Swithin

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Swithun, Bischof von Winchester. Moderne Skulptur in Stavanger in Norwegen.

Swithin von Winchester, auch Swithun oder Svithun (* um 800 in Hampshire; † 2. Juli 862 in Winchester) ist der Name eines englischen Heiligen der römisch-katholischen Kirche (2. Juli) und der anglikanischen Kirche (15. Juli).

Biographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Swithin stammte aus einer vornehmen angelsächsischen Familie, und wurde Benediktinermönch und Priester. Unter der Regentschaft von König Egbert von Wessex gehörte er neben Ealstan von Sherborne zu den zwei verlässlichen Ratsmitgliedern (Lord High Chancellor) und half ihm in den kirchlichen Angelegenheiten. Ihm wurde die Ausbildung (Tutor) der späteren Könige Ethelwulf und Alfred der Große anvertraut.

Moderne Erinnerung an Swithuns Reliquienschrein in der Kathedrale von Winchester.

Am 30. Oktober 852 wurde er von Ceolnoth, Erzbischof von Canterbury, zum Bischof von Winchester geweiht. Swithin starb am 2. Juli 862 und wurde, entsprechend seinem eigenen Wunsch, im Kirchhof der alten Kathedrale (Old Minster) bei Winchester begraben, in dem Passanten auf seinem Grab vorbei treten konnten und wo der süße Regen des Himmels auf ihn fallen konnte. Schon kurz nach seinem Tod wurde er als Heiliger verehrt.

Im Zuge der Reformation ließ Heinrich VIII. 1538 die Wertgegenstände vom Heiligenschrein entfernen und drei Jahre später wurde auch die Heiligenverehrung eingestellt.[1]

Verehrung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Außerhalb Englands wurde Swithun bis zur Reformation auch im Bistum Stavanger in Norwegen verehrt.[2][3] Die Verehrung von Swithun ist wahrscheinlich auf den ersten Bischof von Stavanger, Reinald von Winchester, zurückzuführen, der zur Zeit der Gründung Anfang des 12. Jahrhunderts in Stavanger wirkte. Erstmals schriftlich erwähnt wird Swithun in Stavanger jedoch erst im Jahr 1204. Bis zur Reformation war er der bedeutendste unter den dort verehrten Heiligen. Sein Schrein wurde nach der Reformation eingeschmolzen.

Auf den Färöern, die vom Ende der Wikingerzeit im Mittelalter bis Anfang des 19. Jahrhunderts zu Norwegen gehörten, wird der 2. Juli, Swithuns Todestag, noch heute "syftunsøkudagur" genannt. Der Name hatte sich nach der Reformation erhalten, da an diesem Tag in jedem Jahr mit der Bejagung des Arktischen Lunds (Papageientaucher) begonnen wurde. Das Bistum der Färöer wurde Mitte des 12. Jahrhunderts dem Erzbistum Nidaros (mit Sitz in Nidaros, heute Trondheim) angegliedert. Zu diesem Erzbistum gehörte auch das Bistum Stavanger. In Nidaros befand sich der Schrein von Olav dem Heiligen, der ebenfalls auf den Färöern verehrt wurde.

Weiterhin wird auch Swithuns Gedenktag in einer im Juli 1407 in Tórshavn angefertigten Abschrift einer Urkunde erwähnt.[4]

Zitate[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

„St. Swithun’s day, if thou dost rain, For forty days it will remain; St. Swithun’s day, if thou be fair, For forty days ’twill rain na mair’“

Heiliger Swithin (Wetterheiliger)

In etwa:

Regnet's am Sankt-Swithins-Tag, so regnet's weiter vierzig Tag; am Sankt-Swithins-Tag die Sonne scheint, der Himmel vierzig Tag' lang nimmer weint.

Ähnliche Wetterregeln bestehen jedoch auch für andere Heiligentage.[5]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Swithin – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Swithun von Winchester (um 800- 2. Juli 863) , zenit.org
  2. Im Jahr 1517 untersuchte der letzte katholische Bischof von Stavanger, Hoskold Hoskoldssön (1513-1537), in der dortigen Domkirche den Inhalt des Reliquienschreins von Swithun ("St. Svithuns skrin") und protokollierte diesen in einem Verzeichnis: "spwrdhe wii tha effther oc granlighe ransagade sancte Swytwns skrin oc aall anner helgedome kar paasar oc pwnghar som helghe manne beyn i wore." Diplomatarium Norvegicum (volumes I-XXI), uio.no
  3. Folk og kirke i middelalderen: studier til Norges historie, Edvard Bull, Oslo (Kristiania) 1912
  4. G. V. C. Young: From the Vikings to the Reformation - A Chronicle of the Faroe Islands Up to 1538, Shearwater Press, Douglas, Isle of Man 1979
  5. Eine ähnliche Wetterregel bezieht sich auf Gervasius von Mailand : "Quand il pleut à Saint Gervais (19. Juni), Il pleut quarante jours après." (in etwa: Wenn es regnet an St. Gervasius, es vierzig Tage regnet danach.)