Hans Jürgen Kallmann

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Hans Jürgen Kallmann (* 20. Mai 1908 in Wollstein, Provinz Posen; † 6. März 1991 in Pullach im Isartal) war ein deutscher Maler.

Kallmann war der Sohn eines Hautarztes.[1] Er wuchs in Halle (Saale) auf und verbrachte die Anfangsjahre als Künstler von 1930 bis 1944 in Berlin. 1937 wurde er als „entarteter Künstler“ diffamiert und mit Ausstellungsverbot belegt. Ein Teil seiner Werke wurde konfisziert und bei der Gemäldeverbrennung am 20. März 1939 im Hof der Berliner Feuerwache vernichtet.[1]

1949 erhielt er einen Ruf an die Kunstakademie in Caracas in Venezuela, wo er als Professor Akt- und Porträtmalerei unterrichtete.

Kallmann kehrte 1952 nach Deutschland zurück und lebte und arbeitete als freischaffender Künstler in Pullach bei München bis zu seinem Tod 1991. Ab Mitte der 1950er Jahre wurde Kallmann als Bildnismaler bekannt durch seine psychologisch einfühlsamen Porträts namhafter Persönlichkeiten aus Kultur, Wissenschaft und Politik, wie zum Beispiel Konrad Adenauer, Otto Hahn, Theodor Heuß, Johannes XXIII., Mao, Bertolt Brecht oder der Physiker Walther Meißner[2].

Kallmanns bevorzugte Maltechniken waren Ölmalerei und eine ungewöhnliche Mischtechnik aus Pastell- und Temperamalerei, deren Rezept er stets geheim hielt. Als Zeichner bevorzugte Kallmann Pastellkreide, Kohle und ab den 1950er Jahren einen besonderen lichtechten Filzstift. Beeinflusst von den deutschen Impressionisten Max Slevogt und Max Liebermann sowie den Malern des Expressionismus entwickelte Kallmann eine persönliche künstlerische Handschrift, in der sich expressiver Gestus mit figürlicher Malweise verband. Naturbeobachtung und die Umsetzung und Umgestaltung des Gesehenen in eine neue bildnerische Realität waren für ihn die Voraussetzung für künstlerisches Schaffen. Sein ganzes Leben lang blieb er einer expressiven, figürlichen Malerei treu.

Das Lebenswerk des Malers Hans Jürgen Kallmann wird in dem 1992 eröffneten Kallmann-Museum, einem Stiftungsmuseum, in Ismaning bei München betreut.

Ehrungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Ernst Klee: Das Kulturlexikon zum Dritten Reich. Wer war was vor und nach 1945. S. Fischer, Frankfurt am Main 2007, ISBN 978-3-10-039326-5, S. 293.
  2. Walther Meißner als Präsident der Bayerischen Akademie der Wissenschaften