Tapo (Bobonaro)

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Suco Tapo
Der Suco Tapo liegt im Westen vom Subdistrikt Bobonaro. Der Ort Tapo liegt im Nordwesten des Sucos
Daten
Fläche 13,09 km²[1]
Einwohnerzahl 610 (2010)[2]
Chefe de Suco Xavier Cardoso Barreto
(Wahl 2009)
Orte Position[3] Höhe
Oe-po 9° 4′ S, 125° 16′ O-9.0669444444444125.261315 1315 m
Tapo 9° 3′ S, 125° 16′ O-9.0538888888889125.270555555561258 1258 m
Tapo (Osttimor)
Tapo
Tapo

Tapo (Bunak für heilige Axt)[4] ist ein osttimoresischer Ort und Suco im Subdistrikt Bobonaro (Distrikt Bobonaro).

Der Ort[Bearbeiten]

Der Ort Tapo liegt im Nordwesten des Sucos auf einer Höhe von 1258 m über dem Meer. Im Ort gibt es eine Grundschule, die Escola Primaria Tapo.[5]

Der Suco[Bearbeiten]

Im Suco leben 610 Einwohner (2010,[2] 2004: 612[6]). Über 95 % der Einwohner geben Bunak als ihre Muttersprache an. Eine kleine Minderheit spricht Kemak.[7]

Tapo liegt im Westen des Subdistrikts Bobonaro und hat eine Fläche von 13,09 km².[1] Nördlich liegt der Suco Oeleo, nordöstlich Ai-Assa und südlich Leber. Im Westen liegt der Subdistrikt Maliana mit seinen Sucos Saburai und Ritabou. In Tapo entspringt der Fluss Ilsa, der quer durch den Suco nach Osten fließt, einen Teil der Grenze zu Ai-Assa bildet und schließlich in den Masi mündet. Die Flüsse gehören zum System des Loumea.

Der einzige größere Ort neben Tapo ist Oe-po (Oepo) im Südwesten des Sucos.[8]

Im Suco befinden sich die zwei Aldeias Oe-po und Tapo Tas.[9]

Geschichte[Bearbeiten]

Die Nachbarn Tapo, Oeleo und Leber haben eine langwährenden Konflikt hinter sich. Über Jahrzehnte kämpften die Männer der Gemeinden gegeneinander um Land und Grenzverläufe. Im Bürgerkrieg 1974/75 kam es zu Gewaltausbrüche zwischen ihnen. Tapo und Oeleo galten als Hochburgen der UDT und waren loyal zur portugiesischen Kolonialverwaltung. Leber galt als Zentrum der pro-indonesischen APODETI. Einwohner aus Tapo beschuldigen FRETILIN-Anhänger, sie hätten 1975 hunderte UDT-Anhänger nach Cova Lima und Westtimor vertrieben. Auch in Leber wurden im August 1975 von der FRETILIN, unterstützt von Einwohnern aus Tapo und Oeleo, hunderte Häuser niedergebrannt und die Bewohner mussten in die Berge fliehen.

Während der indonesischen Besatzungszeit (1975–1999) teilten sich die Dörfer zunächst in Unterstützer und Gegner der Indonesier. In Leber war eine Spezialeinheit der Streitkräfte Indonesiens stationiert, während in Tapo und Oeleo die FRETILIN nun Unterstützung fand. 1976/77 griff die Indonesische Armee immer wieder in den bewaffneten Konflikt ein. In Tapo und Oeleo wurden von den Indonesiern Zivilisten getötet und in Tapo hunderte Häuser zerstört. Im Mai 1981 wurden Männer aus Tapo gezwungen, sich an der Aktion „Zaun aus Beinen“ zu beteiligen, bei der Tausende Zivilisten die Insel durchstreiften, um Guerillakämpfer der FALINTIL aufzuspüren. 1999 wurden Jugendliche aus dem Ort von den indonesischen Besatzern gefangen genommen und im Militärposten in Maliana gefoltert. Danach zwang man sie zum Dienst in der Wanra Dadarus Merah Putih. Andere Rekruten sollen sich freiwillig der pro-indonesischen Miliz angeschlossen haben. Infolge der Gewaltwelle nach dem Unabhängigkeitsreferendum flohen viele Einwohner nach Westtimor, wo sie in Camps unterkamen, bis sie zurückkehren konnten.

2003 wurde ein Treffen von Vertretern aus den drei Sucos organisiert. Das Zusammentragen der Geschehnisse machte ihnen klar, dass die politischen Bündnisse quer durch die Gemeinden gingen und alle drei unter den Konflikten litten. Dadurch soll eine friedliche Zukunft möglich werden.[10]

Politik[Bearbeiten]

Bei den Wahlen von 2004/2005 wurde Justino Viegas Amaral zum Chefe de Suco gewählt.[11] Bei den Wahlen 2009 gewann Xavier Cardoso Barreto.[12]

Geschichte[Bearbeiten]

Ehemalige Einwohner Tapos gründeten erst vor einigen Generationen den tiefergelegenen Suco Tapo/Memo. Zwischen den beiden Sucos bestehen noch heute rituelle Beziehungen.[4]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Direcção Nacional de Estatística: Population Distribution by Administrative Areas Volume 2 English (Census 2010; PDF; 22,6 MB)
  2. a b Direcção Nacional de Estatística: Suco Report Volume 4 (englisch) (PDF; 9,8 MB)
  3. Fallingrain.com: Directory of Cities, Towns, and Regions in East Timor
  4. a b Antoinette Schapper: Finding Bunaq: The homeland and expansion of the Bunaq in central Timor, S. 173, in: Andrew McWilliam, Elizabeth G. Traube: Land and Life in Timor-Leste: Ethnographic Essays, 2011
  5. UNMIT: Timor-Leste District Atlas version02, August 2008 (PDF; 535 kB)
  6. Direcção Nacional de Estatística Census 2004
  7. Ergebnisse des Zensus 2010 für den Suco Tapo (Tetum; PDF; 8,5 MB)
  8. Timor-Leste GIS-Portal (Memento vom 30. Juni 2007 im Internet Archive)
  9. Jornal da Républica mit dem Diploma Ministerial n.° 199/09 (Portugiesisch; PDF; 323 kB)
  10. CAVR report: Part 10: Acolhimento and victim support (PDF; 518 kB)
  11. Secretariado Técnico de Administração Eleitoral STAE: Eleições para Liderança Comunitária 2004/2005 - Resultados (Memento vom 4. August 2010 im Internet Archive)
  12. Secretariado Técnico de Administração Eleitoral STAE: Eleições para Liderança Comunitária 2009 - Resultados (Memento vom 4. August 2010 im Internet Archive)

-9.0538888888889125.27055555556Koordinaten: 9° 3′ S, 125° 16′ O