Bistum Färöer

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Das ehemalige katholische Bistum Färöer (lat.: Dioecesis Fareyensis; norweg.: Kirkjubøur bispedømme) existierte vom 11. Jahrhundert bis zur Einführung der Reformation. Das Gebiet der Färöer wird heute dem katholischen Bistum Kopenhagen zugerechnet.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ruine der Magnuskathedrale

In der Färingersaga wird berichtet, wie Sigmundur Brestisson auf die Inseln kam und die Färinger zum Christentum bekehrte, mehr oder weniger einen nach dem anderen. Er wurde in seinem Heim von seinem ersten Konvertiten, Tróndur í Gøtu attackiert, brachte sich schwimmend zu einer anderen Insel in Sicherheit und wurde letztlich von einem Bauern wegen seines Goldschmucks getötet.

Wann der erste Bischof der Insel geweiht wurde, ist nicht nachvollziehbar. Adam von Bremen schreibt, dass ein selbsternannter Bischof von Helgoland im Lateinischen als Bischof von „Farria“ bezeichnet wurde.

Die Bischöfe der Färöer wurden normalerweise aus den Reihen der Kanoniker des Bistums Bergen (Norwegen) ausgewählt und waren Suffraganbischöfe des Erzbistums Bremen. Mit der Erhebung des Bistums Lund zum Erzbistum 1104 wurde das Bistum Färöer diesem zugeordnet und nach 1152 dem Erzbistum Niðaros. Der Sitz lag in Kirkjubøur. Der Legende nach erhielt Bischof Orm das Land von Gæsa Sigursdottir. Sie habe in der Fastenzeit Fleisch gegessen, das als Sakrileg galt, und als Buße dem Bischof das Land geschenkt.

Es war bekannt, dass einige der Bischöfe Geliebte hielten, und es gibt Berichte, dass die Geistlichen gelegentlich das Ius primae noctis einforderten.

Der bekannteste Bischof in Kirkjubøur war Erlendur († 1308). Er ließ die Magnuskathedrale bauen, was aber zum Aufruhr der Färinger führte, da sie die hohen Kirchenabgaben nicht mehr tragen wollten. Erlendur wurde gestürzt (wahrscheinlich konnte er fliehen; andere Überlieferungen sagen, er wurde in der Magnuskathedrale getötet).

Amund Olafson war der letzte römisch-katholische Bischof der Inseln. Er wurde gezwungen, seinen Sitz und Titel an den lutherischen Superintendenten Jens Riber abzugeben. Später wurden nur noch Provoste gewählt. Am Ende des 16. Jahrhunderts war das katholische Bekenntnis auf den Färöern verschwunden.

In katholischer Zeit wurde viel Wert auf Bau und Verschönerung der Kirchengebäude gelegt. Ein herausragendes Beispiel dafür sind die Ruinen der Magnuskathedrale. Die dicken Basaltmauern waren durchbrochen von hohen Fenstern, ein Indiz dafür, dass die Planer eigentlich eine gotische Kathedrale errichten wollten. Doch dieses Vorhaben blieb unvollendet.

Bischöfe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • G.V.C. Young: From the Vikings to the Reformation. A Chronicle of the Faroe Islands up to 1538. Isle of Man: Shearwater Press, 1979.