Tatzelwurm (Wasserfall)

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Der Wasserfall am Tatzelwurm
Obere Stufe des Wasserfalls
Dieses Video zeigt die obere Stufe des Wasserfalls durch einen Schwenk mit der Kamera nach unten – und wieder zurück.

Die Wasserfälle am Tatzelwurm sind Wasserfälle des Auerbachs über mehrere bis zu 10 m hohe Kaskaden im Mangfallgebirge, einem Teil der Bayerischen Alpen. Sie sind im Geotop-Kataster des Bayerischen Landesamtes für Umwelt unter der Nummer 187R003 registriert.[1]

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Wasserfälle befinden sich westlich von Oberaudorf nahe dem Westende der Tatzelwurmstraße und nahe dem Ostende der Sudelfeldstraße, die aus Richtung Westen von Bayrischzell auf dem Sudelfeld über den Sudelfeldpass führt. Sehenswert liegt er in der Nähe des Oberaudorfer Weilers Tatzelwurm (764 m ü. NN), der im Wesentlichen aus der Hotelgaststätte Feuriger Tatzlwurm,[Anm. 1] ihren Nebengebäuden und einem Parkplatz besteht; am nahen Abzweig (789 m ü. NN) stoßen die Tatzelwurmstraße und Sudelfeldstraße aufeinander. In der tief eingeschnittenen Gumpei-Schlucht stürzen sich die Wassermassen des in den Inn mündenden Auerbachs über mehrere Felsstufen insgesamt 95 m[2] in eine wenige Meter breite, felsige und von Bäumen gesäumte Klamm.

Nach Nordwesten steigt das Gelände über den Großen Mühlberg (1222 m ü. NN) und das Wildalpjoch (1720 m ü. NN) zum Wendelstein (1838 m ü. NN) und etwa nach Süden über den Bergsporn Brünnsteinschanze (1518 m ü. NN) zum Brünnstein (1619 m ü. NN) an.

Namensherkunft / Sage / Gedicht[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ihren Namen erhielten der Wasserfall und das schon seit langem an diesem Ort bestehende Gasthaus bereits vor über 750 Jahren[2] nach einer Tatzelwurmsage. Möglicherweise trug der Wasserfall seinerseits auch zur Legendenbildung bei und darf als Ursprungsort der Sagen gelten: Man hört das Donnern des herabstürzenden Wassers und sieht die aufsteigende Gischt bereits aus einiger Entfernung, aber die Schlucht und den Wasserfall selbst erblickt man erst, wenn man unmittelbar davor steht. Wer sich unvorsichtig in dieser Gegend bewegt, kann in die Schlucht stürzen und so „vom Tatzelwurm verschlungen“ werden.

Der Dichter Joseph Victor von Scheffel widmete dem sagenhaften Drachen im Wasserfall und dem Gasthaus, in welchem er wohl eingekehrt war, ein Gedicht.[3]

Erschließung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Heute ist der Zugang zu den Wasserfällen mit einem ausgebauten Weg und je einer Brücke im oberen und im unteren Teil erschlossen.

Anmerkungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. 1915 bestand der Plan, von Brannenburg über das Förchenbachtal zum historischen Gasthaus „Tatzelwurm“ eine elektrische Bahn zu errichten. – Siehe: Kleine Mitteilungen. (…) Von den Bahnen. In: Der Naturfreund, Jahrgang 1915, XIX. Jahrgang, S. 72. (Online bei ANNO)Vorlage:ANNO/Wartung/dna.

Quellen, Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Geotop: Wasserfälle am Tatzelwurm (PDF; 388 kB)
  2. a b Feuriger Tatzlwurm Hotelresort und Spa: Der feurige Tatzlwurm in der Gumpei-Schlucht
  3. Feuriger Tatzlwurm Hotelresort und Spa: Tatzlwurm-Gedicht von Viktor von Scheffel

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Wasserfälle am Tatzelwurm – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Koordinaten: 47° 40′ 16,7″ N, 12° 4′ 57,56″ O