Tessenow

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Tessenow
Gemeinde Ruhner Berge
Wappen von Tessenow
Koordinaten: 53° 21′ 0″ N, 11° 54′ 0″ O
Höhe: 80 m
Fläche: 35,96 km²
Einwohner: 584 (31. Dez. 2017)
Bevölkerungsdichte: 16 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Januar 2019
Postleitzahl: 19376
Vorwahl: 038729

Tessenow ist ein Ortsteil der Gemeinde Ruhner Berge im Südosten des Landkreises Ludwigslust-Parchim in Mecklenburg-Vorpommern (Deutschland).

Die zuvor selbständige Gemeinde Tessenow wurde zum 1. Januar 2019 mit Marnitz und Suckow zur neuen Gemeinde Ruhner Berge zusammengeschlossen.[1] Die Gemeinde Tessenow wurde vom Amt Eldenburg Lübz verwaltet.

Geografie und Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Tessenow befindet sich im Übergang der Nordausläufer der Ruhner Berge zu den Elde-Niederungen im Norden. Im Süden befinden sich auch die höchsten Punkte im ehemaligen Gemeindegebiet. Bei Hof Poltnitz befindet sich mit 122,3 m ü. HN die höchste Erhebung. Größtes Waldgebiet sind die Tessenower und Poitendorfer Tannen. Nennenswerte Seen gibt es in dem ehemaligen Gemeindegebiet nicht.

Tessenow liegt an der Bundesstraße 321. Durch das ehemalige Gemeindegebiet führt die Bundesautobahn 24, die über die Anschlussstelle Suckow erreichbar ist. Tessenow liegt etwa elf Kilometer südöstlich von Parchim.

Zur Gemeinde Tessenow gehörten die Ortsteile Dorf Poltnitz, Hof Poltnitz, Malow, Poitendorf, Tessenow und Zachow.[2]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Tessenows Ortsname stammt vermutlich vom slawischen Lokator Têšen ab, also Ort des Têšen.[3]
Der Ort wurde in mittelalterlichen Quellen bis 1550/1570 nicht erwähnt. Langjähriger Gutsbesitzer war die Familie von Restorf. Das Gutshaus stammt von um 1800; in ihm wurde ein Schifffahrts- und Marinemuseum einrichtet. 1920 kam Tessenow zum Kreis Parchim, nach dem Zweiten Weltkrieg zum Land Mecklenburg und dann zum Bezirk Schwerin. Seit dem 1. Juli 2004 gehört der Ort zum Amt Eldenburg Lübz.

Poltnitz wurde 1317 erstmals als Polteniz urkundlich erwähnt. Der Name stammt vom altslawischen plŭtĭ für Fleisch ab, was auf einen Schlacht- und Gerbplatz hindeutet.[4] Poltnitz wurde am 1. Januar 1951 eingemeindet.

Malow wurde 1569 erstmals urkundlich erwähnt. Der Name stammt vom altslawischen malŭ für klein ab, also Kleiner Ort oder Ort des Kleinen.[5]
Die Domäne von Georg Adolf von Winterfeld Malow war 1779 ein Lehen des ritterschaftlichen Amtes Grabow. Sie wurde 1802 vom Herzog gekauft und war beim Domanialamt Marnitz, verwaltet durch verschiedene Pächter. Zum 1. Juli 1950 wurde Malow eingemeindet.

Zachow, wurde 1238 erstmals als Scacowe urkundlich erwähnt.[6]

Wappen und Flagge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Wappen wurde am 20. September 2000 durch das Innenministerium genehmigt und unter der Nr. 226 der Wappenrolle von Mecklenburg-Vorpommern registriert.

Blasonierung: „In Silber ein schräglinker blauer Wellenbalken, begleitet: vorn von einem vorderhalben, steigenden roten Einhorn, hinten von einer bauchigen roten Flasche.“ Das Einhorn entstammt dem Wappen derer von Restorff, die Flasche weist auf die historische Glasherstellung in Tessenow hin.[7]

Das Wappen wurde von dem Schweriner Heraldiker Karl-Heinz Steinbruch gestaltet.

Flagge der Gemeinde Tessenow

Die Flagge der ehemaligen Gemeinde besteht zu zwei Dritteln aus blauem Tuch und einem Drittel, das gleichmäßig längsgestreift von Blau-Weiß-Blau-Weiß-Blau-Weiß-Blau ist. In der Mitte des blauen Tuches liegt das Gemeindewappen, das zwei Drittel der Höhe des Flaggentuchs einnimmt. Die Länge des Flaggentuches verhält sich zur Höhe wie 5 zu 3.[7]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch Liste der Baudenkmale in Ruhner Berge

  • Tessenower Herrenhaus (1788–1791 erbaut) es beherbergt heute ein „Zoologisches Informationszentrum“. Zuvor diente es als Grundschule.
  • Gedenktafel an der Bundesstraße 321 vor dem Neubaublock an die 6000 Opfer unter den Häftlingen des Todesmarsches aus dem KZ Sachsenhausen im April 1945

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Tessenow – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Gebietsänderung. Bekanntmachung des Ministeriums für Inneres und Europa vom 18. Oktober 2018 – II 300e -177-5.13Z-2011/025-020 –. In: Amtsblatt für Mecklenburg-Vorpommern 2018 Nr. 45 vom 5. November 2018, S. 586
  2. § 2 der Hauptsatzung (PDF; 20 kB) der Gemeinde
  3. Paul Kühnel: Die slavischen Ortsnamen in Meklenburg. In: Jahrbücher des Vereins für Mecklenburgische Geschichte und Altertumskunde. Bd. 46, 1881, ISSN 0259-7772, S. 3–168, hier S. 144.
  4. Paul Kühnel: Die slavischen Ortsnamen in Meklenburg. In: Jahrbücher des Vereins für Mecklenburgische Geschichte und Altertumskunde. Bd. 46, 1881, ISSN 0259-7772, S. 3–168, hier S. 109.
  5. Paul Kühnel: Die slavischen Ortsnamen in Meklenburg. In: Jahrbücher des Vereins für Mecklenburgische Geschichte und Altertumskunde. Bd. 46, 1881, ISSN 0259-7772, S. 3–168, hier S. 90.
  6. Paul Kühnel: Die slavischen Ortsnamen in Meklenburg. In: Jahrbücher des Vereins für Mecklenburgische Geschichte und Altertumskunde. Bd. 46, 1881, ISSN 0259-7772, S. 3–168, hier S. 164.
  7. a b § 1 der Hauptsatzung (PDF; 20 kB) der Gemeinde