Theodor-Heuss-Akademie

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Theodor-Heuss-Akademie
Außenansicht der Theodor-Heuss-Akademie

Außenansicht der Theodor-Heuss-Akademie

Daten
Ort Gummersbach, Nordrhein-Westfalen
Architekt Hans Brandt
Bauherr Friedrich-Naumann-Stiftung
Baustil spätmoderner Bauhaus-Stil mit regionaler Spezifik
Baujahr 1965–1967
Höhe 25 m
Grundfläche 23045 m²
Koordinaten 51° 0′ 18″ N, 7° 34′ 7″ OKoordinaten: 51° 0′ 18″ N, 7° 34′ 7″ O

Die Theodor-Heuss-Akademie in Gummersbach ist eine Bildungsstätte der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bundespräsident Theodor Heuss, Namensgeber der Akademie

Die Akademie wurde nach der Grundsteinlegung am 8. Juli 1965 und knapp zweijähriger Bauzeit am 26. Mai 1967 in Anwesenheit von Bundespräsident Heinrich Lübke und Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Heinz Kühn eingeweiht.[1][2] Namensgeber der Einrichtung war Theodor Heuss, erster Bundespräsident der Bundesrepublik Deutschland, dessen bevorstehender 80. Geburtstag 1964 Gegenstand einer Kuratoriumssitzung im Jahre 1962 war und zum Anlass genommen wurde, über die Errichtung einer stiftungseigenen Bildungsstätte nachzudenken. Weil unter anderem der in Gummersbach ansässige damalige Wirtschaftsminister Nordrhein-Westfalens und Unternehmensberater, Gerhard Kienbaum, die Umsetzung des Projekts in seinem Heimatort anregte und unterstützte, entschied man sich für die Errichtung der Akademie an heutiger Stelle. Die Stadt Gummersbach stellte das Grundstück kostenfrei zur Verfügung, die Errichtung der Akademie wurde hauptsächlich über Spenden finanziert.

Der im benachbarten Marienheide ansässige Architekt Hans Brandt, ein ehemaliger Schüler von Hans Poelzig, gestaltete auf Empfehlung von Kienbaum die Akademie im spätmodernen Bauhaus-Stil. Die für den Oberbergischen Kreis typische Bergische Bauweise mit Schieferverkleidung an der Fassade, gibt der Akademie eine regionalspezifische Optik.

Tagungsstätte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Theodor-Heuss-Akademie beschäftigt zurzeit rund vierzig Mitarbeiter. Neben drei Seminarräumen und fünf Gruppenarbeitsräumen, die nach liberalen Persönlichkeiten benannt sind, sowie einer Panoramahalle für bis zu 120 Personen besitzt die Akademie 49 Gästezimmer mit insgesamt 75 Betten. Dazu kommen ein eigenes Akademierestaurant, eine Bar („Heuss-Club“) sowie ein Fitness- und ein Freizeitraum.

Im Jahr 2016 fanden in der Theodor-Heuss-Akademie etwa 140 interne und externe, meist mehrtägige Seminare statt, die von insgesamt rund 5.000 Teilnehmern besucht wurden.

Auf dem Gelände der Akademie befinden sich weitere Arbeitseinheiten der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit: seit 1984 das Archiv des Liberalismus, seit 1995 die Internationale Akademie für Führungskräfte[3] und seit 2009 das Landesbüro Nordrhein-Westfalen.[4]

Die Theodor-Heuss-Akademie ist für ihre pädagogischen und didaktischen Qualifizierungsprozesse zertifiziert[5] und Mitglied im Verein Gütesiegelverbund Weiterbildung e.V.[6]

Bildungsprogramm[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Theodor-Heuss-Akademie bietet mit den Arbeitsfeldern[7] „Liberale Positionen und Kooperationen“, „Politisches Management und politische Kultur“ sowie „Rhetorische Kommunikation und Digitalisierung“ dem Meinungs- und Willensbildungsprozess aller Bürger ein bundesweites Forum und fördert den Austausch zwischen Experten und Führungskräften aus Gesellschaft, Wirtschaft und Politik.[8] Die Akademie bietet Seminare an zu den Grundlagen liberaler Politik und Werte, Workshops zu aktuellen politischen Themen, Fachtagungen zu speziellen Fragestellungen und Trainings für politisches Management.[5] Die Trainings zielen darauf ab, mit rhetorischen Fertigkeiten, durch persönliches Auftreten und überzeugende Inhalte Menschen in Gesellschaft und Politik zum Handeln zu bewegen[5] und Teilnehmer in die Lage zu versetzen, für liberale Werte einzutreten.[9]

Hauptamtliche pädagogische Mitarbeiter entwickeln die Programme, organisieren die Seminare und erarbeiten mit den Referenten die Inhalte. Unterstützt werden diese von Verwaltungsangestellten, die vor allem mit der Bearbeitung von Anmeldungen und der Rechnungstellung beschäftigt sind.

Leitung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erster Direktor der Bildungsstätte wurde 1967 Horst Dahlhaus, der dieses Amt bis zum September 1968 ausübte.

Seine Nachfolger waren

  • Rolf Schroers 10/1968–12/1980
  • Wolfgang Heinz 3/1981–7/1985
  • Klaus Hansen 8/1985–3/1986
  • Manfred Schleker 3/1986–5/1989
  • Klaus Hansen 6/1989–6/1990
  • Gerhard Söltenfuß 7/1990–4/1997
  • Bernd Scheitterlein 5/1997–2000
  • Karl-Heinz Hense 2001–12/2008
  • Gerhard Söltenfuß 1/2009–10/2009
  • Brigitte Bremer 11/2009–12/2012
  • Klaus Füßmann seit 1/2013[10]

Kunst in der Akademie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Akademie ist, neben der einmal im Jahr stattfindenden Ausstellung „Kunst und Kleinkunst auf dem Zauberberg“, bei der Künstler aus der Region ihre Werke präsentieren, auch ein dauerhafter Kunststandort.[11] Unter anderem haben Werke wie „Ode an die Freiheit“ (Acryl auf Leinwand) von Viktor Nikolajew, „Deutsche Landschaft“ (Mischtechnik) von Hans-Hermann T., „Der 9. November 1989“ (Öl auf Leinwand) von Frauke Barow, sowie „Ungarn 1991“ (Öl auf Leinwand) von Josef Baska und „Hommage auf den 200. Jahrestag der Französischen Revolution“ (Glasbild) von Richard Wilhelm einen festen Platz in der Einrichtung. Mehrere Porträts und Büsten von Theodor Heuss, unter anderem von Jürgen Kallmann, sind ebenfalls fester Bestandteil der Dauerausstellung.[12] Vor dem Gebäude befindet sich eine Büste des ehemaligen Vorstandsvorsitzenden der Friedrich-Naumann-Stiftung Walter Erbe.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Wolfgang Gerhardt, Barthold C. Witte, Jürgen Frölich, Horst Köhler, Ralf Dahrendorf: Leben und Werk Friedrich Naumanns 1860–1919. – Chronik der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit 1958–2010. Daß wir selber frei zu werden suchen, soviel uns immer möglich ist. Hrsg.: Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit. 2010 (digitale-sammlungen.de [PDF; abgerufen am 19. Juli 2017]).
  • Monika Faßbender: »... auf der Grundlage des Liberalismus tätig«. Die Geschichte der Friedrich-Naumann-Stiftung. Nomos, Baden-Baden 2009, ISBN 978-3-8329-4893-1.
  • Henning von Vieregge: Parteistiftungen. Zur Rolle der Konrad-Adenauer-, Friedrich-Ebert-, Friedrich-Naumann- und Hanns-Seidel-Stiftung im politischen System der Bundesrepublik Deutschland (= Schriftenreihe zum Stiftungswesen). Nomos, Baden-Baden 1977, ISBN 978-3-7890-0280-9.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Theodor-Heuss-Akademie – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Monika Faßbender: »… auf der Grundlage des Liberalismus tätig«, Nomos Verlagsgesellschaft, Baden-Baden 2009, S. 121 ff.
  2. Theodor-Heuss-Akademie, Archiv des Liberalismus, Internationale Akademie für Führungskräfte: Politische Bildung für die Freiheit, 1967–2007 Vierzig Jahre Theodor-Heuss-Akademie. Beiträge zur Geschichte, Gummersbach 2007.
  3. Wandel verstehen. Rechte schützen. Zukunft gestalten. 50 Jahre Internationale Politik S. 87 ff. Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit, abgerufen am 19. Juli 2017.
  4. Regionalbüro für Nordrhein-Westfalen. Wissen. Gestalten. Vorangehen. Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit, abgerufen am 19. Juli 2017.
  5. a b c Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit: Jahresbericht 2010, S. 38 f., abgerufen am 25. Juli 2017.
  6. Mitglieder im Verein Gütesiegelverbund Weiterbildung e.V. Gütesiegelverbund Weiterbildung e.V., 28. Januar 2013, abgerufen am 25. Juli 2017.
  7. Theodor-Heuss-Akademie. Die Bildungsstätte der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit. Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit, abgerufen am 25. Juli 2017.
  8. Jahresbericht 2012. Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit, 2013, abgerufen am 25. Juli 2017 (S. 39).
  9. Jahresbericht 2008. Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit, 2009, abgerufen am 25. Juli 2017 (S. 31 ff.).
  10. Reiner Thiess: „Held der Demokratie“ – Klaus Füßmann leitet Akademie. Kölnische Rundschau, 28. Januar 2013, abgerufen am 19. Juli 2017.
  11. 2016-11 Theodor Heuss Ausstellung kann kommen. Ford Foto-Klub Köln, abgerufen am 19. Juli 2017.
  12. Flyer der Theodor-Heuss-Akademie „Freiheits-Blicke: Kunst in der Theodor-Heuss-Akademie“.