Teutoburger Platz

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Teutoburger Platz
Teute
Coat of arms of Berlin.svg
Platz in Berlin
Teutoburger Platz
Teil des Platzes von Süden gesehen
Basisdaten
Ort Berlin
Ortsteil Prenzlauer Berg
Angelegt 19. Jahrhundert
Neugestaltet im 20. und 21. Jh.
Einmündende Straßen Zionskirchstraße,
Christinenstraße,
Fehrbelliner Straße,
Templiner Straße
Bauwerke Platzhaus
Nutzung
Nutzergruppen Fußgänger, Radfahrer
Platzgestaltung Erwin Barth
Technische Daten
Platzfläche 8250 m²

Der Teutoburger Platz ist ein rechteckiger Park im Berliner Ortsteil Prenzlauer Berg. Der rund 8250 m² große Stadtplatz wird durch Zionskirchstraße, Christinenstraße, Fehrbelliner Straße und Templiner Straße begrenzt.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Viertel um den Teutoburger Platz wurde zwischen 1860 und 1875 bebaut. Zu dieser Zeit war es eines der am dichtesten besiedelten Wohngebiete Berlins (durchschnittlich zwölf Einwohner pro 100 m²).[1] 1875 erhielt der Platz seinen Namen nach dem Teutoburger Wald, in dem im Jahr 9 n. Chr. die Varusschlacht stattgefunden haben soll. Im Volksmund wird der Teutoburger Platz kurz „Teute“ genannt.

Um 1880 wurde der Platz mit Bäumen bepflanzt. Heute findet man dort vor allem Robinien, Birken und Ebereschen. Die Bebauung des nördlichen Bereiches um den Platz herum erfolgte größtenteils um 1900. Im Jahr 1910 erhielt die Grünanlage einen Spielplatz.

Platzhaus

In den späten 1920er Jahren wurde der Platz nach den Plänen des Gartenarchitekten Erwin Barth umgestaltet. Für den Teutoburger Platz zeichnete Barth den Gartenplan und den Plan für das Schutzhaus, das heute Platzhaus genannt wird. Dieses Gebäude besaß eine stark gegliederte Fassade, die sich zum Platz hin durch drei rundbogenförmige Eingänge öffnete. Dahinter verbarg sich ein Aufenthaltsraum mit Sitzgelegenheiten. Das Walmdach des Hauses wies als besonderes Gestaltungsmerkmal eine Laterne auf, die zusätzlich Tageslicht in das Innere des Gebäudes brachte. Nach 1945 wurde das Platzhaus mit einem Flachdach versehen und diente als Transformatorenhaus. 1997 wurde das Walmdach des Hauses in vereinfachter Form wieder aufgebaut. Es ist heute ein Treff für Anwohner, dient zum Spielen, für kleine Kunstausstellungen oder Flohmärkte und kann gegen Entgelt vom Trägerverein Leute am Teute für private Veranstaltungen gemietet werden.[2]

Heute nimmt der Spielplatz mit rund 2000 m² etwa ein Viertel der Gesamtfläche des Platzes ein. Der Rest besteht zum größten Teil aus einer Rasenfläche, die besonders im Sommer gern von Anwohnern als Liegewiese genutzt wird, und einem Baumstreifen rundherum. Am Rand dieser Grünfläche befindet sich eine historische gusseiserne Handpumpe.

Tröpfelbrunnen

In der Mitte des Platzes steht seit 1989 die dreiteilige plastische Sandstein­gruppe Froschkönig des Bildhauers Stephan Horota. Der Tröpfelbrunnen besteht aus einem Sockel mit Wasseraustritt, auf dem ein Frosch sitzt. Versetzt davon befindet sich ein Wasserauffangbecken und wiederum versetzt ein Sockel mit hockendem Mädchen.[3]

Am Teutoburger Platz lebte lange die Bürgerrechtlerin Bärbel Bohley. Nach zwölf Jahren in Bosnien auf der Balkanhalbinsel kehrte sie 2008 in ihre alte Wohnung zurück.[4]

Anlieger[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Östlich des Platzes befindet sich das Gelände der ehemaligen Brauerei Pfefferberg. Die Gebäude des Industriedenkmals werden heute vorwiegend von Künstlern und Galerien genutzt. Außerdem gibt es hier die Grundschule am Teutoburger Platz.[5] In der Fehrbelliner Straße 92 steht das Nachbarschaftshaus, das zu Beginn des 20. Jahrhunderts als jüdischer Kindergarten errichtet worden war.[2] Heute befindet sich unter anderem ein Leihladen in dem Gebäude.[6]

Südwestlich, genauer gesagt auf einem 4500 m² großen Eckgrundstück Fehrbelliner und Templiner Straße, stand eine zu DDR-Zeiten auf einer Kriegsbrache errichtete Kaufhalle. Diese diente nach der politischen Wende als Verkaufseinrichtung für Kaiser’s Tengelmann. Am 31. Dezember 2015 musste der Supermarkt geschlossen werden, die TLG hatte die Immobilie bereits im Jahr 2013 an den Investor Lone Star aus den USA für etwa 17 Millionen Euro verkauft. Die Halle wurde 2016 abgerissen und durch einen Wohnhauskomplex mit Eigentumswohnungen ersetzt, im Erdgeschoss ist jedoch wieder ein Supermarkt vorgesehen.[7]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Teutoburger Platz (Berlin-Prenzlauer Berg) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Institut für Denkmalpflege (Hrsg.): Die Bau- und Kunstdenkmale der DDR. Hauptstadt Berlin-II. Henschelverlag, Berlin 1984, S. 368.
  2. a b Anwohnerverein Leute am Teute
  3. Froschkönig-Brunnen bei der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung
  4. Interview im SZ-Magazin mit Bärbel Bohley
  5. Homepage der Schule
  6. Lukas Dubro: Leihladen Leila In: taz.de, 29. Mai 2012
  7. Stefan Strauss: Wohnungen statt Kaufhallen. In: Berliner Zeitung, 6. Januar 2016, S. 16

Koordinaten: 52° 31′ 55″ N, 13° 24′ 32″ O