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St.-Pauli-Kirche (Dresden)

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(Weitergeleitet von Theaterruine St. Pauli)
Ruine der St.-Pauli-Kirche
Vorderansicht
Innenansicht

Die St.-Pauli-Kirche in Dresden ist das profanierte Gebäude der evangelisch-lutherischen St.-Pauli-Kirchgemeinde im Dresdner Wohngebiet Hechtviertel.

Ursprünglich wurde sie bis 1945 durch die örtliche evangelische Gemeinde als Sakralbau genutzt.

Seit Mai 1999 bewirtschaftet Der TheaterRuine St. Pauli e. V. das Objekt und nutzt es überwiegend als Sommertheater von April bis Oktober für selbstinszenierte Theaterproduktionen und Konzertveranstaltungen.

Gemeindegründung

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1880/81 erfolgte die Aufteilung der mit über 60.000 Mitgliedern zweitgrößten sächsische Kirchgemeinde, der Dresdner Dreikönigskirche, in drei selbstständige Gemeinden: Dreikönigskirche (Dresden), St.-Pauli-Kirche, St.-Petri-Kirche (Dresden)

Die Gründung der St.-Pauli-Gemeinde (im Jahr 1900 bereits mit über 20.000 Gemeindegliedern) wurde notwendig durch die mit der Industrialisierung verbundene starke Ansiedlung von Menschen im Norden der Dresdner Neustadt.

Der Standort befindet sich am Königsbrücker Platz auf einem von der Stadt an die Gemeinde gestifteten Grundstück.

Es entfaltete sich ein reiches Gemeindeleben mit Jünglings-, Jungfrauen- und Großmütterchenverein, Bibelstunden und einem Kindergottesdienst mit über 800 Kindern. Außerdem gab es eine rege diakonische Arbeit; zwei Diakonissen unterstützten z. B. die Gemeindeglieder bei der Krankenpflege.

Die Kirche wurde als dreischiffige Hallenkirche im neogotischen Backstein-Stil mit seinen charakteristischen Ziergiebeln, Kreuzblumen und Fialen errichtet. Entworfen von dem Dresdner Architekten Christian Schramm, wurde der Grundstein der St.-Pauli-Kirche am 31. Mai 1889 gelegt. Am 4. Februar 1891 geweiht, nach nur 18 Monaten Bauzeit, bot sie damals im Schiff und auf der Empore etwa 1000 Gottesdienstbesuchern Platz. Die Baukosten betrugen 285.000 Mark.

2011 erhielt die Ruine nach umfassender Sanierung über dem Kirchenschiff ein Glasdach.

Turm und Geläut

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Im ursprünglichen 78 Meter hohen Turm befanden sich 3 Glocken. 1917 war der 1. Verlust der drei Kirchglocken (Glockenbronze für Granatenringe des Ersten Weltkrieges). Am 10. Juli 1921 wurden drei neue Bronzeglocken werden geweiht (Glockenguss: Firma Pietzel, Industriegelände/Dresden). Von den drei Glocken blieb im Zweiten Weltkrieg nur die kleine Glocke erhalten, als Signalglocke bei Sirenenausfall gedacht.

2017 wurde von der Gießerei Bierling eine neue Glocke gegossen und nach Einweihung in Betrieb genommen. Sie läutet seitdem einerseits täglich zeitgesteuert 12 Uhr Mittags und 18 Uhr Abends und kann andererseits zur religiösen Nutzung ferngesteuert aktiviert werden.

Die Kirche wurde bei Luftangriffen der United States Air Force am 16. Januar und 2. März 1945 stark beschädigt.

Bei dem 1. Luftangriff entstanden Bombenschäden an Turm und Dach über dem Kirchenschiff. Bei dem 2. Luftangriff wurden weitere Teile der Kirche beschädigt, die benachbarten Kasernen blieben unzerstört.

Trümmerberäumung

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Mitglieder der Kirchgemeinde enttrümmerten das Gebäude von 1965 bis 1969 in freiwilliger Arbeit und sanierten es teilweise. Es sind nur die Außenmauern und der Turm ohne Spitze erhalten.

Nutzung des Gebäudes

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1996 wurde zwischen der Kirchgemeinde als Eigentümer und der Stesad GmbH (Stadtentwicklungs-Gesellschaft der Stadt Dresden) ein 50-jähriger Erbbaurechtsvertrag geschlossen und die Stesad begann mit Sicherungsmaßnahmen (Förderung mit 500.000 DM durch die Stadt Dresden).[1] Im Jahre 1997 öffnete die Ruine als Kultur- und Begegnungsstätte.

Von 2010 bis 2012 wurde die Ruine umfassend für 2,6 Mio. EUR ausgebaut und saniert.[1] Insbesondere wurde ein 400 Quadratmeter großes Glasdach errichtet und zum Lärmschutz der Anwohner die Fensteröffnungen verschlossen.

Mieter ist seit 1999 Der TheaterRuine St. Pauli e.V.

Commons: Theaterruine St. Pauli – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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  1. 1 2 https://www.stesad.de/ruine-der-st-pauli-kirche.html Mitteilung der Stesad GmbH: Ruine der St.-Pauli-Kirche / Entwicklung Kulturprojekt St. Pauli, abgerufen am 31. August 2020

Koordinaten: 51° 4′ 30,8″ N, 13° 44′ 56,2″ O