Thomas Coke

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Thomas Coke

Thomas Coke (* 9. September 1747 in Brecon/Wales; † 3. Mai 1814 vor Ceylon) war der erste methodistische Bischof. Er wurde auf der Weihnachtskonferenz 1784 in Baltimore zusammen mit Francis Asbury zum Superintendenten der Bischöflichen Methodistenkirche gewählt.[1]

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Coke war der Sohn eines wohlhabenden Apothekers. Er studierte am Jesus College der Universität von Oxford.[2] 1772 wurde er Geistlicher der Anglikanischen Kirche, musste seine Kuratie in Somerset wegen seiner evangelikalen Neigungen aber 1776 aufgeben, woraufhin er sich den Methodisten anschloss. Dort wurde er rasch John Wesleys wichtigster Helfer und von diesem wohl auch als dessen Nachfolger ausersehen. 1784 übertrug Wesley Coke die Aufsicht über die Methodisten in den Vereinigten Staaten, indem er ihn zum dortigen Superintendent ernannte. Francis Asbury wurde von Coke gemäß Wesleys Bitte zum Diakon und Ältesten ordiniert und als 2. Superintendent ernannt. Auf der Weihnachtskonferenz in Baltimore wurden beide Geistlichen durch Wahl in ihrem Amt als Superintendenten bestätigt.[3] Gemeinsam standen sie der so genannten Bischöflichen Methodistenkirche vor, die eine eigene Kirchenordnung erhielt.

In den nächsten 25 Jahren stattete Coke den US-amerikanischen Methodistengemeinden regelmäßige Besuche ab, wurde aber teilweise beargwöhnt, da man bei ihm Loyalitätskonflikte in Bezug auf Großbritannien einerseits und die USA andererseits fürchtete, doch sorgte er auch maßgeblich mit dafür, dass sich die methodistische Kirche in den Vereinigten Staaten festigen konnte. Darüber hinaus unternahm er auch Reisen nach Westindien, Kanada und Westafrika, um die Mission durch Methodisten zu fördern. Er tat sich außerdem als Schriftsteller hervor: Von ihm stammt ein mehrbändiger Bibelkommentar, sowie eine Geschichte der Westindischen Inseln. Coke starb während einer Reise nach Indien, das er ebenfalls für die methodistische Mission erschließen wollte.

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • A history of the West Indies: containing the natural civil, and ecclesiastical history of each Island. 3 Bde. London 1808–1810 (Neudruck 1971)

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. C. Ernst Sommer: Geschichte der Evangelisch-methodistischen Kirche. Hrsg.: Karl Steckel und C. Ernst Sommer. Stuttgart 1982, ISBN 3-7675-7496-9, S. 29.
  2. J. Gordon Melton: Coke, Thomas (1747–1814). early Methodist missionary leader. In: Encyclopedia of World Religions. Encyclopedia of Protestantism, Nr. 6. Facts of File, New York 2005, ISBN 978-0-8160-5456-5, S. 157 (englisch).
  3. C. Ernst Sommer: Geschichte der Evangelisch-methodistischen Kirche. Hrsg.: Karl Steckel und C. Ernst Sommer. Christliches Verlagshaus, Stuttgart 1982, ISBN 3-7675-7496-9, S. 29-30.