Übernutzung

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
(Weitergeleitet von Raubbau (Natur))
Wechseln zu: Navigation, Suche

Unter Übernutzung versteht man die Nutzung von Ressourcen in einem Übermaß ohne Rücksicht auf die Folgewirkungen. Beispiele für eine Übernutzung sind Überweidung oder Überfischung. Im Gegensatz dazu steht die Nachhaltigkeit.

Ökonomie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aus Sicht der Wirtschaftswissenschaften ist die Übernutzung eine Eigenschaft von Allmendegütern. Diese sind diejenigen Öffentliche Güter deren Nutzung nicht oder nur mit unverhältnismäßigem Aufwand ausschließbar ist und bei deren Nutzung Rivalität zwischen den Nutzern herrscht. Beispiele sind Gemeingüter wie die historische Allmende. Daher spricht man von der Tragik der Allmende.

Es handelt sich um ein Soziales Dilemma: Jeder einzelne hat einen Anreiz, die Nutzung des Allmendegutes zu steigern, die daraus resultierende Übernutzung senkt jedoch den gesamtgesellschaftlichen Output.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Übernutzung der natürlichen Ressourcen begleitet die Menschheit seit Jahrtausenden. So ging beispielsweise in den 5000 Jahren der chinesischen Hochkultur durch Übernutzung ein Drittel des landwirtschaftlich nutzbaren Bodens verloren.[1]

Raubbau[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auch der Raubbau im Bergbau stellt eine Form der Übernutzung dar. Raubbau ist daher zur Metapher geworden, die eine Übernutzung anzeigt.[2] Mann spricht von einem "Raubbau am Körper" oder "Raubbau an der Gesundheit", wenn man den Körper über das Maß hinaus beansprucht und damit schädigt (z.B. im Arbeitsrecht als Begründung von Arbeitszeitvorschriften[3]). Ein anderes Beispiel für eine metaphorische Verwendung ist das Schlagwort von dem "Raubbau an der Natur".[4]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Holger Rogall: Ökologische Ökonomie: Eine Einführung, 2013, ISBN 9783322997333, S. 22, online
  2. Friedrich Kluge: Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache, 24. Auflage, 2002, ISBN 3-11-017473-1, S. 746
  3. Walter Kaskel: Arbeitsrecht Enzyklopädie der Rechts- und Staatswissenschaft, 2013, ISBN 9783642856495, S. 253, online
  4. Otto Schlecht: Grundlagen und Perspektiven der sozialen Marktwirtschaft, Band 27 von Untersuchungen Zur Ordnungstheorie und Ordnungspolitik, 1990, ISBN 9783161456848, S. 34[1]