Theodor Balk

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Theodor Balk (Geburtsname: Fodor Dragutin, * 22. September 1900 in Zemun (Österreich-Ungarn, heute Serbien); † 25. März 1974 in Prag) war ein serbischer-jüdischer deutschsprachiger Schriftsteller.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Theodor Balk studierte in Zagreb und in Wien Medizin und promovierte in Wien 1925 zum Dr. med. 1925 war er Arzt in Belgrad und schrieb Beiträge für die kommunistische Presse. 1929 emigrierte er aus politischen Gründen nach Deutschland und kam nach Berlin. Er trat der KPD und dem Bund proletarisch-revolutionärer Schriftsteller bei. In Berlin war er als Journalist und Redakteur für Die Linkskurve tätig. 1929 wurde er Redakteur der Zentralkorrespondenz. Er schrieb auch für Die Rote Fahne. Seit 1932 arbeitete er als Schiffsarzt.

1933 emigrierte er nach Paris über Prag. In Prag lernte Theodor Balk Lenka Reinerová kennen. Er schrieb im Stil von Egon Erwin Kisch für Der Gegenangriff, Internationale Literatur, Neue Deutsche Blätter, Arbeiter Illustrierte Zeitung, Deutsche Zentral-Zeitung in Moskau, Die neue Weltbühne und Das Wort. Über Paris gelangte er nach Spanien und war dort 1936 als Bataillonsarzt der Internationalen Brigaden tätig. 1939 wurde er in Le Vernet und Les Milles interniert. 1941 konnte er nach Mexiko fliehen und arbeitete dort an der Zeitschrift „Freies Deutschland“ mit. 1943 heiratete er Lenka Reinerová. 1945 gelangte er auf einem Frachter von Montreal nach Jugoslawien. In Belgrad wurde seine Tochter geboren.

Wegen einer schweren Erkrankung wurde Balk in eine Prager Klinik eingeliefert. Bei dem anschließenden Kuraufenthalt in Karlsbad beschloss die Familie, nicht mehr nach Jugoslawien zurückzukehren.

Ab 1948 lebte Theodor Balk in Lenka Reinerovás Heimatstadt Prag.

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Baumwolle. Eine Reportage vom Kampf an der Textilfront. Betrieb und Gewerkschaft, Berlin 1930.
  • Kapitalisten, Bonzen, Metallarbeiter. Internationaler Arbeiter-Verlag, Berlin 1930.
  • Streik vor dem Sondergericht. Hrsg. vom Zentralvorstand der Roten Hilfe Deutschlands. Tribunal, Berlin 1932.
  • Hier spricht die Saar. Ein Land wird interviewt. Ring, Zürich 1934 (Neuauflage: Röhrig, St. Ingbert 1984).
  • Hitler, Lenin. Prvé tři měsice. Hakena, Prag [ca. 1933].
  • Das verlorene Manuskript. Moskau 1934.
  • Führer durch Sowjet-Krieg und Frieden. El libro libre, Mexiko 1942.
  • Das verlorene Manuskript. El libro libre, Mexiko 1943 (Neuauflage: Fischer, Frankfurt 1983, ISBN 3-596-25179-6).
  • Unter dem schwarzen Stern. Volk und Welt, Berlin 1960.
  • Tag der Mauer. In: Neue Deutsche Literatur. 1961, H. 7.
  • Kein Wildwest in Wildost. Eine junge Stadt in der Steppe wird interviewt. Neues Leben, Berlin 1962.
  • Einst Hafen des Exils und der Verbannung. Kuba Night Step. In: Neue Deutsche Literatur. 1962, H. 5.
  • Das Urteil der Straßentafeln In: Neue Deutsche Literatur. 1964, H. 7.
  • Wen die Kugel vor Madrid nicht traf. Tagebuch-Roman über den Spanischen Bürgerkrieg und das Los der Spanienkämpfer. Röhrig, St. Ingbert 1996, ISBN 3-86110-083-5.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Balk Theodor. In: Lexikon sozialistischer deutscher Literatur. Von Anfängen bis 1945. Monographisch-biographische Darstellungen. Verlag Sprache und Literatur, Halle (Saale) 1963, S. 80–81.
  • Balk Theodor.In: Proletarisch-revolutionäre Literatur 1918 bis 1933. Ein Abriß. Volk und Wissen, Berlin 1970, S. 320. (=Schriftsteller der Gegenwart 9).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]