Tamar Amar-Dahl
Tamar Amar-Dahl (* 1968 in Naharija, Israel) ist eine aus Israel stammende Zeithistorikerin, die in Deutschland lebt und arbeitet. Sie forscht und veröffentlicht vor allem zur Politik und Geschichte des Staates Israel, zur Geschichte des Zionismus sowie des Nahostkonflikts.
Herkunft und Ausbildung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Amar-Dahls Eltern sind als marokkanische Juden nach Israel gekommen.[1] Sie absolvierte ein Bachelorstudium der Philosophie und General Studies in Humanities mit Schwerpunkt Geschichte an der Universität von Tel Aviv sowie von 1997 bis 2003 ein Magisterstudium der Geschichte und Philosophie an der Hamburg. Ihre Magisterarbeit schrieb sie über den israelischen Ministerpräsidenten Mosche Scharet und seine Wahrnehmung in der arabischen Welt (2003 als Buch erschienen unter dem Titel Moshe Sharett – Diplomatie statt Gewalt). Ihr Promotionsstudium am Historischen Seminar der Ludwig-Maximilians-Universität München schloss Amar-Dahl 2008 mit einer Arbeit über Schimon Peres als Friedenspolitiker und Nationalist ab. Sie legte 2006 ihre israelische Staatsangehörigkeit aus Protest ab.[2]
Karriere
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Amar-Dahl lehrte von 2009 bis 2011 am Historischen Seminar der Humboldt-Universität zu Berlin; von 2011 bis 2012 an der Arbeitsstelle Politik des Vorderen Orients im Otto-Suhr-Institut für Politikwissenschaft der Freien Universität Berlin. Von 2012 bis 2013 war sie Fellow am Alfried Krupp Wissenschaftskolleg Greifswald. Sie ist Mitglied des Beirats der Deutsch-Palästinensischen Gesellschaft.
Publikationen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Monographien
- Moshe Sharett – Diplomatie statt Gewalt. Der „andere“ Gründungsvater Israels und die arabische Welt, 2003, Martin Meidenbauer Verlag: München. ISBN 3-89975-030-6.
- Shimon Peres. Friedenspolitiker und Nationalist, 2010, Ferdinand Schöningh Verlag: Paderborn. ISBN 978-3-506-76910-7.
- Das zionistische Israel. Jüdischer Nationalismus und die Geschichte des Nahostkonflikts, 2012, Ferdinand Schöningh Verlag: Paderborn. ISBN 978-3-506-77591-7 Zionist Israel and the Question of Palestine. Jewish Statehood and the History of the Middle East Conflict, 2016, de gruyter oldenbourg: Berlin/Boston. ISBN 978-3-11-049663-5.
- Der Siegeszug des Neozionismus. Israel im neuen Millennium, 2023, Promedia: Wien. ISBN 978-3-85371-514-7.
- Israel’s Neo-Zionist War Over Palestine: 1993-2021, 2024, Amazon.de. ISBN 979-8876131867.
Zeitungs- und Magazinbeiträge, Interviews
- Die altansässigen Araber Palästinas als Leidtragende des zionistischen Israels. In: Nahostkonflikt kontrovers – Perspektiven für die politische Bildung, hrsg. von Mirko Niehoff, Wochenschau Verlag Schwalbach/Ts., 2016, S. 291–301.
- Die Intifada der Messerstecher. In: Berliner Republik 1/2016, S. 42–45.
- Vom zionistischen Erbe und Israels politischer Verfasstheit, in: The Only Democracy? Zustand und Zukunft der israelischen Demokratie, hrsg. von Michaela Birk und Steffen Hagemann, Schriftenreihe des diAk, Band 41. Berlin, 2013, S. 37–46.
- Israel hat den Nahostkonflikt entpolitisiert, in: Zeit Online (1. Februar 2013).
- Israel muss jetzt umdenken, auf: tagesschau.de (6. Dezember 2012).
- Juli 1954: Die Lavon-Affäre – Operation Susanna, Zeitensprung, in: INAMO 52, Winter 2007, S. 56–57.
- In erster Linie Juden, in: Haaretz (19. September 2010), hebräisch.
- Das Versagen der israelischen Intellektuellen, in: Zeit Online (8. April 2012).
Rezensionen
- Moshe Shner 2013: In the Beginning There was the Holocaust. A Spiritual Journey Back into the Abysses of Jewish History, Jerusalem. In: sehepunkte 5/2015.
- Liat Steir-Livny 2014: Let the Memorial Hill Remember. Holocaust Representation in Israeli Popular Culture, Tel Aviv. In: sehepunkte 2/2015.
- Ari Shavit 2013: My Promised Land. The Triumph and Tragedy of Israel. New York. In: Deutschlandradio Kultur, Lesart vom 8. November 2014: Das Scheitern des israelischen Traums.
- Shlomo Sand 2010: Die Erfindung des jüdischen Volkes - Israels Gründungsmythos auf dem Prüfstand Berlin/München. In: sehepunkte 10/2010.
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ Andre Zantow: Kern der jüdischen Identität. In: Lesart, Deutschlandfunk Kultur, 14. Juli 2013.
- ↑ Carsten Dippel: Neo-Zionismus – Eine rechtskonservative Idee mit linken Wurzeln. In: Aus der jüdischen Welt, Deutschlandfunk Kultur, 4. Oktober 2019.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Amar-Dahl, Tamar |
| KURZBESCHREIBUNG | deutsche Historikerin |
| GEBURTSDATUM | 1968 |
| GEBURTSORT | Naharija |