Swithin

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Swithun, Bischof von Winchester. Moderne Skulptur in Stavanger in Norwegen.

Swithin von Winchester, auch Swithun oder Svithun (* um 800 in Hampshire; † 2. Juli 862 in Winchester) ist der Name eines englischen Heiligen der römisch-katholischen Kirche (2. Juli) und der anglikanischen Kirche (15. Juli).

Biographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Unter der Regentschaft von König Egbert von Wessex gehörte Swithun neben Ealstan von Sherborne zu den zwei verlässlichen Ratsmitgliedern (Lord High Chancellor) und half ihm in den kirchlichen Angelegenheiten. Ihm wurde die Ausbildung (Tutor) des späteren Königs Ethelwulf anvertraut.[1]

Moderne Erinnerung an Swithuns Reliquienschrein in der Kathedrale von Winchester.

Am 30. Oktober 852 wurde er von Ceolnoth, dem Erzbischof von Canterbury, zum Bischof von Winchester geweiht.[1]

Swithin starb am 2. Juli 862. Er wurde im Kirchhof alten Kathedrale (Old Minster) von Winchester begraben, dem Vorgängerbau der heutigen Kathedrale. Dort konnten, gemäß seinem Wunsch, Passanten über sein Grab gehen und der süße Regen des Himmels konnte darauf fallen.[1] Im 10. Jahrhundert wurde die Kathedrale unter Bischof Æthelwald I. († 984) erweitert. Dieser gründete 964 ein Benediktinerkloster und ernannte Swithin zu dessen Schutzheiligem.[2]

Am 15. Juli 971 wurden die Gebeine Swithins exhumiert und in einen Schrein im Kircheninneren überführt. Dabei sollen sich Wunder zugetragen haben, was als Beginn der Verehrung Swithins gilt.[2][1] So sollen von ihm Geheilte ihre Krücken an die Wände um sein Grab gehängt haben.[3]

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Im Zuge der Reformation ließ Heinrich VIII. 1538 die Wertgegenstände vom Heiligenschrein entfernen und drei Jahre später wurde auch die Heiligenverehrung eingestellt.[4]

Verehrung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Außerhalb Englands wurde Swithun bis zur Reformation auch im Bistum Stavanger in Norwegen verehrt.[5][6] Die Verehrung von Swithun ist wahrscheinlich auf den ersten Bischof von Stavanger, Reinald von Winchester, zurückzuführen, der zur Zeit der Gründung Anfang des 12. Jahrhunderts in Stavanger wirkte. Erstmals schriftlich erwähnt wird Swithun in Stavanger jedoch erst im Jahr 1204. Bis zur Reformation war er der bedeutendste unter den dort verehrten Heiligen. Sein Schrein wurde nach der Reformation eingeschmolzen.

Auf den Färöern, die vom Ende der Wikingerzeit im Mittelalter bis Anfang des 19. Jahrhunderts zu Norwegen gehörten, wird der 2. Juli, Swithuns Todestag, noch heute "syftunsøkudagur" genannt. Der Name hatte sich nach der Reformation erhalten, da an diesem Tag in jedem Jahr mit der Bejagung des Arktischen Lunds (Papageientaucher) begonnen wurde. Das Bistum der Färöer wurde Mitte des 12. Jahrhunderts dem Erzbistum Nidaros (mit Sitz in Nidaros, heute Trondheim) angegliedert. Zu diesem Erzbistum gehörte auch das Bistum Stavanger. In Nidaros befand sich der Schrein von Olav dem Heiligen, der ebenfalls auf den Färöern verehrt wurde.

Weiterhin wird auch Swithuns Gedenktag in einer im Juli 1407 in Tórshavn angefertigten Abschrift einer Urkunde erwähnt.[7]

Zitate[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

„St. Swithun’s day, if thou dost rain, For forty days it will remain; St. Swithun’s day, if thou be fair, For forty days ’twill rain na mair’“

Heiliger Swithin (Wetterheiliger)

In etwa:

Regnet's am Sankt-Swithins-Tag, so regnet's weiter vierzig Tag; am Sankt-Swithins-Tag die Sonne scheint, der Himmel vierzig Tag' lang nimmer weint.

Ähnliche Wetterregeln bestehen jedoch auch für andere Heiligentage.[8]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Swithin – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d Douglas Raymund Webster: SWITHUN. In: Catholic Encyclopedia, Band 14, Robert Appleton Company, New York 1912 (Die Jahresangabe 931 muss ein Druckfehler sein.).
  2. a b Britta Dörre: Swithun von Winchester (um 800- 2. Juli 863). In: de.zenit.org. 2. Juli 2016, abgerufen am 8. März 2017.
  3. Our history. In: winchester-cathedral.org.uk. Abgerufen am 8. März 2017.
  4. Swithun von Winchester (um 800- 2. Juli 863), zenit.org
  5. Im Jahr 1517 untersuchte der letzte katholische Bischof von Stavanger, Hoskold Hoskoldssön (1513–1537), in der dortigen Domkirche den Inhalt des Reliquienschreins von Swithun ("St. Svithuns skrin") und protokollierte diesen in einem Verzeichnis: "spwrdhe wii tha effther oc granlighe ransagade sancte Swytwns skrin oc aall anner helgedome kar paasar oc pwnghar som helghe manne beyn i wore." Diplomatarium Norvegicum (volumes I-XXI), uio.no
  6. Folk og kirke i middelalderen: studier til Norges historie, Edvard Bull, Oslo (Kristiania) 1912
  7. G. V. C. Young: From the Vikings to the Reformation - A Chronicle of the Faroe Islands Up to 1538, Shearwater Press, Douglas, Isle of Man 1979
  8. Eine ähnliche Wetterregel bezieht sich auf Gervasius von Mailand : "Quand il pleut à Saint Gervais (19. Juni), Il pleut quarante jours après." (in etwa: Wenn es regnet an St. Gervasius, es vierzig Tage regnet danach.)
Vorgänger Amt Nachfolger
Helmstan Bischof von Winchester
852–862
Ealhferth