Lake Taupo

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
(Weitergeleitet von Tauposee)
Wechseln zu: Navigation, Suche
Lake Taupo (Taupo nui a Tia)
Lake Taupo aus dem Weltraum fotografiert (NASA-Foto)
Lake Taupo aus dem Weltraum fotografiert (NASA-Foto)
Geographische Lage Waikato, Nordinsel, Neuseeland
Zuflüsse Waikato River
Abfluss Waikato River
Inseln Motutaiko Island,
Motuwhara Island
Städte am Ufer Taupo, Turangi
Größere Städte in der Nähe Rotorua
Daten
Koordinaten 38° 48′ S, 175° 54′ O-38.796111111111175.905356Koordinaten: 38° 48′ S, 175° 54′ O
Lake Taupo (Taupo nui a Tia) (Neuseeland)
Lake Taupo (Taupo nui a Tia)
Höhe über Meeresspiegel 356 m
Fläche 622 km²f5
Länge 40 kmf6
Breite 28 kmf7
Volumen 59 km³dep1f8
Maximale Tiefe 160 mf10
Einzugsgebiet 3487 km²f4
Besonderheiten

Kratersee und größter See in Neuseeland

Der Lake Taupo (Māori: Taupo nui a Tia) in Neuseeland ist der Kratersee eines vor rund 26.500 Jahren kollabierten Vulkans und der größte See des Landes.[1]

Namensherkunft[Bearbeiten]

Die Māori gaben dem See den Namen Taupo nui a Tia, was ins deutsche übersetzt soviel bedeutet, wie „der große Umhang des Tia“. Tia war der Anführer des Waka Arawa, eines der Kanus mit dem die Māori von Hawaiki kommend Neuseeland besiedelten.[2]

Geografie[Bearbeiten]

Mount Tauhara vom Lake Taupo aus gesehen

Der See liegt in der Taupo Volcanic Zone in der Zentralregion der Nordinsel Neuseelands. Der Abstand zu den Küsten beträgt jeweils rund 100 km nach Westen und Osten. Nach Norden liegen zwischen dem See und der Bay of Plenty rund 110 km und nach Süden liegt das Meer rund 125 km entfernt.

Der Lake Taupo ist 40 km lang, 28 km breit und erstreckt sich bei einem Umfang von rund 193 km über eine Fläche von 622 km2. Er ist maximal 160 Meter tief und sein Wasservolumen wird auf ungefähr 59 km3 geschätzt.[2] Der Seespiegel liegt, je nach Wasserzufluss und Wasserentnahme für die Stromerzeugung, in 355,85 m bis 357,20 m Höhe.[3] Der Lake Taupo besitzt über 30 Zuflüsse, die ein Gebiet von über 3487 km2 entwässern, was der 5 1/2-fachen Fläche des Sees entspricht. Die drei größten Zuflüsse sind der Tongariro River, der Tauranga Taupo River und der Waitahanui River. Der Abfluss erfolgt ausschließlich über den Waikato River am nordöstlichen Ende des Sees.

Die Berghänge um den Lake Taupo steigen im Durchschnitt auf 500 bis 700 Meter an, wobei die Hänge an den südlichen Rändern des Sees meist höher sind als am nördlichen Rand. Die größten Ansiedlungen am See sind die Stadt Taupo am Waikato River, gefolgt von der wesentlich kleineren Ortschaft Turangi nahe der Mündung des Tongariro River. Motutaiko Island im Südosten und das viel kleinere Motuwhara Island im Westen sind die beiden einzigen Inseln im See. Motutaiko Island hat eine Größe von 11 Hektar und liegt 3,4 km vom Ufer entfernt.[4]

Zu erreichen ist der See über den State Highway 1, der das Ufer östlich passiert, sowie über den State Highway 32 und den State Highway 41, die beide westlich am See vorbeiführen.

Entstehung des Sees[Bearbeiten]

Die Entstehung fast des gesamten heutigen Sees geht auf die eine gewaltige Eruption des Taupo-Vulkans zurück, die heute Ōruanui-Ausbruch genannt wird und zu den weltweit bedeutendsten Ausbrüchen der vergangenen 250.000 Jahre zählt. Das dabei herausgeschleuderte und in weitem Umkreis verteilte vulkanische Material (u.a. Asche und Bimsstein) besaß ein Volumen von knapp 1.200 km3 [5], was mehr als dem Hundertfachen des Ausbruchs des Pinatubo von 1991 entspricht. Am Ende des sich über Wochen und Monate hinziehenden Ausbruchs kollabierte die Magmakammer unter dem Vulkan, wodurch sich eine sogenannte Caldera, eine 140 km2 große Senke bildete. Auch unmittelbar benachbarte Bereiche brachen nach, wodurch sich der Senkungsbereich auf über 500 km2 vergrößerte.[6]. Die Absenkung soll insgesamt 500 m betragen haben.[7] Die Flüsse des 3487 km2 großen Einzugsgebietes des heutigen Sees füllten die Senke mit Wasser, das sich schließlich bei der heutigen Stadt Taupo einen Durchbruch nach Norden schuf, wodurch der See seinen heutigen Wasserstand hält. An diesem Durchbruch entstanden die Huka Falls, die mit einer Fallhöhe von rund 11 m eine Attraktion für Touristen und Wildwasserfahrer darstellen.

Besiedlung und Nutzung[Bearbeiten]

Segeln auf dem Lake Taupo

An den Ufern und den Berghängen oberhalb des Sees lebten 2006 rund 32.400 Menschen.[8] Der See erfreut sich hierbei zunehmender Beliebtheit bei älteren Menschen, die dorthin ziehen um dort ihren Lebensabend zu verbringen.[9] Ferner ist er ein beliebtes Urlaubsziel. Obwohl es an geeigneten Stränden mangelt, zieht er Urlauber zum Segeln, Sportboot fahren, Angeln, und zu anderen sportlichen Aktivitäten an. Der Tourismus trägt zusammen mit der Holzwirtschaft am stärksten zum Bruttoinlandsprodukt der Taupo-Region (1998 insgesamt 750 Millionen NZ$) bei.[9]

Der See ist unter Anglern für seine Seeforellen und Regenbogenforellen bekannt[10] und der Forellenfang bringt der Region jährlich rund 70 Millionen NZ$ ein.[9]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Lake Taupo – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Volcano Fact Sheet - Taupo Volcano. GNS Science, abgerufen am 18. Juli 2013 (PDF; 1,9 MB).
  2. a b Lake Taupo area. Department of Conservation, abgerufen am 17. Juli 2013 (HTML).
  3. Lake Taupo. Waikato Regional Council, abgerufen am 18. Juli 2013 (HTML).
  4. Motutaiko Island. Department of Conservation, abgerufen am 18. Juli 2013 (HTML).
  5. The Taupō volcano. In: The Encyclopedia of New Zealand. Ministry for Culture and Heritage, abgerufen am 19. Juli 2013 (HTML).
  6.  Colin J. N. Wilson: The 26.5 ka Oruanui eruption, New Zealand: an introduction and overview. In: Journal of Volcanology and Geothermal Research. 112, Nr. 1-4, Dezember 2001, ISSN 0377-0273, S. 133–174 (Online).
  7. Taupo Lakebed - Background. In: Lake Taupo '98 - The JAGO dive project. Abgerufen am 19. Juli 2013 (HTML).
  8. QuickStats About Taupo District. Statistics New Zealand, abgerufen am 19. Juli 2013 (HTML).
  9. a b c Protecting Lake Taupo. Environment Waikato Regional Council, 2003, abgerufen am 19. Juli 2013 (PDF; 968 kB).
  10. Lake Taupo Trout Fishing. NZ Fishing, abgerufen am 19. Juli 2013 (HTML).