Tapu

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Dieser Artikel behandelt ein polynesisches Kulturkonzept namens Tapu. Zu weiteren Begriffen siehe Tapu (Begriffsklärung).

Tapu (oder tabu) ist ein Konzept, das in vielen polynesischen Kulturen vorkommt, zum Beispiel in der Kultur der Māori und auf Tonga. Es bezeichnet etwas Heiliges oder Geweihtes. Das entsprechende Wort in der hawaiischen Sprache ist kapu.[1]

In der Tradition der Māori und auf Tonga ist tapu (Māori) oder tabu (Tonga) etwas Unantastbares, Unverletzliches, Geheiligtes. Dinge oder Örtlichkeiten die tapu sind, dürfen nicht berührt oder besucht werden. In manchen Fällen darf noch nicht einmal über das tapu gesprochen werden.

Oft wird dieses Konzept benutzt, um lebenswichtige Ressourcen vor Raubbau zu schützen. Auf Hawaii wurde mithilfe des kapu vor der Ankunft der Europäer der Fischfang derart begrenzt, dass die Gesamterträge wesentlich höher lagen als zu jedem Zeitpunkt danach.[2] In der Welt der Māori benutzten tohunga (z. B. Priester) das tabu, um etwa einen Fischweiher zu schützen. In manchen Ortsbezeichnungen taucht das Wort tapu als Silbe auf, beispielsweise in wai-o-tapu, übersetzt heiliges Wasser.

Das deutsche Wort Tabu (englisch: Taboo) hat seinen Ursprung in diesem Wort und seiner Bedeutung. Taboo wurde von James Cook als erstem Europäer nach seinem Besuch in Tonga im Jahr 1777 benutzt, bevor das Wort als Tabu Anfang des 20. Jahrhunderts auch in Deutschland Einzug hielt.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. kapu in Hawaiian Dictionaries, vgl. auch Kapu (englisch)
  2. Angelika Franz: Historisches Regelwerk: Hawaiianern drohte Todesstrafe bei Überfischung. Der Spiegel, 22. Juni 2012, abgerufen am 19. Januar 2013