Thoroughbred“, das er für „ein kleines Meisterwerk“ hält. Er äußert jedoch Vorbehalte gegenüber dem Klangbild des Albums besonders bei den freieren Kollektivimprovisationen.

Hannibal Marvin Peterson live in New York City am 6. Juli 1976

Editionsgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Album erschien 1973 als Langspielplatte bei Atlantic Records, wurde aber von dem Label kaum promotet, war dann lange Zeit vergriffen und wurde dann in den 1990er Jahren beim ACT-Label als Compact Disc herausgegeben.

Titelliste[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Thoroughbred
  2. Blues In Orbit
  3. Eleven
  4. Cry of Hunger
  5. Summertime
  6. Zee Zee

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. vgl. Horricks, S. 11.
  2. bei Erscheinen des Albums, der „Vorgänger“ Where Flamingos Fly wurde zwar 1971 aufgenommen, erschien aber erst zehn Jahre später.
  3. vgl. Cook/Morton, S. 486.
  4. vgl. Horricks, S. 50.
  5. Stein Crease, S. 283.