Szczaniec

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Szczaniec
Wappen von Szczaniec
Szczaniec (Polen)
Szczaniec
Szczaniec
Basisdaten
Staat: Polen
Woiwodschaft: Lebus
Powiat: Świebodzin
Geographische Lage: 52° 16′ N, 15° 41′ OKoordinaten: 52° 16′ 0″ N, 15° 41′ 0″ O
Einwohner: 1473 (2006)
Postleitzahl: 66-225
Telefonvorwahl: (+48) 68
Kfz-Kennzeichen: FSW
Wirtschaft und Verkehr
Schienenweg: Rzepin–Zbąszynek
Nächster int. Flughafen: Posen-Ławica
Gmina
Gminatyp: Landgemeinde
Gminagliederung: 12 Ortschaften
11 Schulzenämter
Fläche: 112,92 km²
Einwohner: 3949
(30. Jun. 2014)[1]
Bevölkerungsdichte: 35 Einw./km²
Gemeindenummer (GUS): 0808042
Verwaltung (Stand: 2006)
Bürgermeister: Ryszard Walkowiak
Adresse: Szczaniec 73
66-225 Szczaniec
Webpräsenz: www.szczaniec.pl



Szczaniec (deutsch: Stentsch) ist eine Gemeinde im Powiat Świebodziński (Kreis Schwiebus) der polnischen Woiwodschaft Lebus.

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort liegt in Niederschlesien, etwa zehn Kilometer östlich der Stadt Schwiebus (Świebodzin) und zwanzig Kilometer südsüdöstlich der Stadt Meseritz (Międzyrzecz).

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stentsch westlich der Stadt Posen und südöstlich der Stadt Meseritz auf einer Landkarte der Provinz Posen von 1905 (gelb markierte Flächen kennzeichnen Gebiete mit seinerzeit mehrheitlich polnischsprachiger Bevölkerung).
Rittergut Ober-Stentsch um 1860, Sammlung Alexander Duncker

Die Ortschaft Stentsch bestand in älterer Zeit im Wesentlichen aus zwei etwa gleich großen Rittergütern, Mittel-Stentsch und Ober-Stentsch genannt.[2] Laut der Schlesischen Vasallen-Tabelle befanden sich im Jahr 1752 beide Anteile in den Händen des 47 Jahre alten Georg Gottlob von Knobelsdorff.[3] Um 1858 besaß Mittel-Stentsch ein von Kalckreuth, während sich Ober-Stentsch im Besitz eines Justizrats Hünke befand. Die beiden Gutsherrn übten das Patronat über die evangelische Dorfkirche aus.[2]

Das Gemeindegebiet zählte bis 1945 zum Kreis Züllichau-Schwiebus im Regierungsbezirk Frankfurt der Provinz Brandenburg des Deutschen Reichs.

Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs besetzte im Frühjahr 1945 die Rote Armee die Region. Bald darauf wurde Stentsch unter polnische Verwaltung gestellt. In der Folgezeit wurde die einheimische Bevölkerung von der örtlichen polnischen Verwaltungsbehörde vertrieben und durch Polen ersetzt. Diw deutsche Ortschaft Stentsch wurde in Szczaniec umbenannt.

Einwohnerzahlen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1858: 888, darunter 17 Katholiken und zwei Juden[2]
  • 1933: 1.165[4]
  • 1939: 1.152[4]

Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zur Landgemeinde Szczaniec gehören 12 Ortsteile (deutsche Namen bis 1945)[5] mit Schulzenamt (sołectwo):

  • Brudzewo (Brausendorf)
  • Dąbrówka Mała (Klein Dammer)
  • Kiełcze (Keltschen)
  • Koźminek (Koschmin)
  • Myszęcin (Muschten)
  • Ojerzyce (Oggerschütz)
  • Opalewo (Oppelwitz)
  • Smardzewo (Schmarse)
  • Szczaniec (Stentsch)
  • Wilenko (Zion)
  • Wolimirzyce (Walmersdorf)

Nowe Karcze (Neue Welt) ist eine weitere Ortschaft der Gemeinde ohne Schulzenamt.

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ferdinand Noske (1857-† unbekannt), deutscher Politiker (DNVP)
  • Ingeborg Sommer (1923–2001), deutsche Journalistin, Gewerkschafterin und Politikerin (SPD)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fußnoten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Population. Size and Structure by Territorial Division. As of June 30, 2014. Główny Urząd Statystyczny (GUS) (PDF), archiviert vom Original am 7. Dezember 2014, abgerufen am 8. Dezember 2014.
  2. a b c W. Riehl und J. Scheu (Hrsg.): Berlin und die Mark Brandenburg mit dem Markgrafenthum Nieder-Lausitz in ihrer Geschichte und in ihrem gegenwärtigen Bestande. Berlin 1861, S. 521–522.
  3. E. von Eickstedt: Beiträge zu einem neueren Landbuch der Marken Brandenburg. Prälaten, Ritter, Städte, Lehnschulzen, oder Roßdienst und Landwahr. Magdeburg 1840, S. 571.
  4. a b http://www.verwaltungsgeschichte.de/zuellichau.html#ew39zllstent
  5. Das Genealogische Orts-Verzeichnis